„Herr Doktor geht“ (2017)

Kurzfilm / Österreich / Dokumentation / 2017

Filmkritik: Als der Regisseur und Dokumentarfilmer Martin Nguyen erfuhr, dass sein ehemaliger Hausarzt in Rente geht, ergriff er die Gelegenheit, dessen Abschied von den PatientInnen dokumentarisch festzuhalten. Herausgekommen ist der 16-minütige Kurzfilm „Herr Doktor geht“, welcher auf den 29. Bamberger Kurzfilmtagen im Dokumentarfilmblock zu sehen war.

Nach 41 Dienstjahren geht Dr. Shiraz Rabady in Rente. Als Allgemeinmediziner war er viele Jahre lang der Ansprechpartner für seine PatientInnen. Am letzten Tag zeigen sie ihm seine Dankbarkeit. Jetzt kann sich der in Uganda geborene 75-jährige Zeit für seine Frau nehmen und blickt auf sein Leben in Wien und seiner Zeit als langjähriger Hausarzt zurück.

Der in Malaysia geborene und bereits im Alter von einem Monat nach Wien gezogene Filmemacher Martin Nguyen (*1980) hat mit mehreren Kurzfilmen und seinen Langfilmen „Ich muss Dir was sagen“ (2006) und  „Tomorrow you will leave“ (2012) sein Können für soziale Dokumentarfilme bewiesen. Nachdem er sehr kurzfristig von dem letzten Praxistag seines ehemaligen Hausarztes Dr. Rabady, der selbst durch sein Medizinstudium nach Wien gekommen ist, erfahren hatte, wollte er darüber einen Film drehen. Mit einer Grundausstattung durfte er den Arzt während seines letzten Tages begleiten und das Abschiednehmen einfangen. Angereichert wird der Film noch von zusätzlichen Interviews mit Dr. Rabady, der von seinem Leben als Hausarzt berichtet. Dabei merkt man dem Film die Leichtigkeit an und wie schnell Nguyen das Vertrauen gewinnen konnte. So ist der Kurzfilm „Herr Doktor geht“ ein spontan gedrehtes, offenes und intimes Portrait, das ehrlich und mit viel Herz seine Geschichte erzählt. Das macht den Film vor allem liebenswert und erzählt dabei leichtfüßig vom Fuß fassen in einem anderen Land und vom Abschiednehmen.

Fazit: Martin Nguyens Dokumentar-Kurzfilm „Herr Doktor geht“ ist ein intimes, spontanes Portrait des Allgemeinmediziner Dr. Rabady, der entschieden hat, mit 75 Jahren in Rente zu gehen. Mit der richtigen Mischung aus Alltagsbeobachtung und Interviews fängt der Kurzfilm das Abschiednehmen ein, portraitiert den Arzt auf liebevolle Weise und setzt ihm damit ein kleines Denkmal voller Dankbarkeit.

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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