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Filmkritik: Die deutsche Dokumentation „Echoes from Borderland“ von Lara Milena Brose, welche ihre Weltpremiere auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 feierte und als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, berichtet von afghanischen Geflüchteten, welche in dem Nicht-EU-Staat Bosnien-Herzegowina ausharren, um nach Europa zu gelangen.
Die Regisseurin Lara Milena Brose reiste 2021 mit dem politischen Kollektiv AK49 an die Grenze zwischen Kroatien und dem Nicht-EU-Staat Bosnien-Herzegowina, um Hilfe zu leisten. Dort strandeten in dieser Zeit viele Geflüchtete aus Afghanistan, welche regelmäßig versuchten, die Grenze nach Europa zu überqueren. Unter ihnen ist auch die 15-jährige Nahid.
Der Film konzentriert sich auf die junge Nahid, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit acht Monaten versucht, mit ihrer Familie in die EU zu gelangen. Auf Bildebene begleiten wir Nahid bei ihrem Alltag zwischen dem Zeltlager und den erfolglosen Versuchen. Das Mädchen hat sich auch mit Menschen im Ort, u.a. der 67-jährigen Ferida angefreundet.
Die vor Ort lebenden Bosnier und Bosnierinnen zeigen viel Mitgefühl, haben Verbindungen geknüpft und unterstützen sie. So hält der Film nicht das Elend oder die Gefahren solcher Fluchtbewegungen fest, sondern berichtet von Solidarität und menschlicher Wärme. Dazu passt auch, dass sich die Regisseurin Lara Milena Brose gegen ein erklärendes Voice-Over entschieden hat und wir stattdessen vor allem Nahids (teils poetische) Gedanken über Flucht, Heimat und Krieg hören. Zusammen ergeben die Aufnahmen und die Worte ein anderes Bild als das, was man aus den Nachrichten kennt. Es betont die menschliche Solidarität in dem unmenschlichen Bollwerk und schafft so eine andere Sichtweise, die trotzdem nichts beschönigt. Auch vier Jahre nach den Aufnahmen – Nahid ist mittlerweile in Deutschland wohnhaft – hat der Film nichts von seiner Aktualität verloren.
Fazit: „Echoes from Borderland“ ist eine Dokumentation von Lara Milena Brose, die aus dem eigenen Hilfs-Engagement der Regisseurin entstanden ist und die Situation an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina zeigt. Sie konzentriert sich dabei auf die menschlichen Aspekte, indem sie ein 15-jähriges Mädchen ins Zentrum ihres Films stellt und ihre Gedanken zum Voice-Over macht.
Bewertung: 3,5/5
Kinostart: 22. Januar 2026
Trailer zum Film „Echoes from Borderland“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Dokumentarfilm‘)
- Eintrag des Films „Echoes from Borderland“ beim Crossing Europe Film Festival Linz
- Barbara Grech, ‚SR-Mediathek.de: „Echoes from Borderland“ – ein ganz besonderer Dokumentarfilm‘, sr-mediathek.de, 2024
- Eintrag des Films „Echoes From Borderland“, beim Kino Waldhorn Rottenburg
- Radio Dreyeckland, ‚„Ich fühlte mich wie eine Romanfigur – gefangen in einem Kapitel“‘, rdl.de, 2024
- Echoes from Borderland / Film Talk / DOK.fest 2024, in: Podcast ‚DOK.fest München Podcast. Im Kino. Zuhause., 15.05.2024.
- Sonja Marx, ‚Echoes from borderland‘, sr-mediathek.de, 2024