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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „God is Grey“, der auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 als Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde, ist Jennifer Drakes Abschlussfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen München (HFF), wurde in Großbritannien realisiert und behandelt ein Thema, was ihr am Herzen liegt.
Chris (Frederick Yeboah) kehrt zur Beerdigung seiner geliebten Mutter Paddy (Jada Addo) nach London zurück. Bei der Trauerfeier in der Kirche hält er eine bewegende Rede. In dieser outet er unabsichtlich seine Mutter Tess (Jolade Obasola), die viele Jahre unerkannt mit Paddy zusammen als Liebespaar zusammengelebt hat. Dieses Verschweigen führte auch zum Bruch mit ihrem Sohn Chris. Jetzt weiß es die ganze Kirchengemeinschaft. Was bedeutet das für Tess‘ Leben?
Ursprünglich wollte die Filmemacherin Jennifer Drake, die zusammen mit Kwadwo Amoh das Drehbuch geschrieben hat, die Geschichte in ihrem Heimatland Ghana realisieren. Doch die ausgeprägte Homophobie vor Ort machte die Umsetzung des Projekts zu schwierig. Als sie bemerkte, dass ähnliche Situationen auch in westlichen Ländern bestehen, beschließt sie, ihre Geschichte in London spielen zu lassen. Für ihre ernste Geschichte über Verlust, Ausgrenzung und religiös motivierte Homophobie wählt sie eine authentische Inszenierung, die sich farblich und visuell zurückhaltend verhält. Sie stellt ihren stark besetzten Cast in den Vordergrund. Alle Darstellenden spielen ihre Rollen so echt, dass die Zuschauenden sich auch in der Kürze der Zeit in sie hinein versetzen können. Mit ihren unterschiedlichen Positionen sehen die Figuren das Thema von verschiedenen Seiten. Ohne Scheu macht Drake dabei klar und deutlich, welchen Schaden homophobe Gemeinschaften anrichten können. Der Film ist somit auch ein klarer Appell für mehr Menschlichkeit und Offenheit, ob nun in Großbritannien oder woanders auf der Welt.
Fazit: „God is Grey“ ist ein Kurzfilm von Jennifer Drake, die sich mit Homophobie, Familie und religiösen Gemeinschaften beschäftigt. Der Gewinner des Kurzfilmpreises des 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 ist ein starkes Plädoyer gegen Ausgrenzung, perfekt besetzt und stimmig inszeniert.
Bewertung: 7,5/10
Trailer zum Kurzfilm „God is Grey“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Kurzfilm‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Jennifer Drake‘, testkammer.com, 2025
- Eintrag des Kurzfilms „God is Grey“ auf der Website der Regisseurin Jennifer Drake
- Carl Rolshoven, ‚God is grey‘, sr-mediathek.de , 2025