Fünf Fragen an Myrsini Aristidou

Interview: Im Gespräch mit der griechischen Filmemacherin Myrsini Aristidou konnten wir mehr über ihren Film „Aria“ (OT: „Apia“), gesehen auf dem 31. Filmfest Dresden, erfahren, was dahinter steckt und wie die Darstellerin Chrysa Platsatoura mit der Zeit in diese Rolle reingewachsen ist.     

The original english language interview is also available.

Dein Kurzfilm „Aria“ wirkt sehr lebensecht. Gibt es wahre Vorbilder und warst Du vor allem an einer authentischen Geschichte interessiert?

Diese Geschichte basiert nicht unbedingt auf wahren Ereignissen, sie ist jedoch von realen sozialen und politischen Ereignissen im heutigen Athen beeinflusst. Ich strebe immer danach, Authentizität durch die Geschichte und die Charaktere in einem Film zu erreichen.

Du fängst das Leben in Athen auf intensive, sehr lebendige Art ein – war es Dir auch wichtig die Stadt zu portraitieren?

Yiannis Stankoglou

In gewisser Weise sollte die Stadt den zugrunde liegenden Rhythmus und die Energie dieser Geschichte von Aria definieren. Letztendlich dient die Stadt für mich als Charakter im Film.

Dein Kamerastil ist sehr bewegt und die Farben gedämpft – erzählt mir mehr über Dein visuelles Konzept. Was lag Dir am Herzen?

Athen hat genau diesen magischen Kontrast zwischen Lebendigkeit und diesen ruhigen Straßen und verblassten, matten Farben. Wir wollten uns wirklich auf die Angst der Hauptfigur, ihrer Arbeit und der Stadt konzentrieren, und es war wichtig, diesen Kontrast visuell zu betonen.

Deine Hauptdarstellerin Chrysa Platsatoura ist großartig. Wie hast Du sie gefunden und wie war es mit ihr zusammenzuarbeiten? 

Chrysa Platsatoura

Ich traf Chrysa nur 48 Stunden vor Beginn der Dreharbeiten. Sie hatte keine Filmerfahrung, und so musste ich sie wirklich durch den Prozess führen. Sie ist so fleißig und konzentriert und wollte das beste Ergebnis erzielen. Am letzten Tag der Dreharbeiten fühlte ich mich, als hätte ich ihre Blüte erlebt. Es war unglaublich, welche Fortschritte sie in nur einer Woche vor der Kamera gemacht hatte. Ich bin wirklich so dankbar, dass ich sie im Film habe. 

Kannst Du mir noch ein bisschen mehr zu Dir erzählen? Woher stammt Deine Liebe zum Film und wie geht es bei Dir weiter?

Audrey Giacomini

Meine Liebe zum Film begann schon in jungen Jahren. Aber erst als Teenager begann ich, mehr über den Prozess des Filmemachens und die Kunst des Kinos als Ganzes zu verstehen. Es war mein Vater, der mich mit allen Klassikern bekannt machte, und dann setzten wir uns zusammen und analysierten das Geschichtenerzählen, die Schauspieler. Die Wahrheit ist, dass ich, als ich mich mit 18 Jahren entschied, Film zu studieren, keine Ahnung hatte, wie man einen Film dreht, aber als ich meine ersten Übungen an der Universität machte, verliebte ich mich völlig in den Prozess. 

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Aria


Interview: In conversation with the Greek filmmaker Myrsini Aristidou we were able to learn more about her film „Aria“ (OT: „Apia“), seen at the 31st Filmfest Dresden, what is behind it and how the actress Chrysa Platsatoura with time has grown into this role.    

Your short film „Aria“ is very lifelike. Are there true examples you followed and were you primarily interested in an authentic story?

This story is not necessarily based on true events, however, it is influenced by real social and political incidents in Athens today. I always strive to achieve authenticity through the story and characters in a film.

You capture life in Athens in an intense, very lively way – was it also important for you to portray the city?

In a sense, the city was meant to define the underlying rhythm and energy of this story of Aria. But it finally also serves as one of the character’s in the film.

Your camera style is very animated and the colors muted – tell me about your visual concept. What was close to your heart?

Athens has exactly that sort of magical contrast between its liveliness, and its dull colored streets. We really wanted to focus on the angst of the character, her work, and the city, and it was important to emphasize this contrast visually.

Your leading actress Chrysa Platsatoura is great. How did you find her and how was it to work with her? 

I met Chrysa just 48 hours before we started shooting. She had no previous film experience, and so I really had to guide her through the process. She is so hard working and focused and wanted to achieve the best result. By the last day of the shoot, I felt like I had witnessed her blossom. It was unbelievable, the progress she had made in just a week of working in front of the camera. I’m really so grateful for having her in the film.

Can you tell me a little bit more about yourself? Where does your love for the film come from and how does it go on with you?

My love for film begun from a young age. But it was only in my teens that I started understanding more about the process of filmmaking and the art of cinema as a whole. It was my father that introduced me to all the classics, and then we would sit together and analyze the storytelling, the actors. The truth is, that when I decided to go study film at 18, I had no idea how movies get made. But the moment I held the camera for the first time, and shot my first exercise in university, I totally fell in love with the whole process.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Aria“ 

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