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Kurzfilm / Schweiz / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Schweizer Animations-Kurzfilm „Voiceless“ (OT: „Sans voix“) von Samuel Patthey, der im Internationalen Wettbewerb des 37. Filmfest Dresden 2025 lief, erzählt aus einer persönlichen Perspektive von der Clubbing-Kultur und Lebensveränderungen und zugleich ist der Film eine Liebeserklärung an Elektronische Musik.
Dan verbringt meistens die Tage zuhause und verliert sich ganz in der Musik. Wenn er seine Wohnung verlässt, fühlt er sich nicht verbunden mit seiner Umwelt. Nur wenn er abends in Clubs geht und sich der Musik (und auch den Drogen) hingibt, fühlt er sich frei.
Der 15-minütige Animationsfilm erzählt ohne Worte von einem jungen Mann, der sich am wohlsten allein mit seiner Musik oder in der anonymen Masse des Clubs fühlt. Der Regisseur und Animationskünstler Samuel Patthey, der auch das Drehbuch dafür geschrieben hat, baut dabei seine eigene Clubbing-Erfahrung mit ein. Gestartet hat das Filmprojekt als reiner Film über das Clubbing-Leben und die von ihm hoch geschätzte Musik. Doch als er Vater wurde, änderte sich auch die Geschichte. Jetzt wird die Hauptfigur immer wieder durch Kinder oder Familien, die ihm begegnen, aus dem Trott gerissen. Was denkt er, wenn er diese sieht? Fühlt er sich einsam? Verspürt er eine Sehnsucht nach einem anderen Leben? Oder wird ihm dadurch gerade bewusst, dass er sich für das bessere Leben entschieden hat? Patthey hat für sich selbst die Antwort gefunden, aber überlässt es auch gleichzeitig den Zuschauenden, ihre eigene Lesart zu finden. So kann man sich mit der Figur und den Gefühlen verknüpfen, auch wenn man möglicherweise nicht die gleiche Liebe zur Clubkultur teilt. Diese fängt er auf ansprechende Weise ein. Denn seine wortlosen Animationen, die alle handgemacht auf Papier gezeichnet wurden und von ihrer bewegten Linienführung und dem gelungenen Farbeinsatz leben, gehen Hand in Hand mit einem Original-Soundtrack, für den zehn Musiker die Tracks extra komponiert haben. Das macht den Film zu einem visuellen und auditiven Genuss und huldigt so der Musik, dem Clubbing und auch einer gewissen Leichtigkeit, die damit einhergeht.
Fazit: „Voiceless“ ist ein kurzer Animationsfilm von Samuel Patthey, der mit seinen Bildern sowie dem großartigen Soundtrack, der wie ein DJ-Set durch die Geschichte führt, die Elektronische Musik und das Clubbing feiert. Durch persönliche Veränderungen in dem Leben des Regisseurs bekommt der Film aber noch eine Konnotation und erzählt so eine Geschichte von Einsamkeit, Sehnsucht und einem möglichen Daraus-Erwachsen.
Bewertung: 8/10
Trailer zum Kurzfilm „Voiceless“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 37. Filmfest Dresden 2025 – Katalog (Programm ‚Internationaler Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Neun Fragen an Samuel Patthey‘, testkammer.com, 2025
- Website des Regisseurs Samuel Patthey
- Eintrag des Kurzfilms „Voiceless“ bei Square Eyes Film
- Eintrag des Kurzfilms „Voiceless“ bei Swiss Films
- Eintrag des Kurzfilms „Voiceless“ beim Dok Mobile Festival