„Es ist egal, aber“ (2017)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2017

Filmkritik: Während er gerade an seinem Langfilmprojekt arbeitete, kam dem Filmemacher Christoph Ischinger der Stoff für den Kurzfilm „Es ist egal, aber“ in den Sinn. Der Film, der auf den 29. Bamberger Kurzfilmtagen gezeigt wurde, erzählt leichtfüßig von einem Taugenichts.

Charlie (Shenja Lacher) hat in seinem Leben viele falsche Entscheidungen getroffen und so verschlägt es ihn ohne nennenswerte Fortschritte mit 35 Jahren wieder zu seinem Vater (Falk Rockstroh) nach Bonn zurück. Dort trifft er auf seine Jugend-Flamme (Franziska Hartmann) und alte Freunde. Statt mit einer Ausbildung neu anzufangen, möchte er lieber wieder die Leichtigkeit von früher erleben und lässt sich auf ein gefährliches Unternehmen ein.

Der 1980 In Washington geborene Regisseur Christoph Ischinger schloss sein Studium an der HFF München mit dem Film „Es ist egal, aber“ ab. In seiner Geschichte über Charlie vereint er seine Liebe zum früheren Bonn, welches zur Zeit immer weiter umgebaut wird, und der freundlichen Zuneigung zu einem Faulenzer-Typen, der es nicht schafft sich in bestehende Gesellschaftsmodelle zu integrieren oder besser gesagt, das auch gar nicht möchte. Zusätzlich beschäftigt sich der Film, nachdem der Regisseur drei Jahre lang versucht hat einen Langfilm zu finanzieren, auch mit dem Thema des Scheitern und wie es sich wohl anfühlen würde, an dem Punkt zurückzukehren, an dem man einst gestartet ist. Der Film fängt wunderbar ein, dass man in der Vergangenheit schwelgen kann und bestimmt auch das eine oder andere wiederholen kann, aber die Zeit trotzdem weiterläuft. Der Protagonist ist dabei offensichtlich fehl am Platz und kann sich nicht richtig einfügen. Zusammen haben es der Regisseur Ischinger und sein Hauptdarsteller Shenja Lacher aber geschafft, dass die Figur nicht traurig oder bemitleidenswert erscheint, sondern dass diese die Sympathien der Zuschauer bekommt und so auch das zwar offene aber freundliche Ende sich wunderbar anschmiegt. Abgerundet wird der 30-minütige Kurzfilm durch seine guten Nebendarsteller, Originalschauplätze und einen authentischen Look, welcher dem Drehbuch zusätzlich mehr Leben einhaucht. Angesiedelt zwischen Drama und Komödie zeigt Christoph Ischinger mit seinem Kurzfilm „Es ist egal, aber“ sein inszenatorisches Geschick, so dass es vielleicht auch bald mit der Finanzierung seines Langfilmprojektes klappt.

Fazit: Der deutsche Kurzfilm „Es ist egal, aber“ erzählt die sympathische Geschichte eines Tunichtguts, der im Alter von 35 Jahren wieder am Anfang steht. Der Regisseur Christoph Ischinger schuf eine sehr unterhaltsame Dramödie und lieferte gleichzeitig einen authentischen Blick auf sein geliebtes Bonn mit einem liebenswerten Antihelden, der hervorragend von Shenja Lacher verkörpert wird.

Bewertung: 7/10

Der Teaser zum Kurzfilm „Es ist egal, aber“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Es ist egal, aber“ (2017)

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