„I’m here“ (2020)

Kurzfilm / Polen / Animation / 2020

Filmkritik: Der Stop-Motion-Film „I’m here“ (OT: „Jestem tutaj“) der polnischen Filmemacherin Julia Orlik gehörte zu den bewegendsten Filmen des 63. DOK Leipzig, wo er seine deutsche Premiere feierte. Er schafft es, die letzten Wochen eines Menschen authentisch einzufangen.

Eine alte Frau liegt zuhause in ihrem Bett. Sie ist auf die häusliche Pflege von ihrem Mann und ihrer Tochter angewiesen. Die Zeit vergeht, die Schmerzen kommen und gehen, wie auch Ärzte und Besucher. Da keine Hoffnung auf Besserung in Sicht ist, ist es das Warten auf den Tod.

Die polnische Filmemacherin Julia Orlik (*1996) erzählt mit ihrem 15-minütigen Kurzfilm „I’m here“ vom Sterben und Abschiednehmen. Sehr authentisch fängt sie dabei die Zeit der häuslichen Pflege ein. Mit einer festen Kameraposition, welche auf die im Sterben liegende Frau gerichtet ist, setzt sie einen klaren Fokus. Sie macht deutlich, wie es sich anfühlt, wenn alle um einen herum das Beste für einen wollen, aber es sich wie das Warten auf den Tod anfühlt. Das Treiben um sie herum, die Sorgen und die Bemühungen fängt Orlik ergreifend ein. Dafür nutzt sie ihre gelungene Stop-Motion-Technik und zeigt, dass man dieses Medium nicht nur für humorvolle Kinderfilme einsetzen kann. Ein so authentisches Bild eines Menschen am Ende seines Lebens hat man selten gesehen. Tief ergriffen werden die ZuschauerInnen nach 15 Minuten entlassen und das Bewusstsein dafür ist dadurch sehr geschärft.

Fazit: „I’m here“ ist einfühlsamer Stop-Motion-Film der polnischen Filmemacherin Julia Orlik. Er erzählt, nah an der Realität und mit einem Fokus auf die pflegebedürftige Person, eine aufwühlende Geschichte vom Sterben und Abschiednehmen.   

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „I’m here“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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