“Arlo & Spot” (2015)

© 2015 Disney•Pixar

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Filmkritik: Die Animationsschmiede Pixar beschäftigt sich oft mit Helden, die ein Abenteuer bestehen müssen und dabei stets eine Entwicklung durchlaufen. Filme wie „Findet Nemo“ (2003) und “WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf” (2008) stehen exemplarisch dafür. Dadurch eignen sich auch Coming of Age-Geschichten (engl. für heranwachsen) besonders gut. Furore macht der vor kurzem in den Kinos angelaufene Pixar-Film „Alles steht Kopf“ (2015). In dessen Schatten kam nun ein weiterer Film – “Arlo & Spot” (OT: “The Good Dinosaur”, US, 2015) – aus den Pixar-Studios in die Kinos und wird wohl trotz seines komplett anderen Metiers immer wieder mit „Alles steht Kopf“ verglichen werden.

Der Brontosaurier Arlo lebt mit seinen Eltern und seinen Geschwistern Libby und Buck auf einer Farm, welche sie gemeinsam bewirtschaften. Jeder in der Familie trägt etwas dazu bei. Die Kinder ringen dabei stets um die Anerkennung und Aufmerksamkeit der Eltern. Aber Arlo scheint zu schreckhaft zu sein, um seinen Beitrag im Familienunternehmen leisten zu können. Um ihm seine Angst zu nehmen, nimmt ihn sein Vater zu einem Ausflug in unbekanntes Terrain mit, bei dem es zu einer Katastrophe kommt. Als Arlo durch ein Missgeschick kurze Zeit später in fremder Umgebung auf sich allein gestellt ist, muss er lernen, seine Ängste zu überwinden. Auf seiner Reise begegnet er dem Menschenjungen Spot, der ihm zugetan scheint und mit dessen Hilfe Arlo auch eine Chance hat, wieder nach Hause zu kommen.

© 2015 Disney•Pixar

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Der Amerikaner Peter Sohn (*1977) arbeitete schon nach seinem Schulabschluss in den Kreativschmieden von Walt Disney und Warner Bros. und kam dann 2003 zu der Produktion von „Findet Nemo“ zu Pixar. Dort ist er seitdem als Animator, Storyboard Artist und Synchronsprecher tätig. Im Jahr 2009 veröffentlichte er seinen ersten Kurzfilm als Regisseur: „Teilweise wolkig“. Dieser ist nicht nur entzückend gestaltet, sondern besitzt eine sehr amüsante Geschichte. Jetzt folgt mit „Arlo & Spot“ sein erster Spielfilm. Dieser entstand aus einer witzigen Grundidee heraus: Was wäre, wenn der Meteorit nie die Erde getroffen hätte und die Dinosaurier immer noch die Erde bevölkern würden? Die Idee wurde weiter gesponnen und das Mensch-Hund-Thema wurde als Dinosaurier-Mensch-Thema eingebaut. So entwickelte sich immer mehr eine Story mit viel Spannung, Humor und Emotionen. Dabei ist die Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren vortrefflich gelungen und Arlo kann vor allem jungen Zuschauern als Identifikationsfigur dienen. Manchmal ist dieser zwar mit seiner Art etwas nervig, was noch durch die nicht so treffende Synchronisation verstärkt wird. Aber dies verliert sich im Laufe des Films, während der Dinosaurier sich weiterentwickelt. Der Film wurde für Kinder und Erwachsene konzipiert und schafft es auch, beide Zielgruppen zu unterhalten. Die Altersfreigabe ab sechs Jahren ist klug gewählt, da der Film allzu jungen Zuschauern nicht zu empfehlen ist. Die Animation des Films ist in zwei Bereiche gegliedert. Die Figuren wurden typisch stilisiert und beispielsweise mit größeren Augen versehen. Dabei sind die Dinosaurier, die als Vorlage dienten, meist noch gut erkennbar und bieten so eine breite Palette an Charakteren. Die Landschaftsanimationen wirken dagegen sehr echt. Gerade der Fluss, der eine zentrale Rolle spielt, sieht überaus überzeugend aus. An den Panoramaaufnahmen kann man sich nicht satt sehen, so dass man ins Grübeln kommt, ob man den Film nicht doch in 3D hätte sehen sollen. Im Gesamten ist Peter Sohn mit seinem Debüt ein kreativer, witziger und ansprechender Film gelungen, der hoffentlich die Zuschauer bekommt, die er verdient hat.

Fazit: Der Animationsfilm “Arlo & Spot” wartet mit einem spannenden Abenteuer auf. Obwohl Arlo (vermutlich vor allem durch die Synchronisation) etwas nervig geraten ist, kann der Film auch emotional überzeugen. Besonders beeindruckend sind die Landschaftsbilder, die der Film entwirft. Im Gesamten ist den Filmemachern ein sehenswertes Kinoerlebnis gelungen, was leider im Schatten von „Alles steht Kopf“ untergehen wird.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 26.11.2015

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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