Sechs Fragen an Alexandru Baciu und Maria Popistasu

Alexandru Baciu und Maria Popistasu

Interview: Im Gespräch mit den beiden rumänischen Filmemachern Maria Popistasu und Alexandru Baciu erzählten sie von Marias Weg von der Schauspielerei zu Regie und wie dabei nach wahren Begebenheiten ihr erster Kurzfilm – „Die Möwe“ (OT: „Pescărușul“, ET: „Seagull“) entstand.

The original english language interview is also available.

Euer Kurzfilm “Die Möwe” beruht auf wahren Erlebnissen von euch. Könnt ihr mehr dazu erzählen?

In der Tat, im Herbst, bevor wir den Film drehten, fanden wir eine Möwe, die im Hinterhof gestrandet war, und die Rettung wurde für die nächsten Tage zum Mittelpunkt unserer kleinen Familie. Die Kinder waren sehr beschäftigt mit ihrer Situation und wir hatten diese Mischung aus Mitleid und Umsicht. Unser Vogel war, genau wie der in der Geschichte, sehr krank und konnte nicht überleben und wir hielten dies vor unseren Kindern geheim, da sie ihm bereits einen Namen gaben und an dem Vogel hingen.

Für den Film habt ihr aber die Konstellation etwas verändert – was den Film in eine andere Richtung lenkt. Welche Aussage lag euch mit dem Film am Herzen?

Dieses Ereignis wurde zum Auslöser unserer Geschichte, nur wir kombinierten sie mit etwas anderem, das in diesem Moment in unserem Leben präsent war, einem kranken Elternteil und wie sich die Dynamik der Eltern-Kind-Beziehung mit dem Alter verändert.

Maria, das war dein erster Film als Regisseurin. Wie kam es, dass Du Dich dafür entschieden hast?

Es begann damit, dass ich eine Pause als Schauspielerin einlegte, um  Mutter zu werden. Ich begann, eine Geschichte über eine in Berlin lebende Rumänin zu schreiben, eine Geschichte, von der ich mir vorstellte, dass ich sie spielen würde, wenn ich aus meiner Mutterschaftspause wiederkomme. Ein Freund, der auch Regisseur ist fragte mich, wem ich es zutraue, es zu drehen, und ich erkannte, dass ich keine Ahnung hatte. Hinzu kam die Erkenntnis, dass diese Geschichte, sobald ich sie jemand anderem gegeben hatte, eine andere werden würde, und ich beschloss, es einfach selbst zu versuchen, daher entstand „Die Möwe“ als kleine Übung davor.

Wie verlief eure Zusammenarbeit? Hattet ihr eine strikte Gebietsaufteilung?

Wir kamen gut zusammen aus. Bei den Proben habe ich vor allem den Ton angegeben, aber dafür habe ich bei dem Dreh selber nur überprüft, was Alex vorgeschlagen und für gut befunden hat.

Wie war es mit einer Möwe zu drehen? Hat ihr dafür einen speziellen Trainer?

Als wir versuchten, den Vogel zu retten, den wir in unserem Garten fanden, kamen wir mit einem jungen Tierarzt in Kontakt, der schließlich im Film spielte, in der Szene, die tatsächlich in seiner Klinik gedreht wurde. Er war derjenige, der den Vogel gefunden hat, den wir im Film benutzt haben, und er war während der Dreharbeiten zu diesen Szenen anwesend. Es war eine Möwe mit gebrochenem Flügel, die normalerweise eingeschläfert wird, aber da wir angeboten haben, sie zu retten, haben wir ihr Leben gerettet, wie sie unseren Film gerettet hat. Produktionstechnisch hatte niemand eine Ahnung, wie man eine echte Möwe findet.

Wie wird es bei euch weitergehen? Stehen schon weitere gemeinsame Projekte auf dem Plan?

Wir denken definitiv an ein Feature, aber während wir es schreiben, denke ich, dass wir einen weiteren Kurzfilm als Aufwärmung zusammen drehen werden.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Die Möwe


Interview: In conversation with the two Romanian film-makers Maria Popistasu and Alexandru Baciu they told us about Maria’s path from acting to directing and how their first short film „The Seagull“ (OT: „Pescărușul“, ET: „Seagull“) was made.

Your short film „The Seagull“ is based on true experiences from you. Can you tell us more?

Indeed, the autumn before we shot the movie, we found a seagull trapped into the backyard and saving it became the focus of our little family for the next couple of days. The kids were very preoccupied with its situation and we had this mixture of pity and cautiousness in regard to it. Our bird was, just like the one in the story, very sick and was unable to survive and we kept this a secret to our children that got to name it and became attached to the bird.

But for the film you changed the constellation a bit, which steers the film in a different direction. Which statement was close to your heart with the film?

This event became the trigger to our story, only we combined it with something else that was present in our lives at that moment, an ailing parent and how the dynamic of the parent/child relation changes with age.

Maria, that was your first film as a director. How did you decide to do that?

It started with me taking a pause from being an actress and becoming a mother. I began writing a story about a Romanian woman living in Berlin, a story I imagined I would act into when I’ll come out of my maternity break. A director friend asked me who do I trust to shoot it and I realised I didn’t have a clue. Adding to this the revelation that this story, once I gave it to someone else, would become a different one, I decided to give it a try, hence “The Seagull” which was made as a little exercise.

How did your collaboration go? Did you have a strict division of work?

We got along just fine, while I was a bit more vocal during the days of rehearsal, when we got to shoot it, I only checked the doubles that Alex suggested were worthy.

What was it like to film a seagull? Do you have a special trainer?

When we tried rescuing the bird we found in our backyard we got in contact, eventually, with a young vet that ended up acting in the movie, in the scene that was actually shot in his clinic. He was the one that found the bird that we used in the movie and he was present during the shooting of those scenes. It was a seagull with a broken wing, that normally is euthanised, but since we offered to rescue it, we saved its life as it saved our movie. Production wise nobody had any idea how to find a real seagull.

How will things continue with you? Are there any other joint projects on the agenda?

We are definitely thinking of a feature, but in the process of writing it I think we will co-direct another short, as a warm up.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „The Seagull

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