“Coco – Lebendiger als Leben” (2017)

Poster zum Film "Coco"

© Disney & Pixar

Filmkritik:  Die Animationsfilm-Schmiede Pixar liefert uns seit 1995 Langfilme, welche das Publikum durch ihre Vielfältigkeit, ihre Gestaltung und ihre Geschichten stets begeistern können. Ganz vorn mit dabei sind Filme wie “Toy Story” (1995), “Findet Nemo” (2003), “Oben” (2009), “Alles steht Kopf” (2015) und “Arlo & Spot” (2015). Der neueste Streich von Pixar, mittlerweile ein Mitglied der Walt-Disney-Familie, ist der Animationsfilm “Coco – Lebendiger als Leben” (OT: “Coco”, USA, 2017).

Der zwölfjährige Miguel lebt mit seiner großen Familie im mexikanischen Dorf Santa Cecilia. Ganz im Zeichen der Familientradition soll er das Schuhmacherhandwerk erlernen. Doch er möchte lieber Sänger werden, wie sein großes Vorbild Ernesto de la Cruz. Doch die Familie hat seit Jahren der Musik abgeschworen. Miguel wittert seine Chance. Am Día de Los Muertos, dem Tag der Toten, möchte er an einem Wettbewerb teilnehmen, um damit allen sein Können zu beweisen. Doch als er dafür die Gitarre eines Toten stiehlt, landet er im Totenreich. Dort erwarten ihn alle seine Verwandten, deren Segen er braucht, um wieder zurückkehren zu können. Doch Miguel möchte den Segen einer bestimmten Person und macht sich so mit dem Skelett Oscar auf den Weg.

© Disney & Pixar

Die Regie übernahm der amerikanische Filmemacher Lee Unkrich (*1967), der seit den Anfängen als Editor und Co-Regisseur bei Pixar dabei ist. Sein Erstlingswerk als Regisseur war der Film “Toy Story 3” (2010). Dieser gewann im Jahr 2011 zwei Oscars in den Kategorien ‘Bester Animationsfilm’ und ‘Bester Filmsong’ (“We Belong Together” von Randy Newman). Mit seinem zweiten Film hält er sich fest an bestimmte Grundregeln der Pixar-Studios und schuf zusammen mit seinem Drehbuchschreiber und Co-Regisseur Adrian Molina einen stimmigen 19. Pixar-Film.

© Disney & Pixar

Das Wunderbare an der Pixar-Animationsfilm-Schmiede ist, dass sie die Zuschauer immer wieder in neue Welten und fremde Kulturen entführt. Dieses Mal geht die Reise nach Mexiko und zeigt uns Traditionen, in denen die Toten mit Unbeschwertheit und viel Fröhlichkeit verehrt werden. Dies übernimmt der Film stimmig in seine Geschichte, welche zwar viel Herz und dramatische Entwicklungen besitzt, aber nie zu schwer oder zu traurig wird. Trotzdem kann der Film die Zuschauer berühren und dem einen oder anderen eine Träne entlocken. Um die richtige Stimmung und Authentizität einzufangen, begab sich das Filmteam seit 2011 auf viele Recherchereisen. Sie knüpften Kontakte zu einigen mexikanischen Familien, besuchten viele kleine Dörfer und lernten so den Stellenwert von Familienmitgliedern, tot oder lebendig, in Mexiko kennen. Daraus ersannen sie eine Geschichte, welche viele nationale und kulturelle Elemente einbaut. Darunter auch mit der Figur Dante den mexikanischen Nackthund, den Xoloitzcuintle (kurz Xolo), der als Nationalhund verehrt wird, und die Alebrijes – folkloristische, knallbunte Figuren mit langer Kunsthandwerkstradition. Vereint mit einer großen Portion Fantasie verliert der Film jedoch nie die Authentizität in seinen Details und bringt den Zuschauern die mexikanische Kultur somit näher.

© Disney & Pixar

Ein anderer Schwerpunkt war die mexikanischen Musik, welche sie in all ihren Facetten huldigen wollten. So bauten sie viele verschiedene Musikstile ein und ließen diese von talentierten Musikern aus Mexiko vertonen. Verantwortlich für die Musik war der Komponist Michael Giacchino (*1967), der schon öfter mit Pixar zusammengearbeitet hat und für die Musik des Films “Oben” (2009) einen Oscar erhalten hat. Auch in der Bildgestaltung wurde die Authentizität bewahrt und zugleich eine fantasievolle Welt erschaffen. Dabei steht die Welt der Lebenden, welche stets in helles Sonnenlicht getaucht ist, mit ihrem typischen mexikanischen Dorfcharme im Gegensatz zu der Welt der Toten. Diese nächtliche Welt ist ein Sammelsurium aller Baustile der mexikanische Geschichte und besitzt eine enorme Vertikalität, welche wie die Farben im starken Kontrast zu St. Cecilia steht. Auch die Gestaltung der Toten ist gelungen und wirkt mit ein paar kreativen Details sympathisch und charismatisch. Das macht “Coco – Lebendiger als Leben” zu einem gelungenen und stimmigen Animationsspaß, der dem Zuschauer wunderbar eine andere Kultur vermittelt.

© Disney & Pixar

Fazit: Der 19. Pixar-Film “Coco – Lebendiger als das Leben” entführt uns nach Mexiko und zeigt uns die Wichtigkeit der Familie, auch über den Tod hinaus. Dabei setzt der Film auf eine gute Mischung aus Authentizität und Fantasie. Er besticht mit fantastischen Bildern, viel Gesang und Herz. Jeder der Freude an Musik und Familiengeschichten hat oder eine Schwäche für den Día de Los Muertos hegt, wird viel Freude mit dem Film haben.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 30. November 2017, DVD-Start: 29. März 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

5 Gedanken zu ““Coco – Lebendiger als Leben” (2017)

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