„Ins Wilde Land“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der Kurzfilm „Ins Wilde Land“ des österreichischen Filmemachers Emil Kaschka, der seine Festivalrunde mit dem Teilnahme beim 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 im ‚Gastprogramm Bundesfestival junger Film‘ beendet hat, ist eine berührende Geschichte über das Abschiednehmen.

Das Pärchen Jonas (Nick Romeo Reimann) und Emma (Olivia Scheucher) fährt in ihre Heimat Tirol. Dort angekommen will sie sich von einer Jugendliebe Luca (Noah Perktold) verabschieden, der todkrank ist. Während sie mit dieser Trauer umgehen muss, rumpelt es auch ganz schön mit ihrem neuen Partner Jonas und es steht die Frage im Raum, ob man weiterhin an der Beziehung festhalten sollte.

Der österreichische Regisseur Emil Kaschka erzählt, basierend auf einem eigenen Drehbuch, von einem doppelten Abschiednehmen. Zum einen geht es darum, sich von jemandem zu verabschieden, der nicht mehr lange leben wird. Kaschka hat da eine persönliche Erfahrung ins Drehbuch einfließen lassen. Er stellte dabei fest, dass die Gefühle in so einem Fall sich so ähnlich anfühlen, wie beim Beenden einer Beziehung. So kombiniert er in seinem 20-minütigen Kurzfilm beide Themen. 

Olivia Scheucher und Nick Romeo Reimann

Gegenüber dieser Schwere stellt er die Tiroler Landschaft, die hier in aller Schönheit zur Geltung kommt. Die beständige Schönheit der Natur und die Unvermeidbarkeit des Todes gehen hier eine starke Wechselwirkung ein und erzeugen bei dem Publikum eine ähnlich differenzierte Gefühlspalette, wie die Protagonist:innen, welche hervorragend von Olivia Scheucher und Nick Romeo Reimann verkörpert werden. Ein Bonbon des Films ist der gut platzierte Bilderbuch-Song „Machin“, der mit seiner Dynamik und Lautstärke die Geschichte ins Rollen bringt, die sich dann zart und melancholisch weiterentwickelt.

Fazit: „Ins Wilde Land“ von Emil Kaschka erzählt von zwei Arten des Abschiednehmens und schafft es, mit einem authentischen Spiel, der Schönheit der Natur als Gegengewicht und einer starken Inszenierung beide zu verknüpfen. 

Bewertung: 7/10

Den Film „Ins Wilde Land“ kann man gratis beim Streamingdienst Joyn streamen. 

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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