„I Died In Irpin“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Tschechien, Slowakei, Ukraine / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der Animationskurzfilm „I Died in Irpin“ von Anastasia Falileieva, der im Internationalen Wettbewerb des 37. Filmfest Dresden 2025 lief und den „voll politisch“ – Kurzfilmpreis für demokratische Kultur gewinnen konnte, ist eine persönliche Auseinandersetzung mit ihren Erlebnissen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Anastasia und ihr Freund fliehen im Krieg von Kyjiw in die nahe gelegene Stadt Irpin. Als dieser Ort 2022 immer mehr umzingelt wird, möchte sie fliehen, aber er möchte bei seinen Eltern in deren Haus bleiben und versuchen, den Krieg auszusitzen. Er zwingt sie zu bleiben, aber ihr ist bewusst, dass das ihren Tod bedeuten würde.

Der 12-minütige Animationsfilm erzählt von der Regisseurin Anastasia Falileieva selbst. So stammt auch das Drehbuch von ihr und sie übernahm auch das Voice-Over, da es ihre eigene Geschichte ist. Sie erzählt von einer falschen Entscheidung in ihrem Leben und wie sie sich aus Liebe heraus selbst kaum aus einer lebensbedrohlichen Situation befreien konnte. Mit einem Blick zurück schätzt sie die Lage klar ein und kann benennen, was falsch gelaufen ist.

Maur Film

Erschreckend für sie, aber auch für das Publikum, ist die Erkenntnis, wie knapp sie dem Tod entgangen ist. Die Regisseurin Falileieva, die jetzt wieder in Kyjiw lebt, ist eigentlich auf Stop-Motion spezialisiert, hat sich hier aber für 2D-Zeichnungen entschieden. Sie verwendet dafür als Zeichenmaterial Kohle, die etwas Raues besitzt und auch ihre Spuren hinterlässt. Die Bilder passen perfekt zu den Worten, machen den Schrecken dieses seit geraumer Zeit andauernden Angriffskriegs deutlich und so ist der Film der perfekte Gewinner des Jurypreises „voll politisch“, die einen Kurzfilm auszeichnen, der politische Themen mit besonderer Qualität aufbereitet.

Fazit: „I Died in Irpin“ ist ein Animationsfilm der Regisseurin Anastasia Falileieva, die darin von eigenen Erlebnissen im aktuellen Krieg erzählt. Sie erzählt von falschen Entscheidungen und Ängsten und bebildert ihre Worte mit Kohlezeichnungen, die das Erlebte greifbar machen.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „I Died In Irpin“:

Noch bis zum 21.8.2025 in der Arte-Mediathek zu sehen:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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