Neun Fragen an Alain Kassanda

Interview: Im Zoom-Gespräch mit dem französischen Filmemacher Alain Kassanda konnten wir mehr über seine 40-minütige Dokumentation „Trouble Sleep“, der seine Deutschlandpremiere auf dem 63. DOK Leipzig feierte, erfahren. Er erzählt davon warum ihn die Straßen von Ibadan so fesseln, was ihm beim Portrait dieser Seite der Stadt wichtig war und wie weit Musik, Poesie und Schnitt die Bilder choreographieren.  

The original english language interview is also available.

Was sind die Ursprünge deines sehr musikalischen Porträts der Stadt Ibadan in Nigeria?

Ich habe vier Jahre lang in Ibadan gelebt, zwischen 2015 und 2019. Ich war mit meiner Frau dort – sie ist Forscherin, eine Anthropologin. Das Haus, das wir gemietet hatten, war schön, aber der Immobilienmakler hatte uns nicht gesagt, dass der Brunnen des Hauses trocken war. Also musste ich alle zwei oder drei Wochen eine Firma anrufen, die uns mit einem Tankwagen Wasser brachte. Daraus entwickelte sich die erste Idee, einen Film über diese Leute zu machen, die in der Stadt für Wasser sorgen. Um eine Geographie der Abwesenheit von Wasser zu haben. Das Projekt entwickelte sich weiter und ich beschloss, Menschen zu filmen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Fahren verdienen. Ich wollte einen Film mit verschiedenen Charakteren machen, eine Person, die ein Taxi fährt, eine andere, die Wasser fährt, eine andere, die ein Fahrrad fährt, eine andere, die eine Schubkarre auf dem Markt fährt.

Eines Tages traf ich Fred, den Taxifahrer auf dem Marktplatz, und ich beschloss, mich zunächst auf Taxis zu konzentrieren. Aber als ich bei ihm anfing, entdeckte ich etwas für mich Neues. Ein Taxi in Ibadan zu fahren ist nicht dasselbe wie ein Taxi in Paris oder Kinshasa zu fahren. Es ist ein anderer Stil. Es war eine neue Welt für mich. Die Art, wie die Straße funktioniert, war so überwältigend, so intensiv, dass ich keinen Film mit anderen Figuren machen konnte. Ich beschloss, mich auf Fred zu konzentrieren und den Fokus auf die Straße zu legen. Mit diesem Fokus auf Taxis entdeckte ich auch die gewerkschaftlichen Geldsammler und sah, wie sie auf der Straße agierten. Im Grunde genommen drängten sich die Themen mir auf. Also beschloss ich, beginnend mit der Begegnung mit Fred, einen Film nicht nur über die Taxifahrer zu machen, sondern mehr und mehr über die Straße selbst. So brachte mich der Wassermangel in meinem Haus dazu, einen Film über die Straße zu machen.

Wie hast du den gewerkschaftlichen Geldsammler gefunden, der auch in deinem Film eine wichtige Rolle spielt?

Ich habe Fred gefilmt und die Gewerkschaftssammler waren immer gleich da und haben Geld von den Taxifahrern auf der Straße eingesammelt. Sie waren einfach um mich herum, wenn ich gefilmt habe.

Eines Tages sprach ich sie an und fragte sie, ob ich sie filmen könnte, und einer von ihnen stimmte zu. So habe ich angefangen, sie zu treffen, mit ihnen abzuhängen und sie dann zu filmen. Dieser Film ist auch eine Reise. Es geht um meine Beziehung zu den Menschen darin, und es ist wichtig, die Art von Nähe zu verstehen, die ich zu ihnen aufbauen konnte. Ich habe sie dort getroffen, wo sie arbeiteten, und habe sie einfach gefragt, ob ich sie filmen darf. Daraus hat sich etwas entwickelt, das einer Freundschaft nahe kommt. Einige von ihnen sind auch heute noch meine Freunde, denn die Fertigstellung des Films dauerte fast ein Jahr.

Ich habe auch nicht die ganze Zeit gefilmt, manchmal kam ich an einen Ort und blieb zwei, drei Wochen, ohne meine Kamera mitzubringen, nur um mit den Leuten gut auszukommen und dann zu erklären, was ich machen wollte. Und sie kannten mich und sahen mich die ganze Zeit. Wenn ich also die Kamera mitgebracht habe, war das keine große Sache. So konnte ich diesen Film machen, denn es wäre unmöglich gewesen, als Fremder, der mit der Kamera kommt und anfängt zu filmen, einen solchen Film zu machen. Ich musste mich auf Beziehungen einlassen, um Vertrauen zu haben und filmen zu können.

Hast du immer alleine gearbeitet, nur du und deine Kamera?

Ja, ich habe alles alleine gemacht, das Filmen und den Ton. Bei dieser Art von Themen und mit meinem Ansatz wäre die Arbeit mit einer Crew nicht vereinbar. Wenn man auf einen Marktplatz kommt, an einen belebten Ort, möchte man filmen können, ohne dass die Leute einen ausfragen und einen bei der Arbeit beobachten. Ich wollte also so unsichtbar wie möglich sein, aber es ist unmöglich, unsichtbar zu sein, wenn man irgendwo mit der Kamera ist. Es geht nicht darum, unsichtbar zu sein, sondern darum, wie man von den Leuten akzeptiert wird. Dadurch, dass ich alleine war, war es für die Leute einfacher, mich zu akzeptieren, im Vergleich zu einer Crew von Leuten. Natürlich wurde ich von allen wahrgenommen – aber dadurch, dass ich alleine da war und jeden Tag ohne Kamera und manchmal mit Kamera da war, war es für mich einfacher, von den Leuten akzeptiert zu werden und dann eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, die es mir ermöglichte, diesen Film zu machen.

Wenn mir jemand erlaubt, ihn oder sie zu filmen, ist das ein Geschenk, das er oder sie mir macht. Ich habe also eine Verantwortung gegenüber der Person, sie auf die ehrlichste Art und Weise darzustellen. Eines der Dinge, die ich getan habe, war, den Film zuerst den Personen im Film zu zeigen. Ich habe gleichzeitig gefilmt und geschnitten. Und als ich mit dem Schnitt fertig war, waren die ersten Leute, die den Film sahen, diejenigen, die ich gefilmt hatte, um sicherzustellen, dass sie mit ihrer Darstellung einverstanden waren. Danach konnte ich auf Festivals gehen und versuchen, den Film einem breiteren Publikum vorzustellen.

 Wie haben die im Film Porträtierten auf den Film reagiert?

Eigentlich waren sie wirklich sehr glücklich über ihre Darstellung, denn es gibt nur wenige Filme mit dieser Art von Perspektive, die sich auf die tägliche Routine, das tägliche Leben der arbeitenden Menschen konzentrieren. Sie waren also wirklich glücklich, sich in einem positiven Licht dargestellt zu sehen.

Der Studenten-Filmclub der Universität hat meinen Film im November in Ibadan gezeigt, und ich bekam tolle Reaktionen von Studenten, die diese im Film gezeigten Rollen jeden Tag erleben, weil sie sie sehen – aber irgendwann wurden sie blind dafür. Als sie meinen Film sahen, konnten sie etwas verstehen, das sie zwar kannten, aber gleichzeitig nicht wahrnahmen. Der Film brachte ihnen diese Wahrnehmung zurück und in der Art und Weise, wie ich die verschiedenen Ebenen der Geschichte ausarbeite, wurde es für sie verständlicher, so dass sie mehr Empathie gegenüber diesen Rollen hatten, egal ob sie Taxifahrer oder Gewerkschaftssammler sind. Sie verstanden auf einmal das System hinter dem, was sie jeden Tag auf der Straße zu sehen gewohnt sind.

Was mir an dem Film auffiel, war, wie lebendig sich die Straßen anfühlten, wie laut und geschäftig. War das ein wichtiger Aspekt deiner Arbeit und was war dir bei diesem Film auf visueller und akustischer Ebene besonders wichtig?

Eines der Dinge, die mir auffielen, als ich in Ibadan war, was die Straßen angeht, ist der Lärm. Man hört die ganze Zeit Autos. Man hört Fahrer, die nach Fahrgästen rufen, Leute, die Waren verkaufen. Der Lärm umgibt einen die ganze Zeit. Es war mir also sehr wichtig, dieses Gefühl der Geräusche zu vermitteln.

Ich wollte Ibadan auch als eine schöne Stadt darstellen, denn für mich liegt Schönheit in den Augen des Betrachters. Paris ist schön, New York ist schön, aber für mich ist Ibadan auch auf eine andere Art schön. Ich wollte diese Schönheit zeigen. Um das zu tun, musste ich zur Poesie greifen. Deshalb habe ich dieses Gedicht von Patrick Chamoiseau verwendet, um die Stadt zu beschreiben. Für mich war das eine Möglichkeit, meine Gefühle über die Stadt in diesem Gedicht festzuhalten.

Ich habe also einfach verschiedene Aspekte der Stadt gefilmt, die mir vertraut waren, und sie mit dem Gedicht verbunden, um wirklich ein Gefühl dafür zu vermitteln, was ich fühlte, als ich das erste Mal nach Ibadan kam. Es gibt viele afro-brasilianische Häuser, die von ehemaligen Sklaven gebaut wurden, die Brasilien verließen, um im frühen 19. Jahrhundert nach Nigeria zurückzukehren, und diese Häuser sind heute wirklich schön. Ich wollte diese in meinem Film zeigen – und ich wollte auch all diese Aspekte des Lebens darstellen, die man nie sieht. Wenn man sich die Nachrichten anschaut, wenn man sich die Medien anschaut, die Darstellung von Nigeria und ganz allgemein von Afrika, dann sieht man, dass sie diese Städte nie auf diese Weise betrachten – sie konzentrieren sich nur auf die Armut, auf den Krieg, auf die Kriminalität. Ich wollte mich auf die Schönheit und auch die Würde der Menschen konzentrieren. Und das war immer mein Ansatz in diesem Film.

Dein Film fühlte sich auch ziemlich choreographiert an, in der Art, wie du die Menschen auf den Straßen mit Musik unterlegt zeigst. Wie bist du an den Einsatz der Musik herangegangen?

Die Musik wurde während des Schnitts hinzugefügt. Es ist also der Schnitt, der dafür sorgt, dass sich der Film wie ein Ballett anfühlt. Ich wollte Musik haben, die dazu passt, und zuerst wollte ich Fela Kuti nicht einsetzen, denn wenn man über Nigeria spricht, ist der erste Name, der einem einfällt, Fela Kuti. Ich wollte eine andere Art von Musik hinzufügen, also bat ich Freunde von mir, die Jazzer sind und in Paris leben, einen Song zu komponieren, der wie Jazz oder Afrobeat aus den 70er Jahren klingt.

Sie haben die Musik komponiert und ich habe die Musik nur so bearbeitet, dass sie zum Rhythmus passt, denn ich wollte, dass die Musik die Energie trägt, die da ist, wenn man auf der Straße ist.

Was mir vom ersten Moment an aufgefallen ist: Die Energie, die zu sehen ist, während die Gewerkschaftsarbeiter das Geld einsammeln, ist unglaublich. Sie springen von einem Auto zum anderen und riskieren ihr eigenes Leben, atmen verschmutzte Luft, riskieren, von Autos zerquetscht zu werden. Mit dem Schnitt und der Musik wollte ich die Anmut der Bemühungen einfangen, denn manchmal scheint es mühelos, wenn sie arbeiten. Es steckt eine Menge Freude hinter ihrer Arbeit, denn wenn man mit den Sammlern spricht, sagen sie einem, dass der Job schwierig ist. Es ist hart, es wird schlecht bezahlt und man muss viel Risiko eingehen. Aber am Ende des Tages bilden sie auch ein Band, eine Gruppe von Menschen, die wirklich wie Brüder sind. Ich wollte also die Anmut und die Schönheit dieser Arbeit zeigen, auch wenn sie extrem schwierig ist.

Das erste Mal hört man Musik, wenn die Geldeintreiber arbeiten, das zweite Mal, wenn der Taxifahrer arbeitet und das dritte Mal, wenn die Polizisten arbeiten – Geld von den Leuten eintreiben. Wir hören auch Musik in der Werkstatt, wenn jemand das Auto lackiert und andere repariert. Nur wenn die Leute arbeiten, setze ich Musik ein, um die Handlung der Arbeit zu begleiten.

Wie bist du zum Filmemachen gekommen?

Ich habe früher ein kleines Kino in einem Vorort von Paris betrieben. Ich war fünf Jahre lang der Programmchef und habe Filmfestivals organisiert. Ich schreibe auch selbst Gedichte. Deshalb gibt es auch Poesie in dem Film, denn das ist etwas, wofür ich empfänglich bin.

Es war nur ein natürlicher Schritt für mich, vom Zeigen zum Machen von Filmen überzugehen. Ich habe einfach einen Stift durch eine Kamera ersetzt, weil der Akt des Schaffens bereits in mir war. Früher habe ich Gedichte geschrieben, jetzt schreibe ich mit Bildern, und als Filmprogrammierer, der Festivals organisiert, war ich immer mit Bildern vertraut.

Könntest du dir vorstellen, auf diese Themen zurückzukommen? Es klingt, als hättest du am Anfang viele Ideen gehabt, was man in Ibadan filmen könnte.

Ich schneide gerade einen Spielfilm über den Studenten-Filmclub in Ibadan. Ich habe diesen Club an der Universität von Ibadan gegründet. Die Studenten kamen jeden Donnerstag zusammen, sahen sich Filme an und diskutierten über die Filme. Nach einem Jahr übernahmen die Studenten den Club, organisierten ihn und suchten Themen aus. Ich habe einfach angefangen, den Filmclub zu filmen, und ich habe eine Menge Material, das ich jetzt schneide. Mein nächster Film spielt also immer noch in Ibadan, aber jetzt geht es darum, dass die Studenten sich selbst organisieren, um einen Raum zu schaffen, in dem sie Filme sehen können, Lehrreiche Filme, politische Filme – und indem sie einen Raum schaffen, in dem sie einen politischen Austausch haben können. 

Ich will nicht unbedingt zurück zur Straße wie in „Trouble Sleep“, aber ich will zurück nach Ibadan und andere Themen erkunden. Ich arbeite gerade an diesem Film über den Filmclub, aber ich habe noch ein anderes Projekt über Bäume in der Stadt, in dem es um die Beziehung der Menschen zu alten Bäumen in der Stadt geht. Das ist also eine weitere Sache, an der ich arbeiten werde, wenn ich das nächste Mal nach Ibadan zurückkehre.

Es geht also nicht nur um die Straße, sondern ich möchte etwa vier oder fünf Filme über die Stadt machen, denn man kann hunderttausend Filme über verschiedene Themen in Ibadan machen. Ich will mich nicht auf ein Thema konzentrieren. Für mich ist die Stadt das Thema und ich möchte Variationen dieses Themas, Aspekte des Lebens in Ibadan, ansprechen.

Gibt es Orte, an denen man „Trouble Sleep“ jetzt oder in Zukunft sehen kann?

Derzeit streamt die französische Online-Plattform tënk „Trouble Sleep“ bis 12. Juni 2021.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Trouble Sleep


Interview: In our Zoom conversation with French filmmaker Alain Kassanda, we were able to learn more about his 40-minute documentary “Trouble Sleep“, which celebrated its German premiere at the 63rd DOK Leipzig. He talks about why the streets of Ibadan captivate him so much, what was important to him in portraying this facet of the city and how far music, poetry and editing choreograph the images.  

What are the origins of your very musical portrait of the city of Ibadan in Nigeria?

I used to live in Ibadan for four years, between 2015 and 2019. I went there with my wife – she is a researcher, an anthropologist. The house we rented was beautiful but the real estate agent didn’t tell us that the well of the house was dry. So every two or three weeks I had to call a company to bring us water with a tanker. From that developed the first idea to make a film about these people who provide water in the city. To have a geography of the absence of water. The project evolved and I decided to film people that make a living driving. I wanted to make a film with various characters, one person driving a taxi, another driving water, another driving a bike, another driving a wheelbarrow in marketplaces.

One day I met Fred the taxi driver in the marketplace and I decided to focus on taxis first. But as I started with him, I discovered something new to me. Driving a taxi in Ibadan is not the same as driving a taxi in Paris or Kinshasa. It’s a different style. It was a new world for me. The way the street functions was so overwhelming, so intense, that I couldn’t make a film with other characters. I decided to focus on Fred and focus on the streets. With that focus in taxis I also discovered the union money collectors and saw how they were operating on the road. Basically the subjects imposed themselves upon me. So, starting with meeting Fred, I decided to make a film not only about the taxi drivers, but more and more about the road itself. That’s how a lack of water in my house led me to make a film about the road.

How did you find the union money collector who also plays an important role in your film?

I was filming Fred and the union collectors were always right there, collecting money from the taxi drivers on the road. They just were around me when I was filming.

One day I approached them and asked them if I could film them and one of them agreed. That’s how I started to meet them, that’s why I started to hang out with them and then film them. This film is also a journey. It’s about my relationship with the people in it and it’s important to understand the type of proximity that I have been able to build with them. I met them where they were working and I just asked them if I could film them. That led to something that is close to friendship. Some of them are still my friends today because the film took close to one year to finish.

I also wasn’t filming all the time, sometimes I would come to a place and stay for two, three weeks without bringing my camera, just to get along with people and then explain what I wanted to do. And they knew me and saw me all the time. So when I bring the camera, it’s not a big deal. That’s how I’ve been able to make this film, because it would have been impossible to make such a film as a stranger coming in with the camera and starting to film. I had to engage in relationships to be trusted and to be able to film.

Were you always working alone, just you and your camera?

Yes, I do everything by myself, filming and the sound. For these types of subjects and with my approach, working with a crew wouldn’t be compatible. When you come to a marketplace, a busy place, you want to be able to to film without having people questioning you and just looking at you as you’re working. So I wanted to be as invisible as possible, but it’s impossible to be invisible when you’re somewhere with the camera. It’s not about being invisible, it’s about how to be accepted by people. By being just alone, it was easy for people to accept me compared to a crew of people. I was, of course, noticed by everybody – but because of the fact that I was there alone and I was there every day without the camera and sometimes with the camera, that made it easier for me to be accepted by people and then to build a relationship with them that allowed me to make this film.

When someone allows me to film him or her, it’s a gift that they give to me. So I have a responsibility towards the person to depict them in the most honest way. One of the things I did was to show this film to the people in the film first. I was filming and editing at the same time. And when I finished editing, the first people to watch the film were those that I filmed, to make sure that they were OK with their depiction. After that I could go to festivals and try to bring it to a broader audience.

 How did those portrayed in the film react to the film?

Actually they were really very happy about their depiction because there are few films with that kind of lens, focusing on the daily routine, the daily life of working people. So they were really happy to see them depicted in a positive light.

The student movie club of the university screened my film in Ibadan in November and I got amazing reactions from students who know these roles shown in the film every day because they see them – but at some point they became blind to them. Watching my film enabled them to understand something that they were familiar with, but at the same time not perceiving. The film brought that perception back to them and in the way that I elaborate the different layers of story, it made it more understandable to them so that they had more empathy towards these roles, whether they are taxi drivers or union collectors. They understood all of sudden the system behind just what they are used to seeing on the road every day.

What struck me about the film was how alive the streets felt, how noisy and busy. Was that an important aspect of your work and what was especially important to you on a visual and audio level with this film?

One of the things that struck me when I was in Ibadan regarding the streets is the sound. You hear cars all the time. You hear drivers calling for passengers, people selling wares … the noise surrounds you all the time. So it was really important to me to have this feeling of the sounds.

I also wanted to depict Ibadan as a beautiful city, because to me, beauty lies in the eyes of the beholder. Paris is beautiful, New York is beautiful, but to me Ibadan is also beautiful in another way. I wanted to show that beauty. To do that, I had to go to poetry. So that’s why I used this poem by Patrick Chamoiseau while depicting the city. To me, that was a way of capturing my feelings about the city in this poem.

So I just filmed different aspects of the city that I was familiar with and I matched them with the poem to really give a sense of what I felt the first time I went to Ibadan. You have a lot of Afro-Brazilian houses built by former slaves that left Brazil to come back to Nigeria in the early 19th century and these houses are really beautiful now. I wanted to show those in my film – and I also wanted to depict all of these aspects of life that one never sees. When you look at the news, when you look at the media, the depiction of Nigeria and more generally of Africa, then you can see that they never look at these cities in that way – they only focus on poverty, on war, on crime. I wanted to focus on the beauty and also the dignity of the people. And that’s what was always my approach in this film.

Your film also felt quite choreographed in the way that you show people on the streets set to music. How did you approach your use of music?

The music was added during the edit. So it is the editing that made it feel like it’s a ballett. I wanted to have music that matched and at first I didn’t want Fela Kuti, because when you talk about Nigeria, the first name that comes to mind is Fela Kuti. I wanted to add another kind of music, so I asked friends of mine who are jazzmen and who are based in Paris to compose a song that sounds like jazz or afrobeat from the 70s.

They composed the music and I just edited the music to match the rhythm because I wanted the music to carry the energy that is there while you are on the streets.

What struck me from the first moment is that the energy that is on display while the union workers collect the money is incredible. Jumping from one car to another and risking their own lives, breathing polluted air, risking to be crushed by cars. With the edit and the music I wanted to capture the grace of the efforts, because sometimes when they work, it seems effortless. There’s a lot of joy behind their work, because when you talk to the collectors they tell you that the job is difficult. It’s hard, it pays little and you have to take a lot of risk. However, at the end of the day, they also form a bond, a group of people that are really like brothers. So I wanted to show the grace and the beauty of that work, even if it’s extremely difficult.

The first time you hear music, it’s when the collectors are working, the second time is when the taxi driver is working and the third time is when the policemen are working – collecting money out of people. We also hear music in the workshop where someone is painting the car and fixing others. It’s only when people are working that I use music to go with the action of work.

How did you come to filmmaking?

I used to run a small movie theater in a suburb of Paris. I used to be the head programmer for five years and I organized film festivals. I also write poetry myself. So that’s why there is poetry in the film, because it’s something that I’m sensitive to.

It was just a natural step for me to move from showing films to making them. I just replaced a pen with a camera because the act of creating was already inside me. I used to write poems, now I write with images and I was always familiar with images as a film programmer organizing festivals.

Could you imagine returning to this topic? It sounds like in the beginning you had a lot of ideas about what to film in Ibadan.

I’m currently editing a feature film about a student movie film club in Ibadan. I started that club at the University of Ibadan. Students would gather every Thursday, watch films and have a discussion about the films. After a year the students took over the club, organizing it, calling for topics. I just started filming the movie club and I have a lot of footage that I’m editing now. So my next film is still set in Ibadan, but now focused on students organizing themselves to create a space where they can watch films, educational films, political films – and where they create a space where they can have a political exchange. 

I don’t necessarily want to go back to the road as in “Trouble Sleep“, but I want to go back to Ibadan and explore other topics. I’m now working on this film about the movie club, but I have another project about trees in the city, addressing the relationship that people have with old trees within the city. So that’s another thing I will start working on the next time I go back to Ibadan.

So it’s not just the road, but I want to make like four or five films about the city, because you can make hundred thousand films about different topics in Ibadan. I don’t want to focus on one topic. To me the city is the topic and I want to address variations of this topic, aspects of life in Ibadan.

Are there any places where you can watch “Trouble Sleep“now or in the future?

Currently the French online plattform tënk is streaming “Trouble Sleep” until the end of June.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “Trouble Sleep

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