Sieben Fragen an Emil Kaschka

Doreen Kaltenecker
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Nikolas Rode

Interview: Im Gespräch mit dem österreichischen Regisseur und Poetry Slamer Emil Kaschka konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Ins Wilde Land“ erfahren, der im ‚Gastprogramm Bundesfestival junger Film‘ auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 lief, wie er in der Geschichte das Gefühl vom Abschiednehmen mit den Gefühlen eines Beziehungsende zusammenbringt und was ihnen auf visueller Ebene und bei der Wahl der Darsteller:innen am Herzen lag. 

Eigene Erfahrungen haben Deine Geschichte geformt, richtig? Kannst Du mir mehr zur Entstehung des Kurzfilms erzählen?

Olivia Scheucher und Nick Romeo Reimann

Richtig. Weil meine Mutter aus Belgien ist, bin ich jedes Jahr einmal in Belgien. Vor ein paar Jahren habe ich dort einen alten Freund auf der Palliativstation besucht. Weil er nur noch wenige Wochen zu Leben hatte und ich nur einmal im Jahr in Belgien bin, wussten wir, dass es unsere letzte Begegnung sein würde. Die letzten Worte, das letzte Mal berühren. Diese Begegnung hat eine Art der Trauer in mir ausgelöst, die mir später wieder begegnet ist, als ich und meine damalige Freundin, eine Langzeitbeziehung, uns getrennt haben. Dass diese unterschiedlichen Arten von Abschied dasselbe Gefühl auslösen, fand ich spannend. „Ins Wilde Land“ ist ein Versuch, dieses Gefühl zu teilen.

Wie lange und wo habt ihr gedreht?

Gedreht haben wir acht Tage. Sieben davon in Tirol. Einen halben Tag in Wien.

Was lag Dir visuell am Herzen?

Vor allem zwei Sachen: Ich wollte den Figuren so nah wie möglich sein, auch bildlich. Und ich wollte das Gefühl von Abschied Bildern von Bergen gegenüberstellen. Weil Berge für uns so alt sind, dass wir sie fast für ewig halten.

Hattest Du die Musik der Band Bilderbuch schon beim Schreiben im Kopf?

Nein. Wir haben lange nach einem Song gesucht. Aber sobald jemand den Song vorgeschlagen hatte, wussten wir alle, dass er es sein muss.

Der Film ist sehr gut besetzt – nach welchen Kriterien hast Du Deinen Cast zusammengestellt?

Bei dem Paar war es am wichtigsten, dass die beiden zueinanderpassen und es eine sichtbare Chemie zwischen ihnen gibt. Die beiden Hauptdarsteller:innen sind auch in Wirklichkeit ein Paar. Olivia ist sogar Laie, es war ihr erster Film. Bei den anderen war es wichtig, dass sie Tiroler sind und Tirolerisch sprechen.

Kannst Du mir mehr noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du vom Poetry Slam zum Film gekommen bist?

Nick Romeo Reimann und Olivia Scheucher

Der Weg war für mich gar nie so weit. Ob Roman, Theater, Poetry Slam oder Film, alles ist eine Form des Geschichtenerzählens und besteht aus denselben Atomen: Sprache. Formel war der Weg so, dass ich nach einem Germanistik-Studium kreatives Schreiben studieren wollte. Und da gab es in Österreich nur zwei Möglichkeiten. Entweder ‚Sprachkunst‘ an der Angewandten in Wien oder ‚Drehbuch‘ an der Filmakademie in Wien. Bei mir wurde es die Filmakademie. Das Regie-Führen war das Verlagern der Geschichten in den Raum.

Sind bereits neue Projekte geplant?

Ja! Gerade ist mein erstes Langfilmbuch fertig, und ich bin in Gesprächen mit Produktionsfirmen.

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Ins Wilde Land

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