„In Ictu Oculi“ (2020)

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Kurzfilm / Spanien / Dokumentation / 2020

Filmkritik: In dem Kurzfilm „In Ictu Oculi“, der auf dem 63. DOK Leipzig seine Weltpremiere feierte, erzählt der spanische Filmemacher Jorge Moneo Quintana von den Veränderungen eines Platzes anhand von Archivmaterial.

Der Plaza de Abastos in Vitoria-Gasteiz, der Hauptstadt der spanischen Provinz Baskenland, erfährt über die Jahrzehnte immer wieder bauliche Veränderungen, sowohl das Antlitz als auch sein Name werden erneuert und dabei geht Altes verloren.

Aus vier Archiven hat der Filmemacher Jorge Moneo Quintana (*1988) Aufnahmen des Platzes und vor allem eines Gebäudes zusammengetragen und in einem 15-minütigen Film vereint. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1910 bis 1976 und zeigen, wie oft und schnell sich eine Stadt transformiert. Ganz im Sinne des Filmtitels „In Ictu Oculi“, was übersetzt soviel wie ‚in einem Augenblick‘ bedeutet, werden hier die Veränderungen über die Jahre greifbar gemacht. Dafür wählte der Filmemacher eine gelungene Montage, welche er mit einer fast unheimlichen, aufwühlenden Soundkulisse untermalt. In den Tönen, teilweise stammen die aus den verschmutzten Stellen alter Archivaufnahmen, spiegelt sich eine gewaltige, eine zerstörerische Komponente dieser städtebaulichen Veränderungen wieder. So ist dieser Kurzfilm nicht nur eine Aneinanderreihung von ausgesuchten Archivmaterial, sondern auch eine künstlerische Betrachtung des öffentlichen Raums und baulicher Strukturen.

Fazit: Der Found-Footage-Film „In Ictu Oculi“ bebildert mit Archivmaterial aus 66 Jahren die Veränderungen eines Platzes in Vitoria-Gasteiz. Der Filmemacher Jorge Moneo Quintana montierte geschickt die gefundenenen Aufnahmen in einem spannenden Rhythmus, unterlegte diese mit aufwühlenden Geräuschen und schuf so einen Kunst-Film, der zeigt, wie sowohl das Medium Found Footage als auch das Dokumentarische Geschichte lebendig werden lassen können, ohne auf klassische Mittel zurückgreifen zu müssen.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „In Ictu Oculi“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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