„Trouble Sleep“ (2020)

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Kurzfilm / Frankreich, Nigeria / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Der 40-minütige Dokumentarfilm „Trouble Sleep“ von Alain Kassanda, der auf dem 63. DOK Leipzig seine Deutschlandpremiere feierte, erzählt von dem pulsierenden Leben auf den Straßen einer der größten Städte Nigerias und verbindet darin Alltagsaufnahmen mit Musik und Poesie.

In der 3,3 Millionen Einwohner starken Stadt Ibadan in Nigeria spielt sich viel vom Leben auf den vollen Straßen ab. Die Stadt pulsiert und in ihrem Rhythmus gehen die Menschen ihrer Arbeit nach. Dort arbeitet auch Fred als Taxifahrer und kämpft sich täglich durch den chaotischen Verkehr. Akin arbeitet dagegen für staatliche Gewerkschaft, welche die Gebühren zur Straßennutzung von den Taxifahrern einholt. So ist auch er immer unterwegs und sammelt das Geld ein. 

Der Filmemacher Alain Kassanda ging für vier Jahre nach Nigeria, um dort zu leben und zu arbeiten. Er gründete vor Ort auch einen Filmclub und war fasziniert von dem pulsierenden Leben der Stadt. Stets sind viele Menschen auf den Straßen unterwegs, ob nun im Auto oder zu Fuß. Diesem bunten Treiben widmet er sich in seiner 40-minütigen Dokumentation und erkennt darin versteckt Choreographien und Rhythmus. So erzählt er nicht nur die Geschichte der beiden Männer, ihrer Arbeit und wie sie dazu gekommen sind. Ihr Leben fängt er mit Alltagsbeobachtungen gelungen ein und wohnt auch privaten Gesprächen bei, so dass man einen Einblick in ihren Alltag bekommt. Aber er erzählt auch vom Rhythmus der Stadt und auf den Straßen. Unterlegt hat er dies mit poetischen Zeilen des französischen Dichters Patrick Chamoiseau und vor allem mit Musik. Der Komponist Florent Dupuit schuf für diesen Film jazzige Songs, einer lieferte auch den Namen des Films, welche die Stimmung und die Atmosphäre aufgreifen. So gelang dem Filmemacher Kassanda, der auch nach Ibadan zurückkehren will, um dort weiter Filme zu drehen, ein Portrait einer Stadt, was leichtfüßig ist und begeistert mit der richtigen Mischung aus Musik, Poesie und dokumentarischen Filmaufnahmen. 

Fazit: Der Regisseur Alain Kassanda hält in seinem 40-minütigen Dokumentarfilm „Trouble Sleep“ das Leben einer Großstadt mit viel Verkehr, Trubel und emsigen Menschen fest. Dabei zeigt er die Poesie und die innewohnenden Choreographien des Stadtlebens und schafft es mit der stimmigen Filmaufnahmen und einem überaus gelungenen Musikeinsatz die Schnelllebigkeit und die Schönheit der Stadt Ibadan einzufangen.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Trouble Sleep“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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