Sieben Fragen an Sameh Alaa

Interview: Im Gespräch mit dem ägyptischen Filmemacher Sameh Alaa erfahren wir mehr über seinen Kurzfilm „Fifteen“ (zu sehen auf dem 31. Filmfest Dresden), warum er auf Dialoge weitestgehend verzichtete und wie es war mit einem Baby zu drehen.

The original english language interview is also available.

Es hat alles mit einem Bild angefangen, was Du im Kopf hattest. Richtig? Wie hast Du die Geschichte daraus entwickelt?

Ahmed El Amir und Ahmed Abdel Razek

Ja, ich hatte ein Bild im Kopf – das mit den beiden Teenagern mit einem Baby auf dem Motorrad – ich versuchte, die emotionale Stimmung dieses Bildes zu finden und daraus die Geschichte aufzubauen.

Was war Dir bei der Umsetzung wichtig – lag Dir ein authentischer Look am Herzen?

Ja, auf jeden Fall.

Deine Charaktere sind sehr wortkarg. Hast Du zugunsten Deiner Bilder auf Sprache verzichtet? Oder gibt es andere Gründe?

Ich schreibe Dialoge nur dann, wenn es nötig ist – also ist der Dialog ein Werkzeug, mit dessen Verwendung ich sehr vorsichtig bin – genau wie Musik. Viele Filmemacher neigen dazu zu sagen, dass der Dialog realistische Charaktere hervorbringt. Ich denke nur, dass es ihre eigene Realität ist. Übrigens: Ich mag Woody Allen, John Cassavetes und Bergman-Dialoge sehr gerne.

Wie hast Du Deine Schauspieler für die Rollen gefunden? Wie war es mit einem Baby zu drehen?

Ahmed Abdel Razek

Ich fand die Schauspieler über die Casting-Agentur, die nach Nicht-Schauspielern für die Arbeit in Filmen suchen. Ein Baby zu filmen war wirklich schwierig – es hatte beide Seiten – das Gute, dass es dich sehr gerne in der ersten Szene überrascht, wenn es weint, aber der schwierige Teil natürlich, dass du dich an seinen Zeitplan anpassen musst (essen – schlafen – schlechte Laune), während du eine Crew und engen Zeitplan hast – ich werde lange darüber nachdenken, bevor ich das Wort Baby in Zukunft wieder in mein Drehbuch schreibe.

Kannst Du Dir vorstellen die Geschichte der beiden Kinder weiterzuerzählen?

Ja, ich kann ein wenig mehr erzählen, aber in einem anderen Film denke ich. Vielleicht das nächste Mal.

Kannst Du mir zum Schluss noch ein bisschen von Dir erzählen – wie kam es, dass Du Dich gerade für Deutsche Literatur begeistern hast? Und woher kommt Deine Filmliebe?

Als ich 9 Jahre alt war, haben mich meine Eltern in eine deutsche Schule gesteckt, weil ich immer im Englischunterricht scheitere (wie du in meinem Schreiben sehen kannst). Später entdeckte ich Lesen und Filme und dann wollte ich beides gleichzeitig lernen. So studierte ich jahrelang morgens Literatur und abends Film.

Auf welche nächsten Projekte kann man sich freuen?

Ich werde im nächsten Monat meinen nächsten Kurzfilm „SIXTEEN“ drehen und ich entwickle auch mein Feature-Drehbuch, das Ende 2020 gedreht wird.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Fifteen


Interview: In conversation with the Egyptian filmmaker Sameh Alaa we learn more about his short film „Fifteen“ (screened at the 31st Filmfest Dresden), why he largely avoided dialogue and what it was like to film with a baby.

It all started with a picture you had in your mind, right? How did you develop the story out of it?

Yeah I had a picture in mind – the one with the two teenagers with a baby on a motorbike – I was trying to find the emotion of this picture and build the story out of it.

What was important to you during the realization – was an authentic look close to your heart?

Yes definitely.

Your characters are very tight-lipped. Did you forego language in favor of your pictures? Or are there other reasons?

I only write dialogues when it’s necessary – so the dialogue is a tool I am very careful while using – just like music. A lot of filmmakers tend to say that the dialogue makes realistic characters. I only think it’s their own reality. BTW: I enjoy watching Woody Allen – John Cassavetes – Bergman dialogues so much.

How did you find your actors for the roles? What was it like to shoot with a baby?

I found the actors through casting agency that look for non actors to work in movies and I found the main guys there in their list of actors.

Shooting a baby was really complicated – it had both sides – the good that he surprise you alot like the first scene when he cries but the hard part of course that you need to adapt to his schedule (eat – sleep – bad mood) while you have crew and tight schedule – I will think alot before I write the word baby in my script again in the future.

Can you imagine telling the story of the two children?

Yeah I can tell a bit more but in a different movie I think .. Maybe the next one

Can you tell me a little bit about yourself at the end – how did it happen that you just got enthusiastic about German literature? And where does your love of film come from?

when I was 9 years old my parents put me in a German school because I always fail in English class (as you can see in my writing)   .. Later I discovered reading and movies … and then I wanted to study both at the same time .. So was studying Literature in the morning and film in the evening for years.

Which next projects can we look forward to?

I am going to shoot my next short „SIXTEEN“ next month … and I am also developing my feature script that will shoot at the end of 2020.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Fifteen

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