„Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ (2015)

© Studiocanal

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Filmkritik: Die Romantrilogie “Die Tribute von Panem” (2008-2010) der amerikanischen Schriftstellerin Suzanne Collins wurde von den Lesern unterschiedlich aufgenommen. Bei jugendlichen Konsumenten waren die Bücher äußerst beliebt und erhielten in dem Sektor sogar Auszeichnungen wie den Teen Choice Award 2012.  Kritiker dagegen werfen Collins unverschämtes Plagiieren (des japanischen Romans “Battle Royale”) und Kreativlosigkeit vor. Ungeachtet dessen verschaffen die vier Verfilmungen der Trilogie von 2012 bis 2015 den Büchern neue und vor allem internationale Anerkennung. Der letzte Teil „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ (OT: „The Hunger Games: Mockingjay Part 2“, US, 2015) ist die Verfilmung des zweiten Teils des dritten Buches und schließt die Reihe stimmig ab.

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) ist zur Ikone der Revolution aufgestiegen. Doch möchte sie nicht bloß das Gesicht der Revolution sein, sondern sie schleicht sich an die Front, um zusammen mit einer ausgewählten Truppe den finalen Auftrag – Präsident Snow (Donald Sutherland) töten – auszuführen. Dabei sind auch ihr früherer Geliebter Gale (Liam Hemsworth), Finnick (Sam Claflin) und Peeta (Josh Hutcherson), der immer noch unter der Gehirnwäsche des Capitols leidet und Katniss von Zeit zu Zeit umbringen möchte. Auf dem Weg zum Capitol müssen sie den mit Fallen übersäten District 2 durchlaufen. Während dieser gefahrvollen Mission kommen Katniss immer mehr Zweifel, ob der eingeschlagene Weg der Revolutionsanführerin Coin (Julianne Moore) der richtige ist.

© Studiocanal GmbH / Murray Close

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Im Jahr 2012 startete die Verfilmungen der „Tribute von Panem“-Buchreihe. Der gesättigte Zuschauer tat es als eine von vielen Jugendbuchverfilmungen ab. Doch entwickelte es sich über die Jahre zu einem Massenphänomen und konnte ganze Fangemeinden für sich gewinnen. Begonnen wurde die Reihe mit dem Film „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ (2012) noch unter der Regie von Gary Ross (Jahrgang 1956, bekannt als Drehbuchautor für „Big“ (1988) und „Pleasentville“ (1998), wo er zusätzlich Regie führte). Der erste Film konfrontierte den Betrachter vor allem mit Brutalität und einem ungerechten Regime, gegen das sich scheinbar niemand aufzulehnen wagt. So blieben am Anfang der Reihe viele Fragen und beim Publikum nicht unbedingte Begeisterung. Die Fortsetzung erfolgte mit „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ im Jahr 2013. Von nun an übernahm der in Wien geborene Amerikaner Francis Lawrence (*1971) die Regie. Dieser zeichnete sich bereits im Vorfeld mit Filmen wie „Constantine“ (2005) und „I am Legend“ (2007) aus. Der zweite Teil mutete wie eine Extremversion des ersten Teils an, doch schlichen sich dabei immer mehr wohltuende Revolutionsgedanken in die Geschichte ein. Die Verfilmung des dritten Buches wurden in zwei Teile unterteilt – „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 und 2“ (2014 & 2015) -, welche aber eine Einheit bilden und den Kampf der Revolution gegen Präsidenten Snow zeigen. Sie haben sich ganz dem Thema Revolution und der innewohnden Gesellschaftskritik zugewandt.

© Studiocanal GmbH / Murray Close

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Während der erste Teil von „Die Tribute von Panem – Mockingjay“ sich viel mit den leiseren Tönen und den Vorbereitungen auf den Bürgerkrieg beschäftigt, überwiegen im zweiten Teil die Actionsequenzen. Der District, indem die Handlung vor allem spielt, erinnert mit seinen ganzen Fallen und den vielen Todesopfern, die während der Mission sterben, an die ersten Teile. Fans dieser harten Action kommen hier wieder auf ihre Kosten. Die andere Seite der letzten Verfilmung ist unverhohlene Gesellschaftskritik und wird dann durch viel Pathos abgelöst. Das Ende könnte dem einen oder anderen Zuschauer aufstoßen, da es einfach zu konservativ ausgefallen ist. Im Gesamten ist der letzte Teil konsequent inszeniert und durchgespielt. Dabei gilt es stets im Blick zu behalten, dass die Reihe für ein bestimmtes Zielpublikum konzipiert wurde und dieses am meisten begeistern wird. Alle anderen Zuschauer werden nicht von den Kinosesseln gerissen, können sich aber in eine fremde Welt entführen lassen, die zwar manchmal arg plakativ angelegt ist, aber schöne Gedankenspielereien zulässt. Die Reihe bietet einfach gute Unterhaltung. Die Schauspielerriege verwandelt dazu noch die Jugendbuchreihe in sehenswerte Verfilmungen. Allen voran natürlich Jennifer Lawrence, welche seit ihrem Auftritt in „Winter’s Bone“ (2010) internationale Aufmerksamkeit genoss. Seitdem konnte sie in allen Filmen wie „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011), „Silver Linings“ (2012) und „House at the End of the Street“ (2012) überzeugen und glänzen. Sehenswert in den „Tribute von Panem“-Filmen sind auch die unzähligen Nebendarsteller. Mit Größen wie Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Elizabeth Banks, Woody Harrelson und Stanley Tucci wird das Ensemble zusätzlich aufgewertet, da auch die Jungdarsteller wie Josh Hutcherson, Liam Hemsworth und Sam Claflin in ihren Rollen überzeugen können.

Fazit: Der vierte Film „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ schließt die Reihe konsequent ab und wird, der Vorlage gerecht werdend, als dystopisches Szenario zu Ende geführt. Dabei bleiben das Ensemble und der Stil in den Teilen einheitlich und erschaffen viele Figuren, die einem über die Teile ans Herz wachsen konnten. Die Verfilmungen dieser Jugendbuchreihe gehört zu den erfolgreichsten dieser Art. Auch wenn nicht alle Zuschauer von der Geschichte überzeugt sind, können die Filme mit der Besetzung, dem Stil und seiner Konsequenz überzeugen. Im Gesamten sind die „Tribute von Panem“-Filme eine Empfehlung für all diejenigen, die ein Faible für Dystopien, Jennifer Lawrence oder Jugendbücher haben.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 19.11.2015

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia

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