„Apia“ (2017)

Kurzfilm / Frankreich, Zypern / Fiktion / 2017

Filmkritik: Der griechische Kurzfilm „Aria“ (OT: „Apia“). lief im Internationalen Wettbewerb des 31. Filmfest Dresden, von Myrsini Aristidou sorgte nicht nur für Aufsehen, weil er als Produzenten Spike Lee aufführt, sondern mit seiner zutiefst menschlichen und fest in der Realität verankerten Geschichte.

Die 17-jährige Aria (Chryssa Platsatoura) arbeitet in einem Cafe und freut sich immer darauf Zeit mit ihrem Vater (Yannis Stankoglou) zu verbringen. Doch dieses Mal lässt er die gemeinsame Fahrstunden ausfallen und bittet Aria im Gegenzug darum, auf eine Chinesin (Audrey Giacomini) aufzupassen. Doch neben der Wut auf ihren Vater weiß sie nicht was sie jetzt unternehmen, geschweige denn wie sie sich verständigen soll.

Chrysa Platsatoura

Die Filmemacherin Myrsini Aristidou schafft es eine Coming-of-Age-Geschichte mit einem Stadt- und Gesellschaftsportrait unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig wichtige Themen anzusprechen. So handelt der Film nicht nur von seiner Hauptdarstellerin Aria, wunderbar verkörpert von Chryssa Platsatoura, die es nicht nur schafft alle Facetten der Jugend und auch das Erwachen eines moralischen Bewusstseins gut darzustellen, sondern auch ein dichtes Gesellschaftsdrama. Das Thema von illegaler Einwanderung, Flucht und Heimatlosigkeit wird hier wie nebenbei eingeflochten. Die beiden weiblichen Charaktere treffen mit ihren individuellen Problemen aufeinander und nähern sich einander an. Dabei gleitet der Film nie ins Märchenhafte ab oder verspricht ein Happy End, sondern bleibt stets im Realismus verhaftet. So ist auch Athen als Stadt in ihrer Authentizität eingefangen und die Bilder werden von gedämpften, grauen Farben dominiert. Die lebendige Kameraführung fängt die Stadt selbst mit ihren vielen Menschen und Verkehr gut ein. Die Inszenierung unterstützt so wunderbar das leise Drama der beiden Frauen. Im Gesamten ist dadurch ein starker Kurzfilm entstanden, der nicht belehren will, sondern zeigt wie auch in der Realität Annäherung möglich ist.

Fazit: „Aria“ ist ein Kurzfilm der es in 13 Minuten scheinbar schafft, vieles mühelos zu vereinen. Die Regisseurin Myrsini Aristidou erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte verbunden mit aktuellen Themen und einem authentischen Stadt- und Menschenportrait. Dank seiner souveränen Inszenierung und guten Darstellerwahl überzeugt der Film als eindringliches Drama, das nicht viele Worte oder Erklärungen braucht, um seine Botschaft zu vermitteln.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Apia“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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