„O Órfão“ (2018)

Kurzfilm / Brasilien / Fiktion / 2018

Filmkritik: Die brasilianische Filmemacherin Carolina Markowicz beschäftigt sich in ihrem Kurzfilm „O Órfão“ (ET: „The Orphan“). gesehen auf dem 31. Filmfest Dresden, mit der schwierigen Situation von Waisen, die einen LGBT+-Hintergrund haben und findet dafür die richtigen Bilder.

Jonathas (Kauan Alavrenga) lebt in einem Waisenhaus und bekommt die Chance auf eine neue Familie. Aber vergangene Erfahrungen haben ihn stark geprägt, so dass er nicht davon überzeugt ist, dass es diesmal funktionieren wird.

„O Órfão“ ist der fünfte Kurzfilm der brasilianischen Regisseurin Carolina Markowicz, die auch das Drehbuch dafür schrieb und jetzt an ihrem ersten Langfilm arbeitet. In dem 15-minütigen Kurzfilm erzählt sie die Geschichte eines Waisenkindes, das aufgrund seiner Homosexualität von Adoptiveltern abgelehnt wurde. Es handelt sich dabei nicht um die Verfilmung eines wahren Ereignisses, sondern um etwas, was häufig in Brasilien (und bestimmt auch in anderen Ländern) passiert. Als Markowicz auf dieses Thema stieß, war sie geschockt und wollen diesen Kindern ein Gesicht geben. Sie findet dafür die richtige Bildsprache und fängt durch die Verwendung von kalten Farben die Gefühle ihres Protagonisten ein. Dieser wird hervorragend von Kauan Alavrenga verkörpert, der es schafft, das Unwohlsein, aber auch die ganze emotionale Palette deutlich zu machen. „O Órfão“ ist ein gut inszenierter Film, der ein wichtiges Thema anspricht und dafür sensibilisiert, vor allem im eigenen Land, wo das Denken noch sehr konservativ geprägt ist. 

Kauan Alavrenga

Fazit: Der Kurzfilm „O Órfão“ der Regisseurin Carolina Markowicz ist ein starkes Plädoyer für mehr Offenheit und macht ein wichtiges Thema sichtbar. Ihr Inszenierungsstil schmiegt sich dabei wunderbar dem Thema an, so dass man nach diesem gelungen Kurzfilm gespannt auf ihren ersten Langfilm ist.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „O Órfão“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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