„Bester Mann“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland, Österreich / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der 44-minütige Film „Bester Mann“ (AT: „Main Man“) von Florian Forsch, gesehen auf dem 28. Filmfestival Cottbus, erzählt eindringlich, wie schnell jemand in ein ungesundes Abhängigkeitsverhältnis rutschen kann und fußt dazu noch auf wahren Begebenheiten.

Der schüchterne Teenager Kevin (Adrian Grünewald) wünscht sich nichts mehr, als dazu zu gehören. Doch alle seine Versuche scheitern. Da lernt er den selbstsicheren Fotografen Bennie (Frederik Schmid) kennen, welcher ihn motiviert und aufbaut. Glücklich einen Freund gefunden zu haben, will er Bennie auch unterstützen.

Frederik Schmid und Adrian Grünewald

Der deutsche Filmemacher Florian Forsch (*1981) beschäftigte sich ursprünglich damit, wie Jugendliche für rechtsextreme Gruppierungen geködert werden und stieß dann auf den besonderen Fall, wo ein Anführer noch weiterging. Sein 44-minütiger Abschlussfilm an der Kunsthochschule für Medien in Köln wurde 2018 mit dem Max-Ophüls-Preis für den besten mittellangen Film ausgezeichnet und das zu Recht. Der Film schafft es gut zu vermitteln, wie es zu solchen, auch extremen, Abhängigkeitsverhältnissen kommen kann. Der Schauspieler Frederik Schmid lässt den Charakter Bennie mit viel Charisma auftreten, so dass man Kevin anfänglich gut verstehen kann, dass er diese Freundschaft unbedingt will und ja auch selbst die Schritte in die für Außenstehende klar erkennbare falsche Richtung macht. Der Film ist treffsicher, schonungslos und geht mit seiner Geschichte in aller Konsequenz unter die Haut. Dafür muss der Regisseur Forsch, der auch das Drehbuch, dazu schrieb, nicht einmal alles zeigen, die Vorstellungskraft ergänzt das Ungesehene und macht den Film dadurch noch stärker. Hinzu kommt die souveräne Umsetzung und die Wahl der beiden Hauptdarsteller Adrian Grünewald und Frederik Schmid, welche ihre Rollen fernab von Klischees und mit viel Menschlichkeit erschreckend authentisch wiedergeben. Das macht den mittellangen Film „Bester Mann“ sehr eindringlich und verortet ihn neben starken Filmen wie „Kriegerin“ (2011) und dem Klassiker „American History X“ (1998), welche mit ähnlicher Kraft fiktional von der rechtsradikalen Bewegung erzählen.      

Frederik Schmid

Fazit: Florians Forsch Abschlussfilm „Bester Mann“, besetzt mit zwei überzeugenden Darstellern und einem gut gewählten Setting, besticht durch seine packende Geschichte, welche auf eindringliche Art erklärt, wie es zu Abhängigkeitsverhältnissen kommen kann und geht damit unter die Haut.

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Bester Mann“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

2 Gedanken zu “„Bester Mann“ (2018)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.