„Stadtmuseum“ (2024)

Michael Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2024

Filmkritik: Wer gestaltet Städte und wer sollte Städte gestalten? Diese Frage stellt der Essayfilm „Stadtmuseum / Мой рай“ (übersetzt „Mein Paradies“). Dabei bringt Regisseur Boris Dewjatkin seine eigenen Erfahrungen in Berlin ein und arbeitet mit assoziativen Bildern. Der Film feierte im Rahmen der ‚Berlinale Shorts‘ seine Weltpremiere bei der 74. Berlinale 2024, was den Regisseur sichtlich freute.

In seinem Essay zeichnet Boris Dewjatkin ein autobiographisches Porträt von Berlin als eine Stadt in der verschiedene Gestaltungsansprüche aufeinandertreffen. Dewjatkin versteht sich als Teil der Stadtbevölkerung, die in ihren auch ganz unterschiedlichen Vorstellungen der Gestaltung ihrer eigenen Stadt in Konflikt mit den engen Ordnungsansprüchen des Staates kommt. Dabei setzt der Filmemacher Aufnahmen in Heimvideoqualität und die Verfremdung der eigenen Stimme ein und schafft so ein unstrukturiertes und persönliches Bild der Stadt, dass insbesondere Berlin aber wohl allen Orten an denen viele Menschen auf wenig Raum zusammenleben gerecht wird.

Obwohl der Film ein autobiographisches Berlin zeigt, ist so seine Auseinandersetzung mit Stadtgestaltung und wer genau diese Rolle einnehmen darf und sollte ein Beitrag zur Betrachtung von jeglichen urbanen Raum und seiner Vielschichtigkeit und Geschichte. Letztlich auch ein Plädoyer für die Stadtbevölkerung und ihre chaotische, anarchistische, widersprüchliche und nicht zu ordnende Gestaltung der Stadt.

Trailer zum Kurzfilm „Stadtmuseum“:

geschrieben von Michael Kaltenecker

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