„Oni“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der französische Kurzfilm „Oni“ von Idir Serghine, der im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, ist ein Horror Short, der mit wenigen Mitteln und seiner großartigen Hauptdarstellerin großen Schrecken verbreitet.

Die japanische Studentin Akemi (Yumi Narita) ist gerade frisch in ihre neue Pariser Wohnung gezogen. Alles scheint perfekt zu sein, auch das Bild einer Landschaft, das bereits in der Wohnung hing, fügt sich gut ein. Nach einem Date mit Gaspard (Martin Jauvat) verschwindet dieser kommentarlos. Das, was sie aber mehr beunruhigt, sind Kleinigkeiten, die sich in der Wohnung zu ändern scheinen. 

Nach einem eigenen Drehbuch schuf der französische Filmemacher Idir Serghine seinen Kurzfilm. In dem 15-minütigen Short erzählt er vom Ankommen in einer fremden Stadt, dem Sich-Eingewöhnen und wie es sich anfühlt, in einem hellhörigen Haus zu leben. Nebenbei schleicht sich noch etwas Mystisches ein, was mit dem vorhandenen Bild und mit der europäischen wie japanischen Kunst des Diabolischen zusammenhängt. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel von Mysteriösen mit dem Alltag eines Lebens außerhalb der Heimat. Am Ende wird der Film mysteriös bleiben. Serghine nimmt sich die Freiheit. einen Schrecken ohne Erklärung zu liefern und dies funktioniert hervorragend, so dass man am Ende seines Kurzfilms mit seiner Hauptdarstellerin, grandios von Yumi Narita verkörpert, mitfühlt. Mit wenigen Horror-Elementen, einigen Andeutungen, einer unheimlich starken Musik (Komponist Jerôme Echenoz) sowie dem wiederholten Blick auf ein scheinbar harmloses Landschaftsbild schafft der Short einen effektiven Grusel. So ist man während der gesamten Zeit als Zuschauende angespannt und fiebert mit. 

Fazit: „Oni“ ist ein Horror Short von Idir Serghine, der mit wenigen Horror-Elementen, grandioser Musik und Yumi Narita in der Hauptrolle perfekt Angst und Schrecken verbreitet. Dabei vermischt Serghine den alltäglichen Schrecken, an einem neuen Ort zu leben, mit etwas Mysteriösen und kann damit den Atem der Zuschauenden zum Stocken bringen.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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