„Wander to Wonder“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Belgien, Frankreich, Niederlande / Animation / 2023

Filmkritik: Der Stop-Motion-Kurzfilm „Wander to Wonder“ ist die zweite Arbeit der Regisseurin und Animationskünstlerin Nina Gantz. Mit ihrem ungewöhnlichen Film schaffte sie es zu den 97. Oscars 2025 und war eine der Nominierten in der Kategorie ‚Bester animierter Kurzfilm‘.

Mary (gesprochen von Amanda Lawrence), Billybud (Terence Dunn) und Fumbleton (Toby Jones) sind die Stars einer Kinder-TV-Show. Dort arbeiten die drei kleinen Menschen stets verkleidet tagein tagaus an neuen, meist lehrreichen Sendungen. Als ihr Schöpfer (Neil Salvage) stirbt, versuchen sie erst einmal, alleine weiter zu machen, aber der Hunger und auch die Erschöpfung treiben sie irgendwann dazu, die Sicherheit ihres Studios zu verlassen. 

Der 14-minütige Kurzfilm erzählt eine Geschichte, die auf vielfältige Weise berühren kann. Es geht um kleine Wesen, die nach dem Tod ihres Schöpfers (genaueres weiß man nicht) auf sich allein gestellt sind. Es geht ums Überleben, aber auch um ein Weitermachen nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Was definiert unseren Sinn im Leben und können wir, wenn wir immer fremdbestimmt waren, auch auf eigenen Füßen stehen? Was macht unsere Persönlichkeit aus? All diese Fragen schwingen in diesem bitter schönen, traurigen Stop-Motion-Film mit. Gewürzt wird das Ganze mit vielen surrealen Elementen und Rückgriffen ins Genre. Auch Humor ist ein wichtiger Bestandteil des Films. Ist doch die Situationskomik und die Ausformung der Figuren so pointiert, dass man trotz aller Tragik den Film am Ende mit einem guten Gefühl verlässt. Die drei werden es in dieser Welt schon schaffen! Umgesetzt ist das alles in handwerklich perfekter Stop-Motion-Technik, welche die Live-Action-Umgebung genauso zu nutzen weiß, wie das grellbunte Set der TV-Show. Auch die Kameraführung, die immer wieder die für die Sendung stehende Kamera und ihren Blickwinkel verwendet, ist grandios. Abgerundet wird das dann auch noch von den großartigen Synchronsprecher:innen, die ihren Figuren das letzte I-Tüpfelchen zur Lebendigkeit verleihen.

Fazit: „Wander to Wonder“ ist ein Kurzfilm von Nina Gantz, der eine warmherzige, traurig-schöne Geschichte mit vielen Facetten erzählt. Unterstützt wird das von fantastischen Bildern, pointiertem Humor und einer Mixtur aus realen Sets und Stop-Motion-Figuren.

Bewertung: 9/10

Trailer zum Kurzfilm „Wander to Wonder“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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