„Mythic Quest: Raven’s Banquet“ (Staffel 1, 2020)

Serienkritik: Die Apple TV+-Serie „Mythic Quest: Raven’s Banquet“ erzählt in zehn Folgen aus dem turbulenten Miteinander in einer Spieleschmiede mit vielen schrägen Charakteren, Übertreibungen und skurrilen Einfällen.

Ein Spielestudio samt seinem Chef-Entwickler Ian (Rob McElhenney) steht, nachdem ihr Spiel Mythic Quest – ein Multiplayer-Online-Rollenspiel – veröffentlicht wurde, vor der Herausforderung ein Add-On mit dem Namen „Raven’s Banquet“ zu schaffen. Dafür zieht sich Ian immer wieder in seine Denkerhöhle zurück, während Produzent David (David Hornsby) und Finanzchef Brad (Danny Pudi) versuchen, es finanziell gestemmt zu bekommen und sich Poppy (Charlotte Nicdao), als Anführerin der Programmierer krampfhaft darum bemüht, mehr Anerkennung für ihre Ideen und Arbeit zu bekommen.

Charlotte Nicdao und Rob McElhenney

In zehn Folgen á 30 Minuten bekommen wir Einblicke in eine Spieleentwicklerstube, welche bevölkert ist von seltsamen und meist egomanen Figuren. Hier wird mehr um Anerkennung, als um berufliche Weiterentwicklung gekämpft. Oft spielt das Persönliche in die Arbeit mit hinein, obwohl die meisten Figuren doch irgendwie vor allem für die Arbeit leben. So bewegt man sich kaum außerhalb dieser Büros und bekommt jedes noch so kleine Scharmützel oder Intrigenspiel mit. Die Analogien zu bekannten Spielen sind dabei gut eingebaut. Auch wenn sich der ein oder anderer Gamer wohl bei manchen Details an den Kopf fassen wird, denn wie es so üblich ist, wird das Thema vereinfacht. Dass die Serie trotz einer Vielzahl eher unsympathischen Figuren funktioniert, liegt zum einen an den sympathischen Randfiguren wie den beiden Spieletesterinnen, gespielt von Ashly Burch und Imani Hakim, und andererseits an der eingebundenen Nebengeschichte über ein Paar (grandios Jake Johnson und Cristin Milioti), das vorher in diesen Räumen seine Träume verfolgte. Die beiden nachträglichen Episoden, die Corona sehr nahbar in die Geschichte einbauen und dann mit einer verspielten Folge mit dem Gedanken Licht am Ende des Dunkels spendet, dass wir bald alle wieder zusammen sein können, runden die Serie ab, so dass man doch verlockt ist, die Figuren noch eine zweite Staffel zu begleiten.

Jake Johnson und Cristin Milioti

Fazit: „Mythic Quest: Ravens Banquet“ ist eine schräge Serie über einen Haufen weniger sympathischer, egomaner Menschen, die ein Online-Spiel entwickeln. Der Humor baut die seltsamen Charaktere auf und so verliert die Serie ab und zu ihren Schwung, findet aber durch die ein oder andere Nebenhandlung und sympathische Randfiguren wieder den richtigen Ton, so dass man trotz Schwächen die Serie nicht abbrechen mag.

Bewertung: 3/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Mythic Quest: Raven’s Banquet“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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