Acht Fragen an Sonny Laguna

Interview: Im Gespräch mit dem Filmemacher Sonny Laguna erzählt er uns von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Tommy Wiklund und David Liljeblad, u.a. bei ihrem Kurzfilm „Mystery Box“, den man als Genrefan auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival sehen konnte. Er erzählt von dessen Anfängen, der Wahl der Hauptdarstellerin und was ihnen bei der Umsetzung vor allem am Herzen lag.

The original english language interview is also available.

Kannst Du mir mehr zu den Ursprüngen eures Kurzfilms „Mystery Box“ erzählen? Hat die klassische Geschichte der Büchse der Pandora den Auslöser gegeben?

Die Ursprünge stammen aus den Köpfen von Tommy und David. Ihre Inspiration kam von einem Videospiel namens „The Evil Within“, bei dem eines der Monster eine Box auf dem Kopf hat. Und dann fühlte sich der Rest wie eine natürliche Weiterentwicklung der Idee der Box an. 

Welche Vorbild kamen euch bei der Erzählung und auch bei der visuellen Ausgestaltung in den Sinn?

Ich denke, jeder Filmemacher hat einen eigenen Stil, der für ihn selbstverständlich ist. Normalerweise prüfen wir im Voraus, welche Seite unseres kreativen Stils wir in den Vordergrund stellen wollen.

Wie verliefen die Dreharbeiten und wo habt ihr den Film umsetzen können?

Die Dreharbeiten verliefen sehr reibungslos, zumindest bis es viel SFX gab. Da wird es super schwer, den Takt zu finden und zu versuchen, es überzeugend umzusetzen. Ich muss sagen, dass dies auch Tommys und Davids Film ist. Wir haben seit unserem 15. Lebensjahr verschiedene Dinge gedreht, also kleben wir ziemlich aneinander. Aber ja, zum größten Teil waren wir mit diesem Kurzfilm zufrieden.

Wie habt ihre eure gute Hauptdarstellerin Lisa Henni gefunden?

Lisa Henni

Wir haben zuerst mit ihr an unserem Spielfilm „Wither“ gearbeitet und sind seitdem befreundet. Wir kontaktierten sie, nachdem wir sie zum ersten Mal in „Easy Money“  gesehen hatten, und hatten das Glück, sie von unserer Leidenschaft und unseren Fähigkeiten bei der Erstellung von Geschichten überzeugen zu können.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit David Liljeblad and Tommy Wiklund. Wie lief eure Zusammenarbeit am Set ab? Hattet ihr bestimmte Aufgabenbereiche?

Ich kenne Tommy, seit ich fünf Jahre alt bin! Und David seit der Schule, also haben wir alle unsere Projekte zusammen gemacht. Unsere Verantwortlichkeiten haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, sind aber inzwischen in etwa 10-15 Hauptkategorien aufgeteilt. Tommy zum Beispiel fungiert als Co-Direktor und DoP, aber auch als Location Scout, Script Supervisor und vieles mehr. Zu den Aufgaben von David gehören SFX Supervisor, Audio-Verantwortung und Produktion. Es kommt alles ganz natürlich zusammen.

Ich mochte unglaublich gern eure Effekte. Vor allem die Maske war sehr überzeugend. Davon möchte ich gern mehr erfahren.

Lisa Henni

Also, da ist diese SFX Make-up Artistin namens Leo Thörn, sie ist so hardcore in dem, was sie tut. Wir haben mehrmals mit ihr zusammengearbeitet. Sie recherchiert immer ausführlich über jedes Projekt, an dem sie arbeitet. Wir baten sie darum, es so aussehen zu lassen, als ob das das Mädchen eine Weile unter Wasser verrottet ist, aber nicht in dem Maße, dass sie nur noch Knochen hat. Also verwandeln wir einen Menschen in ein Monster. Zahnprothesen wurden so geformt, dass sie zur Schauspielerin passen.

Aus dem Stoff könnte man sicher mehr machen. Habt ihr darüber nachgedacht einen Langfilm daraus zu machen?

Ein Spielfilmprojekt befindet sich in der Anfangsphase. Dort wollen wir erkunden, was in der Box steckt – eine große Erweiterung der Idee und sie wird viele der im Kurzfilm aufgeworfenen Fragen beantworten.

Kannst Du mir zum Schluss noch ein bisschen mehr über Dich, deine bisherige Arbeit und über folgende Projekte erzählen?

Ich bin ein schwedischer, autodidaktischer Filmemacher mit einer extremen Leidenschaft für digitale Techniken, CGI und all die Technologie, die in die Entwicklung eines Films einfließt. Die meisten Menschen wissen nicht, dass jeder Film heutzutage eine Menge digitaler Effekte hat, das liegt einfach in der Natur des Filmemachens heutzutage. Ich liebe Horror und alle Geschichten, die auch das Außergewöhnliche beinhalten. Zusammen mit meinen Kollegen Tommy, David und dem Komponisten Samir El Alaoui haben wir vier Spielfilme produziert, gedreht und fertiggestellt, die weltweit verkauft wurden und nur begrenzte Kinostarts gesehen haben. Wir entwickeln gerade einen Slasher-Spielfilm namens „Draven“, weitere folgen in Kürze. Es gibt auch Pläne für, wie erwähnt, eine Spielfilmversion von „Mystery Box“ und zwei weitere Projekte. Hoffentlich wird das alles bald in vollem Gange sein. Ich habe ein Sprichwort: „Wir fangen gerade erst an.“ Es fühlt sich immer noch so an. Und natürlich haben wir Regie geführt und eine Menge anderer Dinge gemacht bei „Puppet Master: The Littlest Reich“, das in letzter Zeit auf Festivals und in Kinos in Großbritannien und den USA die Runde machen. 

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Mystery Box


Interview: In our interview with filmmaker Sonny Laguna, she tells us about her many years of collaboration with Tommy Wiklund and David Liljeblad, for example on her short film „Mystery Box„, which could be seen as a genre fan at the 20th Landshut Short Film Festival. She tells about its beginnings, the choice of the leading actress and what was most important to her during the realization.

Can you tell me more about the origins of your short „Mystery Box„? Did the classic story of Pandora’s Box trigger it?

The origins came from the minds of Tommy and David. Their inspiration came from a video game called ”The Evil Within” where one of the monsters have a box on its head. And then the rest felt like a natural progression to the idea of the box. 

What role models did you have in mind when creating the narrative and als the production design?

I think every filmmaker has a distinct style that comes naturally to them. We usually ahead of time at least check which side of our creative style we want to put at the forefront.

How did the shooting go and where were you able to realize your film?

The shooting went very smoothly, at least until there’s a lot of SFX. That’s where it gets super hard, to nail the small beats and try to make it convincing. I have to say that this is also Tommy’s and David’s film just as much. We’ve shot different things since the age of 15, so pretty much glued together. But yeah, for the most part we felt satisfied with this short film.

How did you find your great leading actress Lisa Henni?

We first worked with her on our feature film „Wither“ and have been friends ever since. We contacted her after first seeing her in „Easy Money“, and was fortunate enough to be able to convince her of our passion and skills for creating stories.

How did the collaboration with David Liljeblad and Tommy Wiklund come about? How did your collaboration work on set? Did you have any specific responsibilities?

I’ve known Tommy since I was 5 years old! And David since school, so we’ve done all our projects together. Our responsibilities have evolved over the years, but are now split up between around 10-15 major categories. Tommy for example act as co-director and DoP, and also location scout, script supervisor and many other things. Roles for David include SFX supervisor, audio responsibilities and producing. It all comes together pretty naturally.

I really liked your effects. Especially the mask was very convincing. I’d like to know more about that.

So, there’s this SFX make up artist named Leo Thörn, she’s so hardcore at what she does. We’ve worked with her several times. She always does extensive research on every project she’s on. We asked for the girl to have been rotting under water for awhile but not to the extent that she’s just bones left. So turning a human into what looks like a monster. Teeth prostethics were molded to fit the actress.

You could certainly make more out of the material. Have you thought about making a feature film out of it?

A feature film project is in the early stages, where we get to explore what’s inside the box. A huge extension to the idea and it will answer a lot of questions raised in the short.

Finally, can you tell me a little bit more about yourself, your previous work and the following projects?

I am a Swedish, selftaught filmmaker with an extreme passion for digital techniques, CGI and all the tech that goes into creating a film. Most people don’t realize that every film these days have a ton of digital effects, it’s just the nature of filmmaking these days. I love horror and all stories that include the extraordinary. Together with my colleagues Tommy, David and composer Samir El Alaoui, we’ve produced, shot and completed four feature films that have been sold worldwide and have seen limited theatrical releases. We are right now developing a feature film slasher called „Draven“, more to come soon. There’s also plans for like mentioned, a feature film version of „Mystery Box“ and two other projects. Hopefully this will all kick into full gear soon. I have a saying: ”We are just getting started.” It still feels like it. And of course, we directed and did a ton of other things on „Puppet Master: The Littlest Reich“ which recently have been making the rounds at festivals and in theatres in the UK and US. 

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Mystery Box“ 

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