Fünf Fragen an Christian Zetterberg

Interview: Der schwedische Filmemacher Christian Zetterberg, erzählt uns mehr zu seinem Kurzfilm „Slowdance“, gesehen in der Tanz-Reihe der 25. Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg, welches Publikum er ansprechen möchte, wie es war mit den Kindern zu drehen und ob eine wahre Geschichte dahinter steckt.

The original english language interview is also available.

Dein Kurzfilm „Slowdance“ erzählt eine entzückende Geschichte voller Herz. Wie ist die Geschichte dazu entstanden? Sind eigene Kinderheitserinnerungen mit eingeflossen?

Philip Kuub Olsen

Slowdance“ basiert tatsächlich auf einem wahren Ereignis. Ich arbeitete bei einem Tanz/Ball in der Mittelschule in Schweden als ‚Barkeeper‘ für die Kinder, und ich beobachtete diesen Jungen in einer der Ecken, der versuchte, Selbstvertrauen zu finden. Ich versuchte, ihm zu helfen, indem ich ihn ermutigte, den Schritt zu wagen. Und als er es tat, war ich überrascht von der ‚Wendung‘, dass er den ganzen Abend von einen anderen Jungen sprach. Es war herzerwärmend und sehr mutig für jemanden in seinem Alter. 

Ich wünschte, ich wäre in meiner Kindheit so tapfer gewesen. 

Hast Du Deinen Film für ein bestimmtes Publikum konzipiert? Wolltest Du ein Stück weit auch Aufklärungsarbeit leisten?

Philip Kuub Olsen

Ja. Ich denke, jeder kann sich auf die Gefühle und die erste Liebe besinnen. Aber das Hauptziel sind Kinder im Alter von 10-13 Jahren. Damit sich diese Kinder Gedanken über LGBT+ in einem frühen, jungen Alter machen können.

Slowdance“ wird bereits in schwedischen Schulen eingesetzt und ich hoffe, dass ich das auch im Ausland erreichen kann. Wir haben einen deutschen Vertriebspartner namens Kurzfilmagentur Hamburg.

Du erzählst Deine Geschichte im klassischen Gewand. Was war Dir bei der inszenierung wichtig?

Es war wichtig, eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum leicht nachvollziehen konnte. Ich denke, jeder hat in seiner Kindheit einen Abend auf einer Art Party/Tanz/Prom oder einer ähnlichen Veranstaltung verbracht und die Gefühle, dort zu sein, vielleicht sogar ihre erste Liebe zu erleben? 

Ich möchte, dass die Leute das wieder fühlen. Es war wichtig, mit Gefühlen zu spielen. 

Dein Jungdarsteller Philip Kuub Olsen ist wunderbar – wie hast Du ihn gefunden?

Philip Kuub Olsen

Wir hatten ein großes Vorsprechen in Schweden, mit über 100 verschiedenen Kindern. Ich wollte junge Schauspieler finden, die sich echt anfühlen, und ich wollte auch, dass sie sich wie echte Freunde fühlen. 

Nach dem Vorsprechen wählten wir sechs Kinder aus. Drei Jungen, drei Mädchen. Alles, was sie wussten, war, dass sie eine „Sprechrolle“ im Film haben würden, die bei einem Tanz der Mittelschule spielt. Nichts anderes war wichtig. 

Dann verbrachten wir sechs Monate lang jedes Wochenende miteinander. Wir haben uns kennengelernt, das Team und die Schauspieler. Wir gingen in einen Vergnügungspark, ins Kino und spielten viel.

Jeder war Freund und Familie, um Authentizität in den Beziehungen auf dem Bildschirm zu schaffen. Echte Gefühle. 

 Einige der Schauspieler kamen tatsächlich zusammen und hatten ihre erste Liebe hinter den Kulissen. Sehr süß.

Kannst Du mir noch etwas zur Musikauswahl erzählen?

Auf Partys gibt es immer Musik. Wir wollten es ausnutzen und die Musik die Emotionen des Raumes reflektieren lassen.

Wir haben mit lokalen Bands und Komponisten zusammengearbeitet.

Zum Schluss würde ich  gern noch mehr über dich erfahren und auf welche zukünftige Kurzfilme wir uns freuen können?

Philip Kuub Olsen

Ich bin ein schwedischer Regisseur mit dem Schwerpunkt, Kindern und Jugendlichen Geschichten im Film zu erzählen. Ich leite die Produktionsfirma Gråklippan zusammen mit meinem Partner. Wir drehen Filme über die Emotionen und den Alltag junger Menschen.

Das nächste Projekt mit dem Arbeitstitel „Rails“ dreht sich darum, erwachsen zu werden und gleichzeitig auseinander zu wachsen. Ein Film über Freundschaft. Wir haben gerade die Dreharbeiten beendet und hoffen, den Film bei den Festivals im nächsten Jahr zu sehen.

Darüber hinaus schreibe ich einen Roman aus meiner eigenen Kindheit und werde auch meinen ersten Spielfilm inszenieren: „Isvaken“. Basierend auf einem schwedischen Roman mit dem gleichen Namen.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Slowdance


Interview: The Swedish filmmaker Christian Zetterberg tells us more about his short film „Slowdance„, seen in the dance series of the 25th International Short Film Week Regensburg, which audience he wants to appeal to, what it was like to shoot with the children and whether there is a true story behind it.

Your short film tells a delightful story full of heart. How did the story come about? Did your own childhood memories influence the story?

Slowdance“ is actually based on a true event. I was working at a middle-school dance/prom in sweden as a ‚bartender‘ for the kids, and I watched this boy in one of the corners trying to find confidence. I was trying to help him by encouraging him to take the step. And when he did, I was surprised by the „twist“ that he was talking about another boy the whole evening. It was heartwarming and very brave for someone his age. 

I wish I was that brave during my childhood. 

Did you conceive your film for a certain audience? Did you also want to do some educational work?

Yes. I think everyone can relate to the feelings and first love. But the main target is Children, age 10-13. To raise thoughts about LGBT+ at an early, young age.

Slowdance“ is already used in Swedish schools and I hope to be able to reach abroad as well. We have a German distributor called Kurzfilmagentur Hamburg.

You tell your story in a classical way. What was important to you during the production?

It was important to tell a story that the audience easily could relate to. I think everyone has spend an evening during their childhood at some kind of party/dance/prom or similar event. And the feelings of being there, Maybe even experiencing their first love? 

I want people to feel that again. It was important to play with feelings. 

Your young actors are wonderful – how did you find them?

We had a big audition in sweden, with over 100 different kids. I wanted to find young actors that felt real and I also wanted them to feel like real friends. 

After the audition we choose 6 children. 3 boys, 3 girls. All they knew was that they were gonna have a „talking role“ in the film, set at a middle-school dance. Nothing else was important. 

We then spent every weekend for 6 months with each other. Got to know each other. Team and the actors. We went to an amusement park, cinema and played a lot.

Everyone would be friends/family to create authenticity in the on screen relationships. Real feelings. 

Some of the actors actually got together and had their first love behind the scenes. Very cute.

Can you tell me something more about the music selection?

At parties, there is always music. We wanted to take advantage of it and let the music reflect the emotions of the room.

We collaborated with local bands and composers.

Finally, I would like to know more about you and which future short films we can look forward to?

I am a swedish director with a focus on telling children and young people’s stories through film. Manages production company Gråklippan together with my partner. We make films about the emotions and everyday life of young people.

The next project with working title „Rails“ is about growing up and at the same time growing apart. A movie about friendship.

We have just ended shooting and hope to see the film during next year’s festivals.

In addition to this, I write a novel based on my own childhood and will also direct my first feature film: „Isvaken“. Based on a swedish novel with the same name.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Slowdance

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