Fünf Fragen an Joseph Catté

Interview: Im Gespräch mit dem französischen Filmemacher Joseph Catté konnten wir mehr über seine wunderbare Musical-Hommage „My Motherfunky Musical Mashup“ erfahren, wie er die Szenen dafür auswählte und wie man sowas dann am besten zusammenschneidet.

The original english language interview is also available.

Jeder Musicalfreund kann sich denken, warum Du den Film gemacht hast. Aber vielleicht kannst Du doch etwas zur Entstehung Deines Kurzfilms „My Motherfunky Musical Mashup“ erzählen? Und welche Filme hast Du verwendet – und warum gerade diese?

Ich habe einfach meine Lieblingsmusicals ausgewählt, auf eine völlig subjektive Weise! Diese Montage spiegelt nicht die Geschichte der Musicals wider, sondern vielmehr meinen persönlichen Geschmack in diesem Bereich. Wenn ich einige Klassiker nicht aufgenommen habe, dann entweder, weil ich sie nicht gesehen habe oder weil ich sie nicht genug mag. Umgekehrt wollte ich unbedingt Teile von „Hairspray“ (2007, Regie: Adam Shankman) hinzufügen, was ein ausgezeichneter Film ist, aber noch lange nicht weithin bekannt ist. Wenn ich diesen Zusammenschnitt heute noch einmal durchführen müsste, würde sich die Liste wahrscheinlich weiterentwickeln und vielleicht „Rocketman“ (2019, Regie: Dexter Fletcher) oder „Bugsy Malone“ (1976, Regie: Alan Parker) beinhalten!

Wie bist Du auf den Song gekommen?

Ich fand den Song und das Konzept des Videos zur gleichen Zeit, völlig zufällig! Ich suchte nach einer „Singin’ in the Rain“-Szene auf YouTube, während ich mir den Black Eyed Peas-Song anhörte, und war erstaunt, wie dieser moderne Track zu den Choreographien des Films passte. Da ich lange Zeit ein großer Fan von Musicals war, entschied ich mich, ihnen mit diesem Mashup Tribut zu zollen und sie gleichzeitig mit einem völlig anachronistischen Track zu konfrontieren.

Wie muss ich mir die Arbeit daran vorstellen. Erzähl mir mehr davon, wie Du die Szenen zusammengeschnitten hast?

Ich importierte zunächst jeden Film in meine Schnittsoftware und schnitt alle Aufnahmen heraus, die interessant erscheinen: mal eine sehr kurze Bewegung, mal eine längere Choreographie.

Dann versuche ich, Muster zu finden, um Aufnahmen miteinander zu verbinden, um zu vermeiden, dass eine Reihe von zufälligen Clips zusammengeschnitten wird. Die Idee ist, eine Handlung mit einer Aufnahme eines Films zu starten und sie mit einer Aufnahme eines anderen Films zu beenden. Zum Beispiel, einige der Muster, die ich verwendet habe, beinhalten Sprünge, Knie-Rutscher und Rückwärtssprünge. Parallel dazu versuche ich, bestimmte Clips auf erkennbare Momente des Songs zu platzieren: eine Pause, ein Saxophon-Solo, ein Stimm-Effekt, ein Handclap und so weiter.

Als alle diese zentralen Punkte feststanden, musste ich „einfach“ die Löcher in der Timeline ausfüllen. Ich versuchte, die Clips in verschiedenen Bereichen zu platzieren, auf eine Art Zufallsprinzip. Manchmal passt der Tanz magisch zur Musik, manchmal muss ich viele verschiedene Kombinationen ausprobieren. Es ist wie bei der Zusammenstellung eines Puzzles, indem man die bestmöglichen Clips an die bestmögliche Stelle auf der Timeline setzt, versucht, verschiedene Filme zu wechseln und es vermeidet, sich zu wiederholen.

Du hast den Film 2013 realisiert. Welche Projekte konntest Du seit damals verwirklichen und wie wird es bei Dir weitergehen?

Seitdem habe ich mehrere Kurzfilme gedreht, die du auf meinem Vimeo-Profil findest, die an hundert Festivals teilgenommen haben. Ich habe gerade meinen letzten Kurzfilm abgeschlossen, den bisher ehrgeizigsten, der seinen eigenen Weg sehr bald gehen sollte! Ich weiß noch nicht, was in der Zukunft kommt, aber ich bin immer offen für neue Ideen, ob Musikvideo, Werbung oder Fiktion!

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „My Motherfunky Musical MashUp


Interview: In our interview with the French filmmaker Joseph Catté we could learn more about his wonderful musical homage „My Motherfunky Musical Mashup“, how he chose the scenes for it and how to cut something like that together.

Any musical lover can imagine why you made that mashup. But maybe you can tell us something about the origin of the idea to make your short film „My Motherfunky Musical Mashup“? How did you pick which films to include?

I simply picked my favorite musicals, in a totally subjective way! This montage doesn’t reflect the history of musicals but more my personal tastes in this area. If I didn’t include some classics, it’s either because I hadn’t seen them or because I don’t like them enough. Conversely, I really wanted to include bits from „Hairspray“ (2008, director: Adam Shankman), which is an excellent film but is far from having achieved posterity. If I had to redo this edit today, the list would probably evolve and maybe include „Rocketman“ (2019, director: Dexter Fletcher) or „Bugsy Malone“ (1976, director: Alan Parker)!

How did you find the song?

I found the song and the concept of the video at the very same time, totally by chance! I was looking for a ‚Singin in the Rain‘ scene on YouTube, while listening to the Black Eyed Peas song, and was struck by how this modern track was matching the old-school choreographies of the movie. Being a big fan of musicals for a long time, I decided to pay tribute to them with this mashup, while confronting them to a complete anachronic track.

Tell me more about how you cut the scenes together.

I start by importing each film in my editing software and I cut out all the shots that seem interesting: sometimes a very short movement, sometimes a longer choreography.

Then, I try to find patterns to connect shots to each other, to avoid editing series of random clips. The idea is to start an action with a shot of a movie and to finish it with a shot of another movie. For example, some of the patterns I used include jumps, knee slides and back flips. In parallel, I try to place particular clips on recognizable moments of the song : a break, a saxophone solo, a voice effect, a handclap and so on.

When all these turning points are locked, I ’simply‘ have to fill the holes in the editing line. I try to place the clips in different areas, in a kind of random way. Sometimes the dance fits magically to the music, sometimes I need to test a lot of different combinations. It’s like assembling a puzzle, by putting the best possible clips in the best possible place on the timeline, trying to alternate different movies and avoiding to be repetitive.

You made the film in 2013. Which projects could you realize since then and how will you continue?

I have since directed several short-movies that you can find on my Vimeo profile, which have participated to a hundred festivals. I just finished my last short, the most ambitious one so far, which should start his own career very soon! I don’t know yet what the future will be made of but I’m always open to new proposals, in music-video, commercials or fiction!

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „My Motherfunky Musical MashUp

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