- Sechs Fragen an Stéphanie Lansaque und François Leroy - 4. Mai 2026
- „Sisowath Quay“ (2026) - 4. Mai 2026
- Jetzt online! – Der Film „Hard Way: The Action Musical“ - 3. Mai 2026
Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „Accidental Animals“ von Leila Fatima Keita und Felix Klee, der seine Weltpremiere auf dem 67. DOK Leipzig 2024 feierte, erzählt als Essay-Desktop-Film von Tieren auf Google Maps und nimmt das als Ausgangspunkt für tierphilosophische Betrachtungen.
Bei der Kartographierung der Welt erwischten die Kamera-Autos des Großkonzerns Google, welche die Bilder in die Street-View-Anwendung von Google einbauten, auch ab und zu Tiere. Das sorgt nicht nur für komische Momente, sondern immer wieder werden die Gesichter der Tiere aus Anonymisierungsgründen auch verpixelt. Wieso nimmt die Kamera die Tiere als Individuen wahr im Gegensatz zu vielen Menschen?
Der erste gemeinsame Kurzfilm von Leila Fatima Keita und Felix Klee, beide Student:innen an der Hochschule für Film und Fernsehen in München, ist ein Essay-Film, der sich mit den Rechten von Tieren und dem Appell, diese als Individuen zu begreifen, auseinandersetzt. Entstanden ist dieser Film als reiner Desktop-Film, ein Prinzip, mit dem beide Filmemacher:innen bereits vorher gearbeitet haben. Dafür begaben sie sich geraume Zeit in die Untiefen von Google Maps und suchten nach
tierischen – amüsanten wie traurigen – Begegnungen. Dabei sieht man viele Vögel und Hunde, aber auch andere Tiere wie Schweine und Esel laufen ihnen über den Weg. Geschickt bringen sie die Bilder in einer Essay-Form zusammen, die durch das eingesprochene Voice-Over verknüpft werden. Die Stimme der Tänzerin und Performerin Jana Baldovino vertonte die Gedanken und Fragestellungen, welche sich die Filmschaffenden bei den Aufnahmen machten. Der Film besitzt, trotz seines theoretischen Ansatzes, eine klare Aufforderung, dass sich etwas ändern muss und die Stellung von Tieren nicht mehr als minderwertig angesehen werden darf.
Fazit: „Accidental Animals“ von Leila Fatima Keita und Felix Klee ist ein Desktop-Kurzfilm, der Aufnahmen von Google Street View mit ethischen Tierrechtsfragen kombiniert. Das gut eingesprochene Essay führt einen durch die Bilder und lässt die Zuschauenden die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Bewertung: 8/10
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 67. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2024 – Katalog (Programm ‚Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Leila Fatima Keita und Felix Klee‘, testkammer.com, 2025
- Website des Regisseurs Felix Klee
- Eintrag des Kurzfilms „Accidental Animals“ auf der Website der Regisseurin Leila Fatima Keita