Acht Fragen an Jaśmina Wójcik

© Wajda Studio, Photograph: Jakub Wróblewski

Interview: Die Regisseurin Jaśmina Wójcik erzählt im Gespräch, wie sie die Geschichte zu dem ungewöhnlichen Dokumentarfilm „Symphony of the Ursus Factory“ fand, wie es war mit den Bewohnern in Kontakt zu treten und wie sie den Film visuell, tonal und storytechnisch in Einklang gebracht hat.  

The original english language interview is also available.

Dein Film „Symphony of the Ursus Factory“ war für mich einer der außergewöhnlichsten Beiträge des DOKs. Kannst Du mir mehr zur Entstehung erzählen. Ist es aus einem Kunstprojekt hervorgegangen?

© Wajda Studio, Photograph: Jakub Wróblewski

Im Jahr 2011 fotografierte ich bei einem Spaziergang mit Freunden leere, bröckelnde Backsteinhallen der ehemaligen Traktorenfabrik in Ursus. Fasziniert von ihnen als rein künstlerische Architekturobjekte, schickte ich die Bilder an meinen Vater, der in Ursus (heute ein Bezirk von Warschau – damals ein Dorf bei Warschau) geboren und aufgewachsen ist. Er rief mich verzweifelt an und fragte: „Wie konnte das passieren? Wie konnte dieser Ort, der früher vor Leben strotzte – die Fabrik, eine Stadt in einer Stadt – so vollständig zerstört werden?“ Er erinnerte sich an Tausende von Menschen, die jeden Tag aus den Zügen strömten und zum Haupttor der Fabrik gingen. Er erwähnte Kindertagesstätten und Kindergärten in der Fabrik (für die Kinder der Mitarbeiter) sowie die gesamten Sozialeinrichtungen (Ausflüge und Ferien für die Mitarbeiter, Sommerlager für Kinder, Kredite, Häuser usw.). Ich begann mich zu fragen, wie es vorher aussah. Ich habe eine Anzeige geschrieben, in der stand, dass ich nach ehemaligen Mitarbeitern der Fabrik suche. Ich habe die Poster auf alle Litfaßsäulen in allen Teilen von Ursus geklebt (hauptsächlich in denen, die speziell für Fabrikarbeiter gebaut wurden). Zahlreiche Leute kontaktierten mich – ich traf sie, sprach mit ihnen und hörte ihre Erinnerungen ungläubig an. Menschen, die ich traf, hatten viele Jahre in der Fabrik gearbeitet – oft ganze Familien oder sogar Generationen von Familien. Ihr Leben war eng mit diesem Ort verbunden. Es ging nicht nur um die Arbeit, sondern auch um gemeinsame Siedlungen (für die Mitarbeiter), Ausflüge (Sommerlager, Ferien), Interessen (das Kulturzentrum der Fabrik arbeitete u.a. mit dem Nationalmuseum, dem Großen Theater, der Akademie der Bildenden Künste in Warschau zusammen) – all jene Menschen, die früher in einer vertrauten Gemeinschaft lebten. Bis heute arbeiten Seniorenclubs und die University of the Third Age sehr aktiv in Ursus – getragen von der Notwendigkeit, mit anderen zusammen zu sein, von dem Gefühl, Mitglied einer großen Gemeinschaft zu sein. Die Bedeutung des „Zusammenseins“ in der Fabrik war ein großer Teil ihrer Geschichten. Früher verfügten sie über eine umfassende soziale Infrastruktur, eine Kindertagesstätte, einen Kindergarten, ein Kulturzentrum, ein Freibad, viele Orte, die der Organisation des Alltags gewidmet waren und einen Raum für Treffen nach der Arbeit boten. Die Menschen schätzten es wirklich, sie hielten es für wichtig, dass jemand an sie und ihre Bedürfnisse dachte. Man kann von ihnen die Bedeutung der Gemeinschaftsarbeit lernen, den Respekt sowohl vor ihrem Chef als auch vor einem neu eingestellten Praktikanten.

Ich habe ehemalige Mitarbeiter vor allem nach ihrer Arbeit gefragt – wann sie angefangen haben, an welcher Stelle sie gearbeitet haben, wie sie sich an diese Zeiten erinnern. Anfangs war es für mich schwer zu glauben, dass sie in ihren Geschichten – jahrzehntelang in derselben Fabrik zu arbeiten, die mit sozialen Einrichtungen ausgestattet war (auf dem Gelände der Fabrik gab es eine Klinik, Ärzte und Kindergärten für die Kinder der Mitarbeiter, es gab Möglichkeiten für organisierte Ferien für die Mitarbeiter und Sommerlager für ihre Kinder, es gab einen Kreditfonds für Mitarbeiter, einfachen Zugang zu Wohnungen in nahegelegenen Siedlungen usw.), zufrieden mit ihrer Arbeit waren. Die meisten von ihnen stehen noch in engem Kontakt mit ihren ehemaligen Kollegen aus der Fabrik, denn das Arbeitsklima war geprägt von gegenseitigem Respekt und Respekt vor ihren Vorgesetzten (oft Spezialisten mit langjähriger Erfahrung in ihren Fachgebieten). Und dann der Konflikt mit der heutigen Realität, in der es keinen Platz für sie gibt. Sie teilten ihre Erinnerungen und fragten immer wieder, ob das etwas ändern würde. Was sollte ich mit ihnen machen? Ich organisierte einen akustischen Spaziergang auf dem Gelände der ehemaligen Ursus-Fabrik, der aus einem Spaziergang auf diesen postindustriellen Flächen bestand, begleitet von den Geräuschen (von Lautsprechern auf meinem Rücken) früherer archivierter Erinnerungen an Fabrikarbeiter. Rund zweihundert Menschen nahmen an dem Spaziergang teil. Ich war sehr zufrieden, als einer meiner aufgezeichneten Befragten zu mir kam und sagte: „Es kamen viele Leute. Viele Leute werden uns hören. Sie werden viel lernen!“. Er wusste nicht, wie viel. Der Spaziergang hatte eine Reihe von Auswirkungen, die wir noch nicht kannten, er zog Menschen an, für die von da an das Thema der ehemaligen Ursus-Fabrik und ihrer Mitarbeiter zum übergeordneten Thema wurde, an das man sich erinnern sollte.

Seit dem akustischen Rundgang um die ehemalige Ursusfabrik bin ich nicht mehr allein – Izabela Jasińska, Pat Kulka und Igor Stokfiszewski sind meine Freunde, die auch den Ursus-Geist eingefangen haben und das Potenzial in ihrer lokalen Gemeinschaft gesehen haben. Ab 2013 (natürlich immer noch in Zusammenarbeit mit der Ursus-Gemeinschaft – formelle und informelle Gruppen, Senioren, Jugendliche u.a.) sind wir ein Team, das sozial-künstlerische Aktivitäten im Bezirk initiiert. Wir sind ständig im Bezirk präsent – hören auf Menschen und arbeiten mit ihnen zusammen (nicht nur für sie – es ist sehr wichtig).

Im Abspann sieht man die Proben für den Film – Wie lange haben sie sich darauf vorbereitet und warst Du und Deine Crew vorher die ganze Zeit anwesend?

© Wajda Studio, Photograph: Jakub Wróblewski

In ihren Berichten kehren unsere Charaktere für einen Tag an ihre alten Arbeitsplätze zurück (die Ruinen der Produktionsstätte, der Schutt, Erdhaufen, neue Wohnsiedlungen, etc.). Wir starteten die Entwicklung mit der Organisation eines dreitägiges Castings für den Film. Auf der Grundlage der Lebensgeschichten von sechzehn ausgewählten Teilnehmern (aus verschiedenen Berufen, Positionen, Wohnorten, Alter, Geschlecht und gegenseitigen Beziehungen) haben Igor Stokfiszewski und ich ein Drehbuch geschrieben. In den nächsten neun Monaten nahm die ausgewählte Besetzung an sehr intensiven Workshops des Choreografen Rafał Urbacki und des Komponisten Dominik Strycharski teil. Rafał und Dominik gewöhnten sie daran, die Geräusche, die sie (oder ihre Maschinen) am Arbeitsplatz machten, nachzubilden und ihre autonomen Bewegungen zu identifizieren.

Basierend auf einigen alten Fotografien, auf denen unsere Helden zu sehen sind, wie sie früher arbeiteten und lebten, und anderen im Film gezeigten Orten, erstellte Jakub Wróblewski ein detailliertes Storyboard mit einem künstlerischen Konzept für die Kameraarbeit jeder Szene. Rafał Urbacki – der Choreograph – bereitete sehr spezifische Anweisungen für den Tanz der Traktoren vor und schuf eine aufwändige Choreographie nicht nur für unsere Figuren, sondern auch für die Maschinen. Und dank der früheren Workshops konnten wir in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zwischen den Darstellern und uns – den Machern – reibungslos zum Dreh übergehen.

Die Arbeit an diesem Film war von Anfang an einzigartig. Es basierte auf der Reaktion auf den Darsteller: ihre Gesten, Bewegungen, Erinnerungen, Träume. Das Drehbuch entwickelte sich kontinuierlich weiter, und der Film sollte partizipativ sein, um die Darsteller aktiv in den Entstehungsprozess einzubeziehen.

Außer den persönlichen Schicksalen steht Deine Geschichte für Heimat und deren Verlust durch Veränderungen. Wie universell siehst Du Deine Aussage? Denkst Du eher lokal oder global?

Ich denke lokal und auch global. Das sind Prozesse, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. Aufbau des Kapitalismus auf Kosten der schwächsten Arbeitnehmer. Es ist unglaublich! Ich bin nicht damit einverstanden, ihre Geschichten, ihren Arbeitsethos und ihre Würde zu verdecken.

Deine Bildsprache ist phänomenal. Am Anfang meint man noch einen normalen Dokumentarfilm zu sehen, doch mit dem Betreten der Fabrik ändert sich die Bildsprache. Kannst Du mir mehr zu dem visuellen Konzept erzählen?

© Wajda Studio, Fotograf: Jakub Wroblewski

Ich arbeite mit Jakub Wróblewski (seit 13 Jahren) zusammen – er ist auch mein Kollege und Ehemann. Er hat ein einzigartiges Auge. Gemeinsam schaffen wir alles, was wir wollen. Die visuelle Form ist mir sehr wichtig, die Art und Weise, wie wir Inhalte vermitteln. Zuerst sind wir Künstler, wir erschaffen uns selbst und unsere Bildsprache. Mit diesem Film hatten wir die Möglichkeit zu spielen, alle Mittel und Ausrüstung zu benutzen, von denen wir geträumt haben. Wir fühlten uns wie Kinder, die erforschen, spielen und alles möglich machten!

Neben der visuellen Ästhetik spielt natürlich der Ton und die Musik eine prominente Rolle. Kannst Du mir mehr dazu erzählen?

Unser Komponist – Dominik Strycharski leitet Workshops mit den Charakteren und dem Orchester.

Die Workshops basieren auf der Arbeit mit der Stimme als dem ultimativen menschlichen Instrument, als grundlegendem und zugleich vielseitigem Ausdrucksmittel. Er benutzte Improvisation, von ihm geleitete Strukturen und verschiedene Formen der musikalischen und theatralischen Komposition. Die Workshops bestanden zunächst darin, Klänge zu extrahieren – einzeln und in Gruppen. Dann fragte Dominik nach den Geräuschen am Arbeitsplatz jedes Helden. Am Ende wurde das Werk in jeder einzelnen Symphonie mit onomatopoetischen Klängen kombiniert.

Dein Film ist ein Dokumentarfilm, aber trotzdem schwer in eine Schublade zu stecken. Wie würdest Du den Film selber einordnen?

Ich bewege mich gerne zwischen den Genres, breche die Regeln und benutze den Film als eines der Werkzeuge des künstlerischen Ausdrucks, definiere ihn aber auf eine andere Weise – sozial und partizipativ.

Wird Dein Film noch weiteren Festivals laufen und bekommt er eine Kinoauswertung?

Wir versuchen es. Wir haben einen Distributor – Monoduo Films. Wir werden sehen.

Jetzt nochmal zu Dir – Du bist eigentlich Künstlerin. Erzähl mir mehr und wie es bei Dir weitergehen wird. Kann man sich auf weitere Filme von Dir freuen? Hast Du die Freude an der Regie entdeckt?

Als Künstlerin bewege ich mich zwischen vielen Disziplinen. Die Arbeit als Regisseurin ermöglichte es mir schließlich, alle meine Interessen und Fähigkeiten zu bündeln. Ich bin begeistert davon! Ich plane bereits weitere Projekte.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Films „Symphony of the Ursus Factory


Interview: The director Jaśmina Wójcik talks about how she found the story for the unusual documentary „Symphony of the Ursus Factory“, how it was to get in touch with the inhabitants and how she brought the film visually, tonally and story-wise into harmony.

Your film „Symphony of the Ursus Factory“ was for me one of the most extraordinary films at the DOK Leipzig. Can you tell me about the creation? I heard that it emerged from an art project.

In 2011 I started working with the former employees of the Ursus tractor factory. It was an artistic, animating, activist and educational project, aimed at rebuilding the identity of the district fallen into decline after the industrial collapse at the beginning of the century. My father comes from Ursus, and the factory always defined this place, it was what made the town; before that Ursus was nothing but a few minor villages.

I recorded the former workers talking about their jobs. When speaking, their arms, legs and backs moved like they used to when they were at work. It reminded me of a silent dance. That was when I realised that their bodies still remember, and I found it fascinating. The idea was born to make a film which would show those people and one day in the life of the factory – the employees going to work, returning to their workstations as they look now, re-enacting their work in a kind of a performative dance and, by doing so, bringing the produced tractors to life. The tractors from all around the country gather to perform a dance of gratitude for their makers and forever remain the genius loci, a part of the identity of the place.

Can you tell me more about the inhabitants of Ursus: how they took on the idea and how they felt about it?

In 2011, during a walk with friends I photographed empty, crumbling brick halls of the former tractor factory in Ursus. Fascinated by them as purely artistic architectural objects, I sent the pictures to my father who was born and brought up in Ursus (now a district of Warsaw – then a village near Warsaw). He called me in despair with the question – how could this happen? How could this place that used to teem with life – the factory, a city within a city – get so completely destroyed? He recalled thousands of people pouring out from the trains every day, heading to the main gate of the factory. He mentioned nurseries and kindergartens in the factory (for the employees’ children), as well as the whole social facilities (trips and holidays for the employees, summer camps for children, loans, homes etc). It started to make me wonder – what did it look like before? I wrote an ad saying that I’m looking for former employees of the factory. I put the posters on all advertising pillars in all parts of Ursus (mainly in those built specifically for factory workers. Numerous people contacted me – I met them, talked to them and listened to their memories in disbelief. People I met had worked for many years in the factory – often with entire families, or even generations. Their lives were closely related with this place. It was not just work, but also common settlements (dedicated for employees), trips (summer camps, holidays), interest (factory’s cultural center collaborated i.a. with the National Museum, the Grand Theatre, the Academy of Fine Arts in Warsaw) – all those people used to live in a familiar community. Till this day Seniors Clubs and the University of the Third Age work very actively in Ursus – brought from the need to be with others, from the sense of being members of one big community. The importance of „being together“ experienced in the factory was a big part of their stories. They used to have full social infrastructure, a nursery, a kindergarten, a cultural center, an outdoor swimming pool, a lot of places dedicated to facilitate the organization of everyday life, providing a space for after-work meetings. People really appreciated it, they felt they were important, that someone was thinking of them and their needs. One can learn from them the importance of community work, the respect both for their boss but also for a newly recruited intern.

I asked former employees mostly about their work – when they started, at what position they worked, how they recall those times. Initially it was hard for me to believe their stories –spending decades in the same factory, being provided with social facilities (on the premises of the factory there was a clinic, nurseries and kindergartens for the children of employees, there were possibilities for organized holidays for the employees and summer camps for their children, there was a loan fund for employees, easy access to housing at nearby settlements etc.), being satisfied with their job. Most of them are still in close touch with their former colleagues from the factory, because the work atmosphere was full of mutual respect, and respect for their superiors (often specialists with many years of experience in their fields of expertise). And then the clash with today’s reality where there is no place for them. They shared their memories and kept asking whether this would change anything. What will I do with them? I organized an Acoustic Walk around the grounds of the former Ursus factory, which consisted on the walk on those post-industrial areas accompanied with the sound (coming from speakers placed on my back) of earlier archived memories of factory workers. Around two hundred people participated in the walk. I had great satisfaction when one of my recorded interviewees came up to me and said: „A lot of people came. A lot of people will hear us. They will learn a lot!“. He didn’t know how much – the Walk launched a series of consequences of which we hadn’t known yet, it attracted people, for whom from then on the subject of former Ursus factory and its employees became the overriding issue, an issue commemoration of which is worth fighting.

Since the Acoustic Walk around the former Ursus factory, I haven’t been acting alone – Izabela Jasińska, Pat Kulka and Igor Stokfiszewski are my friends who also caught the Ursus spirit and saw the potential in its local community. From 2013 (of course, still with the cooperation of Ursus community – formal and informal groups, seniors, youth et al.) we are a team initiating socio-artistic activities in the district. We are all the time present in the district – listening to people and work together with them (not for them just with them – its very important).

In the credits you can see the rehearsals for the film. How long did they prepare for it and were you and your crew present the whole time?

In the statement, our characters return to their old workstations for one day (the ruins of the production plant, the rubble, heaps of soil, new housing estates, etc.). We started the development – we organised a three-day casting for the film. Basing of the life stories of sixteen selected participants (of various professions, job positions, living places, age, sex and mutual relations), Igor Stokfiszewski and I wrote a screenplay. For the next nine months the selected cast participated in very intense workshops run by choreographer Rafał Urbacki and composer Dominik Strycharski. Rafał and Dominik were getting them used to recreating the sounds they (or their machines) made at the workstation and identified their autonomous movements.

Based on some old photographs of where our heroes used to work and live, and of other locations shown in the film, Jakub Wróblewski created a detailed storyboard, including an artistic concept for each scene’s photography. Rafał Urbacki – the choreographer – prepared very specific directions for the tractors’ dance, creating an elaborate choreography not only for our characters, but also the machines. And thanks to the earlier workshops, we could smoothly progress to the shooting in an atmosphere of mutual trust between the cast and us – the creators.

Working on this film was unique from the very beginning. It was based on reacting to the cast: their gestures, moves, memories, dreams. The screenplay continuously evolved, and the film was supposed to be participatory, to actively involve the cast in the making process.

Besides the personal fates your story stands for homeland and its loss through change. How universal do you see your message? Do you think rather locally or globally?

I think locally and globally as well. These are processes that are present all over the world. Building capitalism at the expense of the weakest employees. It’s unbelievable! I do not agree to erasing their storys, work ethos and their dignity.

Your visual language is phenomenal. In the beginning you think you are watching a normal documentary film, but when you enter the factory the visual language changes. Can you tell me more about the visual concept?

I’m working with Jakub Wróblewski (since 13 years) – he is my coworker and husband as well. He has a unique eye. Together we are creating everything we want. The visual form is extremely important to me, the way in which content is giving. First of all we are artists, we creating ourselves and our visual language. With this film we had the opportunity to play, use all the means and equipments we dreamed about. We were feeling like children, who can explore, play and make everything possible!

In addition to the many different aesthetics, sound and music naturally play a prominent role. Can you tell me more about that?

Our composer – Dominik Strycharski run workshops with Characters and with Orchestra.

The workshops are based on working with voice as the ultimate human instrument, as basic and – at the same time – most versatile medium of expression. He used improvisation, as well as structures conducted by him, and various forms of musical and theatrical composition. Initially, the workshops consisted in extracting sounds – singly and in groups. Then Dominik asked about the sounds of each hero’s workplace. At the end, the work was combined with onomatopoeic sounds in every single symphony.

Your film is a documentary, but still hard to put in a drawer. How would you classify the film?

I like to move among genres, break the rules and use the film as one of the tools of artistic expression, but defined in a different way – socially and participatively.

Will your film be shown at other festivals and will it be released in cinemas?

We try to :) We have sales agent – Monoduo Films. We will see.

Now to you again – you are an artist. Tell me more and how it will go on with you. Can you look forward to more films from you? Have you discovered the joy of directing?

As an artist, I move between many disciplines. The director’s work finally allowed me to combine all my interests and skills. I’m delighted with it! I’m already planning more projects.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the movie „Symphony of the Ursus Factory

2 Gedanken zu “Acht Fragen an Jaśmina Wójcik

  1. Heiderose schreibt:

    Die Beiträge zu diesem Dokumentarfilm haben mich persönlich tief berührt und ließen mich Parallelen zum eigenen Leben entdecken. Aber besonders die ungewöhnliche Umsetzung dieses Thema’s und die Worte von Frau Wojcik darüber, haben mich sehr neugierig auf diesen Film gemacht. Wann und wo hat man die Möglichkeit ihn zu sehen?

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