„Morgen geht’s los, sagt der Mumpf“ von Annette Herzog (2018)

72 Seiten / ab 5 Jahren / Moritz Verlag

aus „Morgen geht’s los, sagt der Mumpf“
© Moritz Verlag

Buchkritik: Das Kinderbuch „Morgen geht’s los, sagt der Mumpf“ mit vielen Illustrationen bietet sich mit seiner Kapitelstruktur als wunderbares Vorlesebuch an. Die Autorin Annette Herzog schafft es dabei eine entzückende Geschichte mit innewohnenden Lehren, die nicht versteckt, aber herzlich sind, die Leser an den Helden – den Mumpf – zu binden und in seine kleine Welt zu entführen.

Nachdem die Schneeeule für die Sommermonate in den Norden geflogen ist, ist der Mumpf sehr traurig. Deswegen fängt er an, ihr Briefe zu schreiben, damit sie auch weiß, wie sehr er sie vermisst. Der Mumpf ist auch davon überzeugt, dass es nur eine wahre Freundschaft geben kann, und so reagiert er etwas empfindlich als sich der alte Maulwurf zu ihm gesellt. Doch mit ihm und der liebenswerten Hermelinfamilie, die alle für ihn da sind, erarbeitet er den Plan, selbst in den Norden zu reisen, um die vielen Briefe persönlich abzugeben. Doch auf so eine Reise sollte man sich gut vorbereiten.

Die deutsche Schriftstellerin und Kinderbuchautorin Annette Herzog (*1960), die eine zeitlang in Kopenhagen gelebt hat, hat schon viele Kinderbücher geschrieben. 2017 brachte sie ihre erste Geschichte über den Mumpf auf den Markt: „Frühling mit Freund“, in der sie von der wachsenden Freundschaft zwischen Mumpf und der Schneeeule erzählt. In der Quasi-Fortsetzung „Morgen geht’s los, sagt der Mumpf“ geht sie wieder dem Thema der Freundschaft nach, doch diesmal beschäftigt sie sich auch mit dem Verlust dessen, der Sehnsucht und ob man auch mehrere Freunde haben kann. Auf den 72 Seiten erzählt die Autorin eine fast klassische Geschichte, die sich stets um Alltagssituationen dreht. Wie versendet man einen Brief und was packt man alles für eine Reise ein. Dabei sind ihre Botschaft und die Lehren, die sich an Kinder ab fünf Jahre richten, nicht versteckt, aber niemals unsympathisch moralisierend. Mit der Zeit legt der Mumpf seine egoistische Haltung Stück für Stück ab und zeigt, dass Änderungen zwar Zeit brauchen, aber funktionieren können. So wird der Protagonist auch immer mehr zum Sympathieträger, welchem man das unvermeidbare Happy End gönnt.

aus „Morgen geht’s los, sagt der Mumpf“
© Moritz Verlag

Abgerundet wird das Kinderbuch von den fantastischen Zeichnungen des Illustratorenpaares Ingrid (*1953) und Dieter Schubert (*1947), die auch schon den Vorgänger mit Bildern versehen hatten. Sie schufen mit dem Mumpf ein undefinierbares, aber irgendwie entzückendes Zwitterwesen, was aber mit real existierenden Tieren interagiert. Die Charakterisierungen der Tiere sind entzückend. Dabei fangen die Zeichnungen wunderbar und mit charmanten Details die Welt des Mumpfs ein. Die Bilder tragen so viel zur Wirkung der Geschichte bei und beflügeln die Fantasie aller Leser.

Fazit: Das Kinderbuch eignet sich als Vorlesebuch wunderbar für Kinder ab fünf Jahren und verpackt seine Botschaft in Lehren und entzückende Geschichte, die wunderbar auch einzeln vorgelesen funktionieren. Der Mumpf, der nach und nach immer mehr den wahren Wert der Freundschaft erkennt, ist der perfekte Held für die Geschichte von Annette Herzog und wird wunderbar bebildert von den Zeichnungen der Illustratorenpaars Schubert.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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