„The Beast“ (2023)

Doreen Kaltenecker

Kurzfilm / Frankreich / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der französische Kurzfilm „The Beast“ (OT: „La Bête“) von Joris Laquittant, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, ist eine düstere Coming-of-Age-Geschichte, welche sich aus eigenen Erinnerungen, aber auch Genre-Elementen speist.

Der junge Nono (Lysandre Robic) fährt im Sommer zu seinen Großeltern (Michel Masiero und Marie Berto). Zu seiner Mannwerdung gehört, wie auch für seinen Cousin Benjamin (Igor Van Dessel), dass er an der traditionellen Wildschweinjagd teilnimmt. Doch man sagt sich auch, dass in den Maisfeldern eine monströse Bestie lauert, der man sich eines Tages stellen muss.  

Igor van Dessel und Lysandre Robic

Joris Laquittant, der vorrangig als Schnittmeister („Gold for Dogs“ (2020), „We Are Zombies“ (2023), „Wake Up“ (2023)) arbeitet, schuf hier nach seinem eigenen Drehbuch einen 23-minütigen Kurzfilm, der von eigenen Kindheitserinnerungen lebt. Er schafft es, die Zeit des Kindseins während des Aufenthalts bei den Großeltern, die warmen Sommer in ungewohnter Umgebung, gekonnt mit mysteriösen Genre-Elementen zu vereinen. Bis zum Ende bleiben Teile des Films ebenso geheimnisvoll, wie sich auch für Kinder nicht alles der Erwachsenenwelt sofort erschließt. Die Inszenierung ist dabei sehr dicht und wird konsequent aus Sicht des Jungen erzählt. Die Effekte sind sehr gut gemacht und das unterschwellige Bedrohungspotential der Geschichte packt einen sofort. Dazu trägt das gelungene Spiel aller Darsteller:innen, insbesondere des Jungdarstellers Lysandre Robic, bei. 

Fazit: „The Beast“ ist ein Kurzfilm von Joris Laquittant, der eine düstere Coming-of-Age-Geschichte aus einem klassischen Sommerbesuch bei den Großeltern auf dem Land entspinnt. Es geht um Männlichkeit, geheime Ritten, Mut und Erwachsenwerden und all das wurde in ein unheimliches Genre-Gewand verpackt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „The Beast“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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