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Filmkritik: Der Schweizer Spielfilm „Bagger Drama“ von Piet Baumgartner, der auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 seine Weltpremiere feierte und für die Beste Regie und mit dem Fritz-Raff-Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde, erzählt eine Geschichte von Verlust aus drei Perspektiven und zeigt vermutlich das erste Bagger-Ballett der Filmgeschichte.
Die 19-jährige Tochter ist bei einem Unfall gestorben. Zurück bleiben ihr Bruder Daniel (Vincent Furrer) und die Eltern Conny (Bettina Stucky) und Paul (Phil Hayes). Alle drei versuchen mit dieser Leerstelle in ihrem Leben umzugehen und arbeiten daran, dass die Familie nicht zerbricht. Während Paul sich in seine Arbeit und in eine Affäre flüchtet, will Conny nicht mehr in der gemeinsamen Firma arbeiten und bricht aus ihrem Alltag heraus. Der Sohn dagegen scheint auf der Stelle zu treten und wagt nicht, den nächsten Schritt zu einem eigenen, queeren Leben.
Der Schweizer Regisseur und Drehbuchautor Piet Baumgartner („The Driven Ones“ (2023)) erzählt in seinem ersten Spielfilm eine schwer verdauliche Geschichte. Er selbst hat seine Schwester bei einem Unfall vor über 15 Jahren verloren und setzt diese Verlusterfahrung in einem autofiktionalen Drehbuch um. Dabei erzählt er die Geschichte jeweils aus einem anderen Blickwinkel und erforscht über einen vierjährigen Zeitraum verschiedene Coping-Strategien, um das Erlebte zu verarbeiten. Dazu trägt die Besetzung mit ihrem authentischen Spiel maßgeblich bei. Auch wenn man bestimmte Wege und Reaktionen nicht
unbedingt verstehen kann, entsteht ein Gefühl für die Personen und was sie durchmachen. Auf formaler Ebene wurde beinahe dokumentarisch und an Original-Schauplätzen gedreht, so dass man von Zeit zu Zeit vergisst, dass es ein Spielfilm ist. Cineastisch dagegen sind manche stilisierte Bilder, wie das Ballett der Bagger, welches in dem Film eine eigene Tradition besitzt. Dieses wirkt gleichzeitig diesseitig aber irgendwie auch entrückt. Wie eine Verschnaufpause gestaltet sich dieser seltsamer Tanz, um uns dann mit voller Wucht wieder zu dieser Familie, ihrem Leben und der Frage, wie es nach so einem Verlust weitergehen kann, zurückzuführen.
Fazit: „Bagger Drama“ ist der erste Spielfilm des Schweizer Filmemachers Piet Baumgartner, der darin von einer Familie erzählt, die unter dem Verlust eines Familienmitglieds zusammenzubrechen droht. Mit klarem Blick, verschiedenen Perspektiven und authentischen Bildern schuf er ein Drama, das einen tief berührt, ohne dafür die gängige dramatische Palette zu bedienen.
Bewertung: 4/5
Trailer zum Film „Bagger Drama“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Film „Bagger Drama“
- Patrick Wellinski: Bagger-Drama: Das Filmfestival Max-Ophüls in Saarbrücken, in: Podcast ‚Deutschlandfunk Kultur – Fazit‘, 25.01.2025.
- Berner Film „Bagger Drama“ gewinnt Preis in San Sebastián, in: Podcast ‚SRF news: Regionaljournal Bern Freiburg Wallis‘, 30.09.2024.
- Rouven Linnarz, ‚Bagger Drama‘, film-rezensionen.de, 2025
- Martin Burkhalter, ‚Bern: Film «Bagger Drama» beruht auf Erfahrungen des Regisseurs‘, derbund.ch, 2025
- Sonja Marx, ‚Max Ophüls Preis: Bagger Drama‘, ardmediathek.de, 2025

