„Through Your Eyes“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Singapur / Fiktion / 2025

Filmkritik: Der singapurische Kurzfilm „Through Your Eyes“ von Nelson Yeo, der seine Weltpremiere im ‚Berlinale Shorts‘-Programm auf der 75. Berlinale 2025 feierte, erzählt die Geschichte von einsamen Menschen und von einem Nachtclub, wo sie sich begegnen.

Ein Nachtclub lockt nur wenige Menschen an. Die Besitzerin Siew Fang (Lim Poh Huat) und die wenigen Mitarbeiter unterhalten wenige, vor allem ältere Gäste. So gibt es wenig Kontakt, wenig Aufregung und eine gewisse Schwermütigkeit liegt über allem. Als dann aber die Besitzerin ihre frühere Liebschaft erkennt, will sie ihr nah sein.

Der singapurische Regisseur Nelson Yeo schrieb das Drehbuch, nachdem er einen Club entdeckt hatte, der seit den 70er Jahren in Betrieb ist und nun vor allem ältere Männer anzieht. Er fand den Club als Raum der Begegnung mit einem starken Gefühl von Raum- und Zeitlosigkeit als Spielort faszinierend. Die Geschichten der Menschen, wie über eine Wiedersehen mit einer vergangenen Liebe und dem Beginn einer neuen Arbeit, erzählt der Film wie nebenbei. Im eigentlichen Zentrum steht der Club, seine Atmosphäre und die Stimmung, die dieser verbreitet, u.a. das Gefühl von Nostalgie, Sehnsucht und einem Sich-Verlieren. Genau das fängt der Film in entschleunigten Bildern ein. Die Menschen darin reden nicht viel, leben in den Tag hinein und haben, gemeinsam mit dem Publikum, den Anschluss zum Außen und zur Realität verloren. Das verstärken auch die teils traumähnlichen Bildern, bei denen er mit Überblendungen und Überlagerungen wie mit einem starker Licht- und Scheinwerfereinsatz arbeitet.

Fazit: „Through Your Eyes“ ist ein Kurzfilm von Nelson Yeo, der seine Geschichte vor allem über seine Stimmung erzählt. Er handelt von Sehnsucht, Träumen und dem Sich-Verlieren-Können. Mit einer starken Bildsprache fängt er den Ort und die Menschen ein und schafft es fast ohne Worte, ihr Inneres, das sich im Club widerspiegelt, einzufangen.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Through Your Eyes“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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