„Ich – Einfach unverbesserlich 4“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Im Jahr 2010 schuf Illumination den Film „Ich – Einfach unverbesserlich“, der die Minions bekannt machte und führte sie seitdem zu einer festen Größe im Kinderfilmgeschäft. Zwei Fortsetzungen und ein separater Film über die Minions folgten und wärmten zum Teil bekannte Rezepturen wieder auf. Jetzt startete der vierte Teil – „Ich – Einfach unverbesserlich 4“ (OT: „Despicable Me 4“, USA, 2024) – in den Kinos, der sich auf viele einzelne erzählerische Vignetten konzentriert, die aber nur für eine bestimmte Zielgruppe noch funktionieren.

Maxime Le Mal, Grus alter Klassenkamerad und Erzfeind, enttarnt dessen Geheimidentität und bedroht seine Familie, denn Gru hat sich schon lange gegen das Böse entschieden, indem er sich der Anti-Verbrecher-Liga (AVL) angeschlossen hat. Deshalb muss nun die Familie samt eines neuen Babys ins Zeugenschutzprogramm. Die neuen Identitäten stellen sie dabei vor viele Herausforderungen, da auch die meisten Minions zurückbleiben mussten. Als Gru dann auch noch vom Nachbarskind enttarnt wird und von ihm zu einer Mission gezwungen wird, scheint alles nur noch schwieriger zu werden. Währenddessen arbeitet der Chef der AVL an der Bekämpfung von Maxime. Dafür verwandelt er fünf Minions in Superminions.

Als vor 14 Jahren Gru und die Minions das Licht der Welt erblickten, lösten sie zurecht einen Hype aus. Die Figuren waren liebenswürdig und lebten trotzdem ihren amüsanten Schabernack aus. So schloss man sie ins Herz und jeder weiß heutzutage, wer die Minions sind. Der zweite und dritte Teil gossen das Prinzip erfolgreich wieder auf. Der Film „Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss“, der 2022 in den Kinos lief, verlagerte den Blick zu Recht auf die kleinen gelben Wesen und ihre Vorgeschichte. Nun kam der vierte Teil in die Kinos. Dieser wurde von Ken Daurio und Mike White geschrieben und Chris Renaud inszeniert. Sie erzählen ihre Geschichte anhand mehrerer kleiner Vignetten. Nur lose wirken die einzelnen Episoden miteinander verbunden, es wird wild in den einzelnen Handlungssträngen hin und her gesprungen und auch die Tonalität und die Art des Humors ändern sich dadurch von Szene zu Szene. Das holt erwachsene Zuschauer:innen nicht ab und lässt sogar ein Gefühl von Langeweile aufkommen. Doch Kinder werden sich hier vermutlich köstlich amüsieren, da bei ihnen der Humor, die Minions und der süße Honigdachs im Vordergrund stehen und nicht die narrative Struktur oder die Sinnhaftigkeit all dessen. Was der Film aber auch bei den kleinen Zuschauer:innen nicht schaffen wird, ist im Gedächtnis zu bleiben oder sie in irgendeiner Form auch emotional abzuholen. Da hilft es leider auch nicht, dass Gru dieses Mal nicht mit seinen bekannten Minions unterwegs ist und so das Publikum keine Bindung hat. Umgesetzt ist der Film natürlich in seinem klassischen Look, bei dem niemand älter wird und die Proportionen alle ein wenig verschoben sind. Hinzu kommt auch hier wieder eine prominente Besetzung der Synchronsprecher – im Original u.a. mit Steve Carell („Foxcatcher“ (2014)), Kristen Wiig („Brautalarm“ (2011)), Joey King („The Kissing Booth“ (2018)), Sofía Vergara („Miss Bodyguard“ (2015)) und Will Ferrell („Anchorman“ (2004)).

Fazit: „Ich – Einfach unverbesserlich“ von Chris Renaud ist die Fortsetzung der 2010 begonnenen Reihe und hat leider für ein erwachsenes Publikum viel von seinem Charme verloren. Doch für Kinder ist der erratisch erzählte Film ein großer Spaß, so dass er sich jetzt ganz auf diese Zielgruppe konzentriert und so bestimmt auch noch eine weitere Fortsetzung erhalten wird.

Bewertung: 5/10

Kinostart war am 11. Juli 2024

Streaming: Bisher nur Kauf- oder Leihoptionen u.a. bei Amazon Prime, ??? und ?

Trailer zum Film „Ich – Einfach unverbesserlich 4“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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