„Downstream to Kinshasa“ (2020)

Dokumentation / Demokratische Republik Kongo / 2020

Filmkritik: Der Gewinner des Hauptpreises des 63. DOK Leipzig war der Dokumentarfilm „Downstream to Kinshasa“ (OT: „En route pour le milliard“, Demokratische Republik Kongo, 2020) von Dieudo Hamadi. Er erzählt eine aufwühlende Geschichte über Ungerechtigkeit und Protest.

2000 fand in Kisangani, in der Demokratischen Republik Kongo, der Sechs-Tage-Krieg statt, in dem sich ugandischen und ruandischen Truppen bekämpften. Dieser Tage forderten viele Tote und viele Opfer leiden noch immer an den physischen Schäden. Da sie nach nun mehr 20 Jahre immer noch nicht ihre versprochene Entschädigung erhalten haben, begeben sich neun Frauen und Männer auf eine beschwerliche Reise den Fluss hinab zur Hauptstadt Kinshasa, um endlich Wiedergutmachung zu erfahren.

Der erfahrene Regisseur Dieudo Hamadi (*1984), der selbst in Kisangani geboren wurde, begleitet die neun Überlebenden auf ihrem beschwerlichen Weg. Die Reise dabei dauerte mehrere Wochen. Da er selbst komplett auf diesem Weg dabei und so auch die schwierige Flussfahrt mitmachte, werden auch die ZuschauerInnen sofort hineingezogen. Mit dem Verlauf des Weges lernen wir die neun Überlebenden besser kennen, verstehen ihre Hintergründe und sind am Ende bei den Protesten vor dem Regierungsgebäude auch emotional mit dabei. Er schafft es die ZuschauerInnen mit viel Empathie schnell an seine Geschichte zu binden, vermeidet dabei aber jeglichen Pathos und Sentimentalität. Auch ist der Dokumentarfilm eine kleine Geschichtsstunde und klärt über einen Krieg auf, der vielen Menschen kein Begriff ist. Aber dass dies nicht im Vordergrund stand, merkt man der gefühlvollen und auf die Menschen fokussierten Dokumentation an. „Downstream to Kinshasa“ ist ein kraftvolles Portrait über begangenes Unrecht, dessen Folgen und wie Menschen damit umgehen. Es ist ein starker Film, der zurecht den mit 10.000€ dotierten Hauptpreis des DOKs gewinnen konnte. 

Fazit: Die kongolesische Dokumentation ist ein eindringliches Portrait einer Gruppe von Kriegs-Überlebenden und ihrem Ruf nach Gerechtigkeit. Dabei geht der Filmemacher Dieudo Hamadi zusammen mit ihnen auf einen anstrengenden Protestweg, an dessen Ende hoffentlich der erwartete Ausgleich steht. Er verbindet dabei stimmig die kongolesische Geschichte mit dem einfühlsamen Portrait dieser Gemeinschaft und kann damit die ZuschauerInnen fesseln

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Downstream to Kinshasa“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.