„Little Fires everywhere“ (Staffel 1, 2020)

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Serienkritik: Das Buch „Kleine Feuer überall“ von Celeste Ng hat sich 2017 über 48 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times gehalten und wurde nun als achtteilige Serie „Little Fires everywhere“ umgesetzt. Reese Witherspoon spielt dabei eine tragende Rolle vor und hinter der Kamera.

Elena (Reese Witherspoon) scheint in ihrer Stadt Shaker Heights alles unter Kontrolle zu haben. Auch in der Familie mit ihrem Vorzeige-Ehemann Bill (Joshua Jackson) scheint alles perfekt zu laufen, auch wenn eins der vier Kinder – Izzy (Megan Stott) – immer wieder aus der Reihe tanzt. Als Mia (Kerry Washington) und ihre Tochter Pearl (Lexi Underwood) in die Stadt ziehen, kommt neuer Wind in die geregelten Abläufe. Nicht nur Elenas Sohn Moody (Gavin Lewis) verliebt sich in das neue Mädchen, sondern auch Mia wird Teil der Familie, indem sie von Elena eingestellt wird. Doch erst die Geburtstagsfeier eines einjährigen, adoptierten Mädchens in der Nachbarschaft bringt das Fass zum Überlaufen. 

Jade Pettyjohn, Reese Witherspoon und Jordan Elsass

Am Anfang der acht Folgen der Miniserie steht ein Brand, dessen Ursache das eigentliche Motiv ist, weswegen man in Rückblicken die letzten Monate ergründet. Doch bald steht dies nicht mehr im Vordergrund der Serie aus der Hand von Liz Tigelaar. Mehr und mehr ergründet die Serie auf dramatische Weise familiäre Dynamiken, wie Kunst heilsam oder aufrüttelnd sein kann und wie sich Vorurteile und Ressentiments in den Köpfen festgesetzt haben. Dabei beschäftigt sich die Serie, wie auch das Buch, nicht nur mit den beiden weiblichen Hauptfiguren, sondern auch mit den einzelnen Kindern, welche alle auf ihre Weise etwas bewältigen müssen.

Megan Stott

Dabei bleibt die Geschichte nah an der Realität und schafft Situationen, die einem vertraut (vor allem für amerikanische ZuschauerInnen) vorkommen können. Nur auf sentimentaler Ebene verfällt die Serie ab und zu in Pathos. In diesen Szenen wird der ganze Schmerz offengelegt, werden die Gesichter verzogen und die Musik schwillt an. Hier hätte man eher mit leisen Zwischentönen arbeiten können. Doch ansonsten ist die Inszenierung stimmig und die Wahl der DarstellerInnen hervorragend. Vor allem die JungdarstellerInnen tragen viel zum Funktionieren der Buchadaption bei, so dass man gerne bis zum Ende das Schicksal aller ProtagonistInnen verfolgt.

Lexi Underwood und Gavin Lewis

Fazit: Die Serienumsetzung „Little Fires everywhere” des gleichnamigen Romans von Celeste Ng konstruiert in acht Folgen einen Kosmos, der schnell durch einen genaueren Blick in sich zusammenfällt. Dabei wird das Augenmerk auf falsch gelebte Konventionen, familiäre Strukturen sowie deren innewohnende Ressentiments geworfen und trifft dabei ins Mark der Zeit. Die guten DarstellerInnen können die Geschichte dann auch mit Spannung zu Ende tragen, auch wenn die Inszenierung manchmal zu sehr ins Dramatische abgleitet. Doch trotz etwas zu viel Pathos kann die Serie gut unterhalten und lädt dazu ein, die Vorlage für sich zu entdecken. 

Bewertung: 3/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Little Fires everywhere“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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