„The Diviners“ (2019)

Filmkritik: Als privates Tagebuch hat alles begonnen. Der Künstler und Regisseur Roman Bordun machte aus Videomaterial von 10 Jahren ein beeindruckendes Panoptikum quer durch die Ukraine und feierte mit „The Diviners“ (OT: „Bozhestvenni“, Ukraine, 2019) auf dem 62. DOK Leipzig seine internationale Premiere.

Die Handykamera hält das bunte Treiben auf den Straßen von Kiew, Odessa und Lwiw in all seinen Facetten fest. Dabei streift der Dokumentarfilmer, der sich auch selbst in das Geschehen mischt, durch Tag und Nacht, lauscht Unterhaltungen, beobachtet Menschen an vielen Orten u.a. in U-Bahnen und bekommt hin und wieder sogar bei seinen Streifzügen Gesellschaft.

In knappen 60 Minuten offenbart uns der Künstler und Filmemacher Roman Bordun (*1987) in seinem Debütfilm „The Diviners“, was übersetzt soviel bedeutet wie „Die Göttlichen“, einen sehr ehrlichen Blick auf sein Heimatland, die Ukraine. Er verzichtet dabei auf erklärende Off-Kommentare oder moralisierende Zwischentöne, sondern schuf ein buntes Land-Panoptikum einzig und allein durch eine wilde Zusammenstellungen von Videoschnipseln, welche er mit seiner Handykamera aufgenommen hat. Dabei beobachtet er zwar auch die urbanen Landschaften, aber vor allem die Menschen, welche in den drei Großstädten leben. Dabei kommt er dicht an die Menschen ran, filmte meist auch heimlich und liefert so ein warmherziges, ehrliches Portrait, das hinter die Fassaden von Klischees und Stereotypen schaut. Hinzu kommt eine gute Prise Humor, in dem er sein Material aus  zwei Jahren gekonnt zusammenschnitt. Oft reiht er Ähnliches aneinander, was den Zuschauer zum Schmunzeln bringt. Im Gesamten ist Roman Bordun ein warmherziger, offener Film gelungen, der sich in kein typisches Dokumentationsskelett stecken lässt und so eine andere Art des non-fiktionalen Films präsentiert. Dieser lebt von seinen Menschen, die unverfälscht ihrem Treiben nachgehen und dem Humor, den der Filmemacher vor allem im Schnittraum selbst noch bewies.

Fazit: Der ukrainische Dokumentarfilm „The Diviners“ ist aus einem Videotagebuch entstanden und berichtet aus einer sehr subjektiven Sicht vom Heimatland des Filmemachers Roman Bordun. Mit viel Humor, einem guten Blick für Details und seinem unverfälschten Charme zieht die Dokumentation die Zuschauer in den Bann.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Film „The Diviners“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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