- Kinostarts 23.04.2026 - 22. April 2026
- Neun Fragen an Joscha Bongard - 20. April 2026
- „Babystar“ (2025) - 20. April 2026
Interview: Im Gespräch mit dem amerikanischen Filmemacher Gregg Bishop konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Howl at the Dead“ erfahren, der auf dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 im ‚Shock Block‘-Programm lief, wie es zu der Entstehung kam, wie es war, mit vielen Tieren zu arbeiten und welche Ästhetik ihm bei der Realisierung vorschwebte.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu dem Film entstanden?
Die Idee zu „Howl at the Dead“ stammt von meinen eigenen Haustieren, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich war überzeugt, dass sie einen sechsten Sinn hatten! Meine Hunde bellten immer an Türen. Meine Katzen starrten ständig die Wände an. Also habe ich diese universelle Idee, dass jeder glaubt, seine Haustiere könnten Geister sehen, aufgegriffen und eine Spukhausgeschichte aus der Sicht des Hundes geschrieben. Als vor kurzem ein Spielfilm, bei dem ich Regie führen wollte, in letzter Minute abgesagt wurde, lieh ich mir eine Filmausrüstung, versammelte ein paar Freunde und beschloss, stattdessen diesen kurzen Konzeptfilm zu drehen.
Was lag Dir visuell am Herzen?
Wir wollten, dass der Film eine gruselige, aber klassische Spukhausfilm-Ästhetik hat. Das Schöne an Filmen des Horrorgenres ist, dass sie auf viszerale filmische Mittel angewiesen sind. Und da die Tiere die einzigen waren, die die Geister sehen konnten, war es wichtig, dass wir die Geister nur durch die Augen des Hundes sahen.
Wie war es, mit den Haustieren zu arbeiten?
In der Filmschule wurden wir davor gewarnt, mit Kindern oder Tieren zu arbeiten, aber der Trick ist, mit den richtigen Kindern und den richtigen Tieren zu arbeiten. Meine Freundin Laura Nativo war die Hundetrainerin und Besitzerin von DJ, unserem Superstar-Hund. Sie hat mir beigebracht, dass es so etwas wie ‚Tierschauspielerei‘ nicht gibt. Tiere können nicht ‚ängstlich‘ oder ‚glücklich‘ spielen, sie sind entweder ‚tatsächlich ängstlich‘ oder ‚tatsächlich glücklich‘. Aber wir konnten nicht einfach drei Szenen hintereinander filmen, in denen der Hund Angst hat, er hätte einfach abgeschaltet. Also mussten wir die Tage so einteilen, dass sie davon abhängen, welche Emotionen wir von dem Hund haben wollten. Bei einer normalen Filmproduktion richtet man sich nach den Drehorten oder der Verfügbarkeit der Schauspieler, aber bei diesem Film ging es um die Emotionen des Hundes, denn ich wusste, wenn wir die Leistung des Hundes nicht hätten, gäbe es keinen Film.
Kannst Du mir noch kurz erzählen, wie Du selbst zum Film gekommen bist?
Ich bin in einer Kleinstadt in Georgia aufgewachsen, wo ich ein verängstigtes Kind war, das sich vor allem fürchtete. Ich habe mich schon in jungen Jahren in Horrorfilme verliebt, weil es ein sicherer Ort war, um Angst zu erleben und sich mit diesem Gefühl auseinanderzusetzen. Als ich sieben Jahre alt war, fand ich auf dem Dachboden die Super-8-mm-Filmkamera meines Vaters und fing einfach an, Horrorfilme zu drehen, um meine Schwester zu erschrecken. Daraus entwickelte sich diese irrationale Leidenschaft für das Filmemachen und der Wunsch, Filme zu machen, die andere Menschen zu Tode erschrecken.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ja! Ich schreibe gerade an der Spielfilmversion von „Howl at the Dead“ und soll bei einem neuen Horrorfilm von den Autoren des letzten „Hellraiser“ Regie führen und ihn produzieren.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Howl at the Dead“
Interview: In our conversation with American filmmaker Gregg Bishop, we learned more about his short film „Howl at the Dead„, which screened in the ‚Shock Block‘ program at the 24th Landshut Short Film Festival 2024, how it came to be made, what it was like to work with many animals and what aesthetics he had in mind when making it.
How did the idea for the movie come about?
I got the idea for „Howl at the Dead“ from my own pets I grew up with. I was convinced they had a sixth sense! My dogs were always barking at doorways. My cats were constantly staring at walls. So I took this universal idea that everyone thinks their pets can see ghosts and created a haunted house story from the dog’s point of view. When I recently had a feature I was going to direct fall through at the last minute, I borrowed some film equipment, gathered up some friends and decided to make this short proof-of-concept film instead.
What was visually important to you?
We wanted the movie to have a scary, yet classic haunted house film aesthetic. The fun of making films in the horror genre is they depend on visceral cinematic devices. And since the animals were the only ones that could see the spirits, it was important that we only saw the ghosts through the dog’s eyes.
What was it like working with the pets?
They warned us in film school not to work with kids or animals, but the trick is to just work with the right kids and right animals. My friend Laura Nativo was the dog trainer and owner of DJ, our super star dog. She taught me that there is no such thing as „animal acting“. Animals can’t „act scared“ or „act happy“, they’re either „actually scared“ or „actually happy“. But we couldn’t just film three scenes back to back of the dog being scared, he would’ve just shut down. So we had to schedule the days depending on what emotions we wanted from the dog. The typical way you schedule a normal film production is around locations or actor availability, but this movie was scheduled around the emotions of the dog, because I knew if we didn’t have the dog’s performance, we wouldn’t have a film.
Can you briefly tell me how you came to filmmaking yourself?
I grew up in a small town in Georgia where I was a scared kid who was afraid of everything. I fell in love with horror movies at a young age because it was a safe place to experience fear and deal with that emotion. Then at 7 years old, I found my dad’s Super 8mm film camera in the attic and just started making horror films to scare the crap out of my sister. From that, I developed this irrational passion for filmmaking and a desire to make movies that scare the crap out of other people.
Are there any new projects planned?
Yes! I am currently writing the feature version of „Howl at the Dead“ and I’m attached to direct and produce a new horror movie from the writers of the latest „Hellraiser“.
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „Howl at the Dead„



