“Rosemari” (2016)

© imdb

Filmkritik: Seit vielen Jahren beglücken uns die Skandinavier mit Komödien und Dramen anderer Art. Auch der norwegische Film “Rosemari” (Originaltitel: “Rosemari”, Norwegen/­Dänemark/­Deutschland, 2016) besitzt den typischen Charme der nordischen Ländern und kann mit skurrilen Besonderheiten und gutem Humor eine interessante Familiengeschichte erzählen.

An ihrem Hochzeitstag findet Unn Tove (Tuva Novotny) einen Säugling auf der Toilette des Hotels und übergibt ihn den Behörden. 16 Jahre später steht Rosemari (Ruby Dagnall) vor der Tür und hofft, dass ihre Finderin in Wahrheit ihre leibliche Mutter ist. Unn Tove, die als Journalistin im Lokalfernsehen arbeitet, wittert eine Chance auf eine bewegende Story und bietet Rosemari ihre Hilfe bei der Suche nach ihrer Mutter an. Obwohl die Pflegemutter Hanne (Helga Guren) nicht begeistert ist und in Unn Toves Kopf immer wieder Kristian (Petter Width), der Ex-Freund, herumgeistert, machen sie sich auf die Suche, die sie bis nach Norwegen führen wird.

Die norwegische Regisseurin Sara Johnsen (*1970) startete ihre Karriere nach dem Studium der “Vergleichenden Literaturwissenschaft” mit dem Schreiben von Romanen, schrieb dann auch bald Drehbücher und kam so zur Regiearbeit. Auch bei “Rosemari” übernahm sie nicht nur die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch dazu. Dieser Film, der durch seine Drei-Länder-Kooperation eine größere Reichweite hat, könnte Johnsen auch außerhalb Norwegens, wo sie bereits öfters mit Filmpreisen ausgezeichnet wurde, bekannt machen. Die Geschichte von “Rosemari” lässt sich schwer in einem Genre verorten. Sie besitzt dramatische und komödiantische Züge und kann mit dieser Mischung überzeugen. Auf der einen Seite nimmt sie ihre Charaktere ernst (bis auf die Figur der Hilde, die vor allem als Witzelieferant dient), aber lässt auf der anderen Seite durch gut eingesetzten Humor keine Schwermut aufkommen. Zudem entwickelt sich die Geschichte in teils unvorhersehbaren Bahnen und kann damit die Zuschauer an die Geschichte binden. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind dafür sehr gut ausgewählt. Die bekannte schwedische Darstellerin Tuva Novotny (zu sehen in “Eat, Pray, Love” (2010) und “A War” (2015)) und die damals 15-jährige Ruby Dagnall, die mit diesem Film ihr Debüt gibt, geben den Figuren Leben und wirken echt. Die Mischung aus Authentizität und skurrilen Details gibt dem Film das Maß mehr was es braucht, um nicht nur ein normales Familiendrama zu sein. So ist “Rosemari” ein stimmig erzählter Film, der vor allem Freunde des ruhigen Arthouse-Kino und des leiseren Humors ansprechen wird.

Fazit: Der skandinavische Film “Rosemari” erzählt eine schöne, nicht so alltägliche Familiengeschichte mit großer Realitätsnähe und mit viel Humor. Dieser steckt dabei vor allem in den schlagfertigen Dialogen Die beiden Hauptdarstellerinnen geben dem gesamten Film viel Kraft und Lebendigkeit. So kann “Rosemari” im Gesamten als Generationen-Familien-Drama und Komödie überzeugen, auch wenn er dabei nicht besonders aus der Masse heraussticht und vermutlich nur eine kleinere Zielgruppe erreichen wird.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 20.04.2017

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von farbfilm verleih

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