Neun Fragen an Benjamin Roberds

Letzte Artikel von Doreen Kaltenecker (Alle anzeigen)

Interview: Im Gespräch mit dem US-amerikanischen Regisseur Benjamin Roberds konnten wir mehr über seinen Pflanzen-Horror-Kurzfilm „Your Houseplants Are Screaming“, der auf dem 28. Slamdance Film Festival lief, erfahren, wie eng er mit seiner Produzentin Katie Gregg zusammenarbeit und was notwendig war, um die Welt des Films zu erschaffen.

The original english language interview is also available.

Erzähl mir mehr zur Ausgangsidee für Deinen Film – leiden die Pflanzen bei Dir zu Hause sehr?

Ich hoffe wirklich, dass die Zimmerpflanzen in meiner Wohnung nicht darunter leiden. Sie waren eigentlich die erste Inspiration. Ich wachte eines Morgens in den ersten Tagen der Pandemie auf, schaute auf ein paar Zimmerpflanzen im Regal und dachte: „Es wäre scheiße, sie zu sein.“

In welchem Rahmen – zeitlich, Teamgröße und budgettechnisch – ist Dein Film entstanden?

Es wurde von meiner Produzentin, Katie Gregg, und mir im Laufe eines Jahres hergestellt. Das Budget beschränkte sich auf die Kosten für Farbe, Latex und Dosen mit ‚tollen Sachen‘ (über die wir nicht Buch geführt haben).

Erzähl mir mehr von der Machart – wie habt ihr euren umgesetzt?

Die Stop-Animation war ein langer Prozess, bei dem Katie das Monster und ich die Lichter animierte. Die Aufnahmen von mir vor dem Greenscreen waren zwei vierundzwanzigstündige Perioden, in denen Katie das SFX-Make-Up auftrug und ich mich stundenlang unbequem durch eine Schicht Latex quetschte.

Das Worldbuilding ist besonders spannend – was lag euch dabei am Herzen?

Mir ging es vor allem darum, eine absurde Welt zu schaffen, in der die Rollen von Mensch und Pflanze vertauscht sind. Das Haus der Pflanze besteht nicht aus Holz oder Stämmen, sondern aus Gedärmen und Knochen.

Worauf kam es euch im Allgemeinen im visuellen Bereich an? 

 Ich wollte die Illusion eines Zeitraffers schaffen, in dem viel Zeit vergeht. Die beiden drastisch unterschiedlichen Beleuchtungseinstellungen trugen dazu bei, dies zu vermitteln, während die roten und blauen Farben dazu beitrugen, die Charaktere zusammen zu setzen, indem sie mit dem Licht vor der grünen Leinwand übereinstimmten.

Gibt es Vorbilder auf die ihr referenziert?

Am Anfang war die Idee so abstrakt, dass es schwierig war, viele Referenzen zu finden. Als ich mir den Raum vorstellte, wusste ich, dass Katie in der Vergangenheit blutige und groteske Texturen geschaffen hatte, also begannen wir dort. Das Pflanzenmonster war ein Prozess des Ausprobierens, bei dem wir es mehrmals zusammensetzten und wieder auseinander nahmen, bis wir das Gefühl hatten, dass es eine gute Balance zwischen Persönlichkeit und menschlichen Zügen hatte.

Kannst Du mir zum Schluss noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film, speziell zum Genrefilm, gekommen bist?

Mit Anfang 20 habe ich einen Zombiefilm in Spielfilmlänge gedreht, „A Plague So Pleasant“. Das war sozusagen meine Filmschule und brachte mich für einige Jahre zu Musikvideos, wo ich meinen Filmstil weiter verfeinerte.

Du und Katie Gregg, deine Produzentin, haben zusammen Dominar Films gegründet. Erzähl mir bitte mehr zu euer Zusammenarbeit und wofür Dominar Films steht?

Dominar war eigentlich ein Hausbauunternehmen, das mein Vater in den 1970er Jahren gegründet hatte. Das Unternehmen war inaktiv, aber ich mochte den Namen und er erlaubte mir, ihn 2015 weiterzuführen. Mein Vater ist 2020 verstorben, daher finde ich, dass Dominar ein starker Name ist, der sowohl sein Erbe als auch seinen guten Geist aufrechterhält. Katie war bei einem meiner ersten Musikvideodrehs dabei und wurde sofort die treibende Kraft von Dominar. Wir nennen sie Produzentin, aber in Wirklichkeit kann sie alles auf einmal machen (Art, SFX, Schnitt, ADing, etc.).

Sind bereits neue Projekte geplant?

Ich habe während der Pandemie sehr viel geschrieben. Es ist also hoffentlich ein weiterer Spielfilm am Horizont zu sehen.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Your Houseplants Are Screaming


Interview: In a conversation with U.S. director Benjamin Roberds, we were able to learn more about his plant horror short film “Your Houseplants Are Screaming,” which screened at the 28th Slamdance Film Festival, how closely he worked with his producer Katie Gregg, and what it took to create the film’s world.

Tell me more about the initial idea for your film – do the plants suffer a lot in your home? 

I really hope the houseplants in my home don’t suffer. They were actually the initial inspiration. I woke up one morning in the early days of the pandemic, looked up at some houseplants on the shelf and thought, ‘It would suck to be them’.

In what context – time, team size and budget-wise – was your film made?

It was made by just my producer, Katie Gregg and I over the course of a year. The budget was limited to however much paint, latex and cans of ‘great stuff’ cost (which we didn’t keep track of).

Tell me more about the making – how did you realize the film?

The stop animation was a long process where Katie animated the monster and I animated the lights. The shots of me in front of the green screen were two twenty four hour periods where Katie applied SFX makeup and I uncomfortably squeezed through a layer of latex for hours at a time.

Worldbuilding is particularly exciting – what were you focused on in the process?

I was mainly focused on creating an absurd world where the roles of human and plant are inverted. Instead of the plant’s house being made out of wood or logs, it’s made of intestines and bone.

What was important to you in general in terms of visuals? 

I wanted to create the illusion of a timelapse depicting lots of time passing. The two drastically different lighting setups helped communicate this while the red and blue colors helped composite the characters in by matching the light in front of the green screen.

Are there any examples that you reference?

It started off as such an abstract idea that it was hard to find many references. Envisioning the room, I knew Katie had created gory and grotesque textures in the past so we started there. The plant monster was a process of trial and error assembling and disassembling him several times until we felt he had a good balance of personality with no human features.

Finally, can you tell me a bit more about yourself and how you got into film, specifically genre film?

I made a feature length Zombie film in my early 20’s, “A Plague So Pleasant”. That kind of acted as my film school and got me into Music Videos for several years where I continued to zero in on my filming style.

You and Katie Gregg, your producer, founded Dominar Films together. Please tell me more about your collaboration and what Dominar Films stands for?

Dominar was actually a house building company that my father started in the 1970’s. The company was inactive but I liked the name and he allowed me to run with it around 2015. My father passed in 2020, so I feel that Dominar is a strong name that upholds both his legacy and kind spirit. Katie hopped on one of my early music video shoots and immediately became the driving force of Dominar. We call her a Producer but really she can do everything all at once (Art, SFX, Editing, ADing, etc.)

Are there already new projects planned?

I’ve done a great deal of writing throughout the pandemic. So hopefully there’s another feature film on the horizon.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “Your Houseplants Are Screaming

Kommentar verfassen