„Luca (m/w/d)“ (2019)

Letzte Artikel von Doreen Matthei (Alle anzeigen)

Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2019

Luca Hennig

Filmkritik: „Luca (m(w/d)“ ist das Kurzfilm-Debüt von Hannah Schwaiger und Ricarda Funnemann, welcher auf dem renommierten DOK Leipzig (zusammen im Block mit dem schweizer Dokumentarfilm „Under the Skin“) sein Premiere feierte. Sie portraitieren in ihrem Film Luca, der sich auf kein Geschlecht festlegt und geben ihm hier die Chance sich visuell und sprachlich auszudrücken, um so den Zuschauer das Thema ‚Gender Bender‘, also Personen, die bewusst die gesellschaftliche Vorstellung von Geschlechtern überschreiten, näher zu bringen.

Die jungen Filmemacherinnen Hannah Schwaiger und Ricarda Funnemann haben Luca bei einem Fotoshooting getroffen. Sofort waren sie beide von ihm und seinem undefinierten Genderverhalten fasziniert. Nicht nur sein individueller Look, sondern auch die Themen, die er ansprach, waren so inspirierend und auch wichtig, dass die beiden beschlossen einen Kurzfilm zu machen, der Lucas Ansichten einfängt und zudem das Medium Fotografie und Film vereint. In den sieben Minuten wird der Zuschauer mit raschen Bildern konfrontiert, welche durch einen wunderbaren Schnitt Bewegtes und Unbewegtes vereinen und damit die Lebendigkeit des Hauptprotagonisten ausdrücken. Luca Hennig, ein 23-jähriger Künstler, möchte sich nicht auf ein Geschlecht festlegen und wechselt so je nach Stimmung den Look. Neben der Freude an der Darstellung der vielen Facetten Lucas erzählt der Film auch von der Schwierigkeit so zu sein und nimmt den Zuschauer auf einen fast schon philosophischen Exkurs über Gender-Zugehörigkeit mit. Als Uni-Projekt und fast ohne finanzielle Mittel gestemmt ist den beiden Filmemacherinnen ein wunderbarer Kurzfilm gelungen, der mehr Verständnis evoziert und das Öffnen von Denkschubladen provoziert. Zudem ist die visuelle Ausgestaltung sehr ansprechend und eignet sich auch hervorragend für jugendliche Zuschauer, da es keine trockene Dokumentation ist, sondern von der Schnelligkeit und dem gekonnten Ausnutzen des Mediums lebt. Schwaiger und Funnemann ist ein eindrucksvolles Debüt als Filmemacherinnen-Gespann gelungen, das nicht nur Lust macht mehr von Luca zusehen, sondern auch von den beiden. 

Luca Hennig

Fazit: Der sieben-minütige Kurzfilm „Luca (m/w/d)“ von Hannah Schwaiger und Ricarda Funnemann ist ein wunderbares Plädoyer für mehr Offenheit und ein verspieltes Statement zum Thema Gender Bender. Dabei vereinten sie im raschen Schnitt Film und Fotografie und schufen ein warmherziges Portrait von Luca, der sich in keine Schubladen zwängen lassen will. Und das ist gut so.

Bewertung: 8/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.