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Interview: Im Gespräch mit der australischen in den USA lebenden Filmemacherin Grace Presse konnten wir mehr über ihren fünfminütigen Kurzfilm „Sleep Tight“ erfahren, der im ‚Shock Block‘-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 gezeigt wurde. Sie erzählt, wie die Geschichte aus der eigenen Schlafparalyse heraus entstanden ist, wie sie das Monster erschufen und welche weiteren Projekte in der Pipeline stehen.
The original english language interview is also available.
Kannst Du mir zum Ausgangspunkt Deines Kurzfilms erzählen?
Ich habe im Laufe der Jahre oft mit Schlaflähmung zu tun gehabt, daher entstand dort der Anstoß für diesen Film. Ich sah oft eine große Gestalt über meinem Bett stehen, die auf mich herab blickte, was immer furchtbar beängstigend war. Wer ist diese dunkle, schemenhafte Gestalt? Wie ist sie hierhergekommen? Was will sie? Als ich anfing, einige dieser Fragen zu beantworten, nahm der Film Gestalt an. Es war eine Möglichkeit für mich, das zu teilen, was ich sah und fühlte, und dadurch konnte ich wieder etwas Kontrolle zurückgewinnen und ein bisschen Spaß damit haben.
Gibt es andere Filme, welche das Thema Schlafparalyse aufgreifen und Dich beeinflusst haben?
Es gab zwar keine Filme zum Thema Schlaflähmung, die mich direkt beeinflusst haben, aber ich schaue mir jede Menge Horrorfilme aus den 70ern und 80ern an, die mich sehr inspirieren, vor allem was die praktischen Spezialeffekte angeht. Ich bin ein riesiger Cronenberg-Fan.
In wie vielen Tagen und mit welcher Teamgröße habt ihr den Film umgesetzt?
Wir haben alles an einem Tag in meiner Wohnung gedreht. Ich hatte ein kleines, aber großartiges Team. Mein Kameramann Stephen Vanderpool hat das Ganze selbst gefilmt und ausgeleuchtet, meine Maskenbildnerin Mallory Shofi und die beiden Schauspieler Danielle Spisso und Robert Svetlik waren dabei, und mein Mann hat bei der Tonaufnahme geholfen. Insgesamt waren wir also zu sechst.
Der Film ist als Kammerspiel inszeniert und lebt von seiner beklemmenden Stimmung. Kannst Du mir zu den visuellen Entscheidungen erzählen?
Ich wollte unbedingt mit einem monochromen visuellen Stil arbeiten. Meine Wohnung (wie jede Wohnung in LA) hat komplett weiße Wände und diese schrecklichen Jalousien, die ständig herunterfallen und den Mond sowie das Straßenlicht hereinlassen, sodass nachts der Kontrast zwischen den weißen Wänden und den dunklen Schatten sehr auffällig ist. Ich wollte mit den Linien und Silhouetten in der Dunkelheit spielen, denn genau dort kann die eigene Vorstellungskraft einem wirklich Streiche spielen. Außerdem wollte ich, dass es sich sehr still und ruhig anfühlt, als wäre die Luft aus dem Raum gesaugt worden. Fast so, als würden sich Zeit und Raum unmöglich lang ausdehnen, denn wenn man in einem Zustand der Schlaflähmung erstarrt ist, kann es sich anfühlen, als würde es ewig dauern, obwohl es vielleicht nur eine Sekunde ist.
Dein Monster sieht wirklich gut aus – alle Effekte sind handgemacht, richtig? Kannst Du mir zu dem Monsterdesign erzählen?
Danke! Ja, alles wurde praktisch umgesetzt. Mallory Shofi ist eine unglaublich talentierte Künstlerin. Sie hat das Gesicht modelliert und sich um die gesamte Bemalung und Gestaltung gekümmert. Ich habe in der Anfangsphase eng mit Mallory zusammengearbeitet, um herauszufinden, wer diese Kreatur ist und welche Hintergrundgeschichte sie hat, was bei den Designentscheidungen sehr hilfreich war. Wir haben viel über diese wurmartige, humanoide Kreatur gesprochen, die tief unter der Erde lebt, und darüber, wie sie ihre Opfer jagt. Wir haben uns gegenseitig Bilder von Dingen geschickt, die wir online gefunden hatten, um Hauttexturen, Farbgebung usw. zu besprechen. Ich wollte sicherstellen, dass die Silhouette und das Design einzigartig waren und sich von allem unterscheiden, was ich bisher gesehen hatte.
Die Kreatur wurde dann wirklich von Robert Svetlik zum Leben erweckt, der das Monster spielt. Er konnte seinen Körper auf eine Weise bewegen, die wirklich erschreckend und spannend war. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit zwischen uns allen.
Kannst Du noch ein bisschen von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Als ich jünger war, interessierte ich mich für Schauspiel und Comedy und trat in Theatergruppen in Australien auf. Als ich dann nach Los Angeles zog, begann ich mit Sketchen und Improvisation, was mich zum Schreiben brachte. Ich fing an, wie verrückt zu schreiben, belegte einige Schreibkurse und begann dann, Horrorfilme aus der Perspektive eines Filmemachers zu betrachten; Ich analysierte, wie sie gedreht und geschnitten waren und was mich an einer bestimmten Sequenz erschreckte.
Schließlich drehte ich meinen ersten Kurzfilm im Rahmen einer dieser zweiwöchigen Filmemacher-Challenges und seitdem mache ich immer wieder Filme.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ich arbeite gerade an einer Slasher-Komödie namens „Manigator“, in der es um ein (ihr könnt es euch denken) ‚halb Mensch, halb Alligator‘-Wissenschaftsexperiment geht. Außerdem befindet sich gerade ein Kurzfilm von mir in der Postproduktion, ein Psychodrama über Zwangsstörungen im Zusammenhang mit Selbstverletzungen. Und ich habe damit begonnen, eine Spielfilmversion von „Sleep Tight“ zusammenzustellen.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Sleep Tight“
Interview: In our conversation with Australian filmmaker Grace Presse, who lives in the USA, we learned more about her five-minute short film “Sleep Tight”, which was screened in the “Shock Block” program at the 26th Landshut Short Film Festival 2026. She explains how the story emerged from her own experiences with sleep paralysis, how she created the monster, and what other projects are in the pipeline.
Can you tell me about the starting point for your short film?
I’ve dealt with sleep paralysis a lot over the years, so the impetus for this movie began there. I would frequently see a tall figure standing over my bed looking down at me, which was always terrifying. Who is this dark shadowy figure? How did he get here? What does he want? Once I started answering some of those questions the film began to take shape. It was a way for me to share what I was seeing and feeling, and in doing so I could take some control back and have a bit of fun with it.
Are there other films that explore the theme of sleep paralysis and have influenced you?
There weren’t any sleep paralysis films that influenced me specifically, but I watch a ton of 70’s and 80’s horror films that heavily inspire me, particularly when it comes to practical effects. I’m a huge Cronenberg fan.
How many days did it take to shoot the film, and how big was your team?
We shot everything in one day at my apartment. I had a small but brilliant team. It was my DP Stephen Vanderpool who shot and lit the whole thing himself, my makeup artist Mallory Shofi and the two actors Danielle Spisso and Robert Svetlik, plus some help with sound recording from my husband. So 6 of us in total.
The film is staged as an intimate drama and has an oppressive atmosphere. Can you tell me about the visual choices?
I really wanted to work with a monochromatic visual style. My apartment (like every apartment in LA) has all white walls and these terrible blinds that always fall out and let the outside moon and street light in, so at night the contrast between the white walls and the dark shadows is very striking. I wanted to play with the lines and silhouettes within the darkness, because that’s where your mind can really start playing tricks on you. I also wanted it to feel very still and calm, like the air had been sucked out of the room. Almost like time and space was stretching impossibly long, because when you are frozen in a sleep paralysis state it can feel like it lasts forever, when it may only be a second.
Your monster looks really good. All the effects are handmade, right? Can you tell me about the monster design?
Thank you! Yes, everything was done practically. Mallory Shofi is such an incredible artist. They sculpted the face and did all the painting and application. I worked closely with Mallory in the early stages to dive into who this creature was and what the backstory was, which helped inform the design choices. We talked a lot about this worm-like, humanoid creature that lives deep in the ground, and how it likes to prey on its victims. We shared images back and forth from things we found online to go over skin textures, coloring etc. I wanted to make sure the silhouette and design was unique and different to what I’ve seen before.
The creature was really brought to life by Robert Svetlik who plays the monster. He was able to move his body in a way that was truly horrifying and thrilling. It was a wonderful collaboration between us all.
Can you tell me a little bit about yourself and how you got into filmmaking?
I was interested in acting and comedy when I was younger and performed in theater groups in Australia. Then I started doing sketch and improv when I moved to Los Angeles which got me into writing. I started writing a ton and took some writing classes, then began watching horror movies from a filmmaking perspective; analyzing how they were shot and cut together and what made me feel scared about a specific sequence.
I eventually shot my first short film as part of one of those 2 week filmmaker challenges and I’ve been making things ever since.
Are there any new projects in the works?
I’m working on a slasher-comedy called Manigator which is about a (you guessed it) half man, half alligator science experiment. And I also have a short film in post production right now which is a psychological drama about Harm OCD. And I’ve started piecing together a feature version of „Sleep Tight„.
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „Sleep Tight„
