31. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2020

  1. Oktober – 1. November 2020 / Metropolis Kino

Festival: Die alljährlich im Oktober stattfindenen Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg feierten in diesem Jahr ihr 31. Jubiläum. Dafür schufen sie für ihr Festival eine hybride Form und so hatten ZuschauerInnen bundesweit die Möglichkeit das vielfältige Programm aus Spiel- und Dokumentarfilmen, Lang- und Kurzfilmen auch als Stream anzusehen.

Eröffnet wurde das Festival, das seit 1990 ehrenamtlich vom Verein Querbild e.V. veranstaltet wird, am Dienstag mit drei Animationsfilmen u.a. „Carne“ von Camila Kater und dem großartigen „Topp 3“ von Sofie Edvardsson. In den darauffolgenden Tagen konnte man vor Ort im Metropolis Kino Filme wie den ausgezeichneten „Futur Drei“ oder „Im Stillen Laut“ von Therese Koppe sehen. Online standen einem zwar nicht alle Filme zur Verfügung, aber man konnte sich an jedem Abend zwei Filme gleichzeitig mit dem Start im Kino für 30 Stunden ansehen. Neben dem Spielfilm „Unsound“ stachen insbesondere der Kurzfilmblock ‚Ursula‘ u.a. mit „O Órfão“ von Carolina Markowicz und „Strangers“ von Jamieson Pearce und vier sehenswerte Dokumentationen hervor. In „Welcome to Chechnya“ begleitet der Regisseur David France eine gemeinnützige Organisation, welche queeren Personen die Flucht aus Tschetschenien ermöglicht, welche dort bedroht, gefoltert und ermordet werden. Ebenfalls schwer schlucken ließ der Film „Her Mothers“ von Asia Dér und Sara Haragonics, welcher das heutige Ungarn und dessen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren speziell in Hinsicht auf Adoptionen und Familiengründung näher beleuchtet. „The Archivettes“ von Megan Rossman erzählt zum 40-jährigen Jubiläum des Lesbian Herstory Archives die Erfolgsgeschichte seiner Entstehung und Etablierung und nimmt dabei die ZuschauerInnen beschwingt mit. Die vierte herausragende Dokumentation im Programm der 31. Lesbisch Schwulen Filmtage war „The Cancer Journals Revisited“ von Lana Lin, die sich dem Thema Brustkrebs auf poetische Weise nähert und damit berühren konnte. So bot das älteste und größte deutsche queere Festival auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm, das den Blick wunderbar erweiterte und unter dem Motto „Streams are my reality“ das Publikum bundesweit und nicht nur in Hamburg begeistern konnte.

Trailer der 31. Lesbisch Schwulen Filmtage 2020

geschrieben von Doreen Matthei

Diese Filme hat die Testkammer im Rahmen des LSF HH im Stream gesehen:

Langfilme:

  • „Are We Lost Forever“ (OT: „Are We Lost Forever“, Schweden, 2019, Regie: David Färdmar)
  • „Her Mothers“ (OT: „Anyáim története“, Ungarn, 2020, Regie: Asia Dér und Sara Haragonics)
  • „Lupe“ (OT: „Lupe“, USA, 2019, Regie: Andre Phillips und Charles Vuolo)
  • „The Archivettes“ (OT: „The Archivettes“, USA, 2018, Regie: Megan Rossman)
  • „The Cancer Journals Revisited“ (OT: „The Cancer Journals Revisited“, USA, 2018, Regie: Lana Lin)
  • „Unsound“ (OT: „Unsound“, Australien, 2020, Regie: Ian Watson)
  • „Welcome to Chechnya“ (OT: „Welcome to Chechnya“, USA, 2019, Regie: David France)

Kurzfilme: 

  • „Before ít’s too late“ (OT: „Antes que seja tarde“, Brasilien, 2019, Regie: Leandro Goddinho)
  • Carne“ (OT: „Flesh“, Brasilien/Spanien, 2019, Regie: Camila Kater)
  • „Eyes“ (OT: „Eyes“, UK, 2019, Regie: Lily Ash Sakula)
  • Flesh“ (OT: „Carne“, Brasilien/Spanien, 2019, Regie: Camila Kater)
  • „In den Binsen“ (ET: „Rushes“, Deutschland, 2020, Regie: Clara Zoe My-Linh von Arnim)
  • „Panthers“ (OT: „Panteres“, Spanien, 2020, Regie: Èrika Sánchez)
  • „Red Ants Bite“ (OT: „Red Ants Bite“, Georgien/Schweiz, 2019, Regie: Elene Naveriani)
  • „Revolvo“ (OT: „Revolvo“, Deutschland, 2019, Regie: Francy Fabritz)
  • „Sister“ (OT: „Sister“, UK, 2019, Regie: David Wilson)
  • „Strangers“ (OT: „Strangers“, Australien, 2019, Regie: Jamieson Pearce)
  • „The Bite“ (OT: „A Mordida“, Portugal/Brasilien, 2019, Regie: Pedro Neves Marques)
  • „The Drum Tower“ (OT: „Gu Lou Xi“, China, 2018, Regie: Popo Fan)
  • The Orphan“ (OT: „O Órfão“, Brasilien, 2018, Regie: Carolina Markowicz)
  • „Top 3“ (OT: „Topp 3“, Schweden, 2019, Regie: Sofie Edvarsson)

Quellen:

Rezensionen zu Filmen von den 31. Lesbisch Schwulen Filmtagen

Interviews mit Filmemachern von den 31. Lesbisch Schwulen Filmtagen

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