„Krampus“ (2015)

© Universal Pictures International France

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Filmkritik: Die Figur des Krampus ist ein uralter Mythos, dessen Wurzeln in Europa liegen. Es wird angenommen, dass er das Gegenwicht zum Weihnachtsmann darstellt. Es gibt eine lange europäische Tradition Weihnachtskarten mit Krampusmotiven zu verschicken. Dieser Anti-Weihnachtsmann fügt dem Weihnachtsfest eine witzige, boshafte Seite hinzu. Der Mythos ist in Amerika völlig unbekannt, so dass in dem jetzt gestarteten Film „Krampus“ (OT: „Krampus“, US, 2015) nur die deutsche Oma ahnt, was auf die Familie Engel zukommt.

Alljährlich treffen sich alle Verwandten der Familie Engel in Toms (Adam Scott) und Sarahs (Toni Collette) stattlichem Haus. Zu ihren Kindern Max (Emjay Anthony) und Beth (Stefania Owen) gesellen sich Sarahs Schwester Linda (Allison Tolman) samt Ehemann Howard (David Koechner) und vier Kindern hinzu. Außerdem noch Tante Dorothy (Conchata Ferrell) und Toms Mutter (Krista Stadler). Leider ist das Weihnachtsfest bei den Engels nie eine friedliche oder besinnliche Zeit, sondern ist geprägt von Streitereien und Angebereien, und vor allem der kleine Max, der Weihnachten stets mochte, wird ständig geärgert. So verliert er seinen Glauben an Weihnachten. Dies ruft Krampus und seine Gesellen herbei, welche nicht eher ruhen werden, bis sie jedes Familienmitglied bestraft haben.

Der Regisseur Michael Dougherty (*1975) machte sich einen Namen mit dem Horrorfilm „Trick’r Treat – Die Nacht der Schrecken“ (2008), von dem bald ein zweiter Teil gedreht werden wird. Schon vor 15 Jahren hörte der Regisseur zum ersten Mal vom Krampus und war fasziniert. So stürzte er sich in die Recherchearbeiten und entwickelte die Idee für einen Film. Zusammen mit seinen Freunden Zach Shields und Todd Casey entwarf er das Drehbuch zu „Krampus“. Es erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie, die alles repräsentiert, was an Weihnachten falsch laufen kann: Stress, extreme Kommerzialisierung und das stetige und unwirkliche Streben nach Perfektion. Zusätzlich wurde beachtet, dass der Krampus in den alten Mythen nie als das reine Böse dargestellt wurde, sondern immer etwas Liebenswertes besaß. So haben sie auf extrem blutrünstige Szenen verzichtet und viele spitzbübische Elemente eingefügt. Dabei orientierten sich die Autoren an Horrorkomödien der 80er Jahre. Filme wie „Gremlins – Kleine Monster“ (1984) besaßen eine gelungene Mischung aus Horrorelementen, Humor und Emotionen. Diese nahmen sich selbst dabei auch nie zu ernst. Diesem Prinzip folgt „Krampus“ ebenfalls. Das verleiht solcher Art Filme einen unbeschwerten Charakter und bereitet dem Zuschauer großen Spaß. Die Geschichte bietet alles, was man sich wünschen kann. Zum einen verläuft der Film nicht nach einem typischen Muster. So können die Wendungen und Todesfälle überraschen. Zum anderen bietet er viel Humor und interessante Charaktere, so dass ein wildes, empfehlenswertes Spektakel mit einem interessanten Ende entstanden ist.

© Universal Pictures International France

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Auch bei den Effekten haben sich die Filmemacher neben dem Einsatz von moderner Technik an den 80er Jahre-Filmen orientiert. In diesem Film ist vieles handgemacht. Der Kunstschnee wurde aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, welcher benötigt wurde, da sie den Film im Sommer in Neuseeland gedreht hatten. Für die Monster verwendeten sie Puppen, die mit Stangen und Seilen bewegt wurden. Auch kleinwüchsige Darsteller oder Schlangenmenschen schlüpften in die Kostüme. Krampus selbst war ein Mann auf Stelzen mit Fingerverlängerungen. Für die Effekte waren Weta Workshop und Weta Digital zuständig, die sich mit Filmen wie der „Herr der Ringe“-Trilogie (2001-2003), „King Kong“ (2005) und „Der Hobbit“-Trilogie (2012-2014) ausgezeichnet haben. Trotz der vielen Anlehnungen an die Filme der 80er Jahre wollten sie nicht so wirken, als ob sie in dieser Zeit spielen, sondern eine Zeitlosigkeit schaffen. Das Zeil war, damit das Genre neu zu beleben und nicht eine ausschließliche Hommage zu kreieren. Dies gelingt hervorragend durch die treffsichere und humorvolle Verwendungen von Stereotypen, was sich in ihrem Habitus und in ihrer Kleidung wiederspiegelt. Verkörpert werden diese Rollen von einem sehr guten Ensemble. Darunter befinden sich Größen wie Toni Collette („The Sixth Sense“ (1999), „Little Miss Sunshine“ (2006)), und Adam Scott („Parks and Recreation“ (2009-2015)). Hinzu kommen die gelungenen Besetzungen von Tante Dorothy mit Conchata Ferrell, die man als schnoddrige Bertha aus „Two and a Half Men“ (2003-2015) kennt und von der Omi mit Krista Stadler. Die ist in Österreich aufgewachsen und als Kind selbst mit dem Krampus-Mythos oft in Kontakt gekommen, weshalb sie die perfekte Besetzung für die Omi darstellt. Aber auch die Jungdarsteller sind hervorragend ausgewählt. Allen voran Emjay Anthony, der bereits bei „Kiss the Cook“ (2014) sein Schauspieltalent unter Beweis stellte. Dieser wie auch alle anderen Darsteller spielten viele der im Film zu sehenden Stunts selber. Vor allem das Paar Howard und Linda, ebenfalls gut besetzt mit dem Comedian David Koechner („Anchorman“ (2013), „Scouts vs. Zombies“ (2015)) und der Seriendarstellerin Allison Tolman („Fargo“ (Serie, seit 2014)), zeigen viel körperlichen Einsatz und tragen so viel zur Wirkung des Films bei.

Fazit: Der weihnachtliche Horrorfilm „Krampus“ kommt mit viel Komik, Spannung und Handwerkskunst daher. Er schafft es, den Zuschauer zu unterhalten, zu amüsieren und auch zu gruseln. Es ist ein gelungener Genrefilm, der mit viel Liebe zum Detail überzeugen kann und so aus der Masse heraussticht.

Bewertung: 8/10

Kinostart: 03.12.2015

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Universal Pictures International Germany GmbH

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