Acht Fragen an Nikolai Keller und Teal Greyhavens

Interview: Im Gespräch mit den beiden amerikanischen Filmemachern Nikolai Keller und Teal Greyhavens konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „Special Day“, den man nicht nur auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival sehen konnte, sondern auch online, erfahren. Sie berichten von ihrer Zusammenarbeit, wie die Idee entstand und wie viel Aufwand dahinter steckte, die Kreaturen zum Leben zu erwecken.   

The original english language interview is also available.

Erzählt mir mehr über die Entstehung der Geschichte hinter eurem Kurzfilm „Special Day“.

Wir wussten, dass wir einen Horrorfilm machen wollten, aber wir wussten auch, dass wir nicht nur eine Fingerübung, die nur Wert auf Stil legt, machen wollten. Die Welt hat bereits genug gut choreographierte Szenen, in denen jemand von einem Mörder durch den Wald verfolgt wird. Für uns muss es immer eine übergeordnete Idee geben, entweder konzeptionell oder thematisch. Erst als wir auf die Prämisse der „Wächter-Figur stießen, hatten wir das Gefühl, dass wir etwas haben, das es wert war, umgesetzt zu werden. Wir mögen die Idee, eine universelle Angst – die Unvermeidlichkeit unseres eigenen Todes – zu nehmen und ihr eine alptraumhafte, physische Verkörperung zu geben.

Was lag euch bei der Umsetzung am Herzen?

Wir wollten alle unsere unglaublichen Darsteller und Crew am Set glücklich machen und ihnen ein Erlebnis bieten, dass sich sowohl freundschaftlich als auch professionell anfühlt. Wenn man einen Film mit winzigen Budget macht, und jeder dort mitmacht und alles gibt, obwohl es sich finanziell nicht lohnt, muss man sicherstellen, dass zumindest gute Snacks angeboten werden.

Wie habt ihr die Kreatur dafür entwickelt?

William Frederick Knight, Laura Wernette, Ed Zajac, Lisa Roumain, Kent Hatch, Caesar James, Sara Davenport-Ebersole, Debba Rofheart, Richard French und Langdon Ferguson

Wir hatten die fantastische Make-up-Künstlerin Rafif Haj Ahmad, mit der wir bereits bei einem früheren Projekt zusammengearbeitet hatten. Wir verbrachten einige Zeit damit, uns mit ihren Referenzen vorzubereiten, Ideen gemeinsam zu entwickeln und zu versuchen, den Look zu definieren. Aber letztendlich erweckte sie die Wächter mit ihrem verrückten Talent und ihrer stundenlangen Ausdauer zum Leben. Jeder Sentinel brauchte etwa 3-4 Stunden, um erschaffen zu werden, und sie schaffte vier davon in einer einzigen Nacht.

Wie habt ihr eure Hauptdarstellerin Maya Bowman gefunden?

Maya Bowman

Wir neigen dazu uns beim Casting bei all unseren Projekten Zeit zu nehmen. Wenn du einen Charakter nicht überzeugend findest oder den Worten, die aus ihrem Mund kommen, nicht glaubst, dann ist das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt. Glücklicherweise fanden wir Maya bei einer unserer späteren Vorsprechen und wussten ziemlich schnell, dass wir endlich das Mädchen gefunden hatten, das diesen High-Concept-Film und diese gruselige Familie in Wirklichkeit verankern konnte. Es ist eine sehr reaktive Rolle, und sie hat diese bemerkenswerte Fähigkeit, Nuancen und einen Sinn für die Geschichte zu vermitteln, ohne eine Zeile zu sagen.

Wie kam es zu euer Zusammenarbeit und habt ihr eure Aufgabengebiete streng voneinander getrennt?

Laura Wernette und Caesar James

Wir teilen unsere Arbeit überhaupt nicht. Das sollten wir wahrscheinlich tun. Wir schreiben und führen nicht nur gemeinsam Regie, wir suchen gemeinsam Drehorte und beschaffen gemeinsam Kostüme von ‚Goodwill‘. Ehrlich gesagt, haben wir uns gegenseitig ein wenig satt.

Ich finde der Film besitzt genug Potential für mehr. Könntet ihr euch das Thema ebenfalls in einem anderen Kurzfilm oder Langfilm vorstellen?

Dank dem Release und der positiven Resonanz, die der Kurzfilm erhalten hat, hatten wir einige lustige Gespräche über die Umsetzung dieses Konzepts in einen Spielfilm. Wir können noch nicht allzu viel darüber sagen, wie sich die Dinge entwickeln, aber im Grunde genommen – ja, wir stimmen zu!

Könnt ihr mir zum Schluss noch ein bisschen mehr von euren filmischen Wurzeln erzählen?

Debba Rofheart, William Frederick Knight und Langdon Ferguson

Mal sehen: Wir sind hauptsächlich Genre-Jungs – Thriller, Horror, Sci-Fi, Action. Wir genießen immer einen guten Raubüberfall. Wir lieben eine bedrohliche Ankunft auf einem fremden Planeten. Oder ein schöner klimaktischer Schwertkampf auf einer Klippe. Auch Unterwasserfilme. Seltsames, erfinderisches Kreaturendesign. Ernie Hudson [Anm. d. Red.: Regisseur von u.a. „Die Ghostbusters“ (1984)]. Die „Twilight Zone“ (2002). Jan De Bont [Anm. d. Red.: Regisseur von u.a. „Speed“ (1994)]. „Under The Skin“ (1997). Alfonso Cuaron [Anm. d. Red. Drehbuchschreiber u.a. von „Gravity“ (2013) und „Roma“ (2018)] usw. Hilft das?

Gibt es schon neue Projekte – auch wieder welche, wo ihr gemeinsam arbeitet?

Wenn überhaupt, dann ist unser Problem, dass wir immer zu viel am Laufen haben. Wir haben noch einen weiteren Kurzfilm in der Vorproduktion – der ist ein charakterbasierter Thriller – wir haben im Winter ein Musikvideo gedreht, und wir haben auch mehrere Spielfilm-Drehbücher, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Einige, die wir bereits an potenzielle Produzenten und Finanziers weitergeben haben, und andere, die wir jetzt gerade abschließen.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Special Day


Interview: In our conversation with the two American filmmakers Nikolai Keller and Teal Greyhavens we were able to learn more about their short film „Special Day„, which could not only be seen at the 20th Landshut Short Film Festival, but is also available online. They talk about their collaboration, how the idea came about and how much effort was put into bringing the creatures to life.   

Tell me more about the Origin Story behind your short film „Special Day„.

We knew we wanted to make a horror film, but we also knew we didn’t want to just make it an exercise in style. The world already has enough well-choreographed scenes of someone being stalked through the woods by a killer. For us there always has to be a larger idea, either conceptually or thematically. So it wasn’t until we hit upon the premise of the “Sentinel“ figure that we felt we had something worth shooting. We like the idea of taking a universal fear – the inevitability of our own death – and giving it a nightmarish, physical embodiment.

What was it that was most important to you during the realization?

Keeping all of our incredible cast and crew happy with an on-set experience that feels both friendly and professional. When you make a movie on a shoestring, and everyone there is just pitching in and giving their all even though there’s hardly any money involved, you gotta make sure there are at least good snacks.

How did you develop the creature for the film?

We had an amazing makeup artist Rafif Haj Ahmad, whom we’d worked with before on a previous project. We spent some time in prep with her sharing references, coming up with ideas together, trying to define the look. But ultimately she brought the Sentinels to life with her crazy talent and hours and hours of perseverance. Each Sentinel took around 3-4 hours to create, and she made four of them in a single night.

How did you find your leading actress Maya Bowman?

We tend to take awhile with casting on all of our projects. If you don’t find a character compelling, or don’t believe the words coming out of her mouth, then the whole project is doomed. Fortunately, we found Maya during one of our later rounds of auditions and knew pretty quickly that we had finally found the girl who could anchor this high concept and creepy family in reality. It’s a very reactive part, and she has this remarkable ability to convey nuance and a sense of history without even saying a line.

How did the two of you come to work together and did you separate your areas of responsibility strictly?

We don’t separate our work at all. We probably should. We not only write and direct together, we scout locations together and source costumes from Goodwill together. Frankly, we’re a little sick of each other.

I think the film has potential for more. Could you also imagine the theme in another short or feature film?

Thanks to the release and positive response that the short has gotten, we’re getting to have some fun conversations around town about adapting this concept into a feature film. We can’t say too much about how things are developing just yet, but basically – yes, we agree!

Finally, can you tell me a little about your cinematic roots?

Let’s see… We’re mainly genre guys. Thriller, horror, sci-fi, action. We always enjoy a good heist. We love an ominous arrival on an alien planet. Or a nice climactic sword fight on top of a cliff. Also underwater movies. Weird, inventive creature design. Ernie Hudson.The Twilight Zone. Jan De Bont. Under The Skin. Cuaron… Does that help?

Are there any new projects yet? Also projects together?

If anything our problem is that we always have too much going on. We’ve got another short in pre-production – this one a character-based thriller, we shot a music video in the winter, and we also have several feature scripts that are in various stages of development. Some we’re already taking out to potential producers and financiers, and others we’re just putting the finishing ink on.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Special Day

2 Gedanken zu “Acht Fragen an Nikolai Keller und Teal Greyhavens

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