Sieben Fragen an Luke Röber

Doreen Kaltenecker
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Interview: Im Gespräch mit dem Regisseur Luke Röber konnten wir mehr über den Kurzfilm „Tasty Encounters“ erfahren, der auf dem 26. Landshuter Kurzfilmfestival 2026 im Genre-Block zu sehen war, erfahren, wie die Idee dazu entstand, wie die Effekte umgesetzt wurden und was die weitere Pläne von ihm und dem Fleischwolf-Kollektiv sind.

Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden – hattest Du eine schlechte Pizza?
Zu oft, leider. Aber nein, die Grundidee stammt von Co-Autor und Effekt-Meister Jonas Klärner, der damals bei einem Effekt-Test ein einäugiges, ziemlich haariges Wurmmonster aus einem Waschbecken kriechen ließ.
Darauf aufbauend hat er den Wurm weiterentwickelt, ihm die Haare genommen und dafür diverse Entwicklungsstufen und eine Familie gegeben. Es stellte sich aber auch die Frage, wie man die Ausbreitung der parasitären Wurmfamilie am schnellsten vorantreiben könne. Da schien ein Pizzalieferdienst, der Gratis-Pizzen an einsame Menschen verteilt, der logischste Schritt zu sein.

In welchem Rahmen habt ihr euren Kurzfilm realisiert?

Thomas Blatt

Tasty Encounters“ war von Anfang an als Versuch gedacht, die individuellen Stärken unseres Filmkollektivs (dem Fleischwolf-Kollektiv) in einem Film zu bündeln und die Geschichte mit den vorhandenen Talenten auf die dichteste Weise zu erzählen.
Wir haben das große Glück, dass im und um das Kollektiv so viele talentierte Menschen umherschwirren. Und so hatten wir Robert Puteanu an der Kamera, Elias Fleischer fürs Set- und Kostümdesign, die Flüssigkeiten und die wunderbare Animationssequenz, den wundervollen Thomas Blatt als unseren Posterbuben/Stammschauspieler und Co-Editor; Jonas Klärner als Co-Autor und Puppenmeister, Jenny Fleischer für den fantastischen Score, Paul Lechmann, der die wundervoll grausigen Stop-Motion-Effekte gezaubert hat, Oriana Langebner als Kleister, der jedes Set zusammenhält, und mich selbst als Autor, Editor und Regisseur. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Was lag Dir visuell am Herzen?
Ich wollte entgegen anfänglicher Ideen die Welt nicht zu bunt gestalten oder den Film visuell zu sehr an den Horrorfilmen der 80er anlehnen, sondern ihm eine Rohheit geben, die den inneren Zustand des Protagonisten widerspiegelt. Weniger Joe Dante, mehr Lucio Fulci also. Ich wollte auch erreichen, dass man den Ekel so mehr spüren kann.

Die Effekte sind wunderbar und alle handgemacht, richtig? Kannst Du mir bitte mehr zu den Effekten erzählen.

Danke! Und ja, handgemacht insofern, dass der Wurm immer noch bei uns in der Werkstatt in einem Regal steht. Wobei… eigentlich Würmer: Es gab mehrere Ausführungen von ihm, eine steuerbare Puppe, einen Action-Wurm, den man getrost boxen oder gegen eine Wand werfen kann, und einen Stop-Motion-Wurm. Abseits davon sind die Effekte eine Mischung aus Digitalem und Analogem. Also nicht rein handgemacht im Sinne der Puppenführung, sondern zudem ein Mix aus Stop-Motion und digitalem Compositing. Die Idee war, Stop-Motion mit modernem Compositing und alten sowie neuen Methoden zu verbinden.

Wie hast Du Deinen Hauptdarsteller gefunden? Wurde die Pizza-Crew mit Freunden und Kollegen besetzt?
Größtenteils, ja. Thomas Blatt ist ja Teil unseres Kollektivs und in manchen Momenten des Größenwahns behaupte ich, er sei mein Bruce Campbell (das Talent hat er), weil ich bereits so viele Projekte mit ihm gemacht habe und ihn wirklich gerne mit Schleim bewerfe.
Wir hatten auch viel Glück, dass eine Comedygröße wie Grindig, den ich sehr schätze, den Gegenpart und den Hauptpizzalieferanten gespielt hat.

Kannst Du mir am Schluss noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?

Thomas Blatt und Regisseur Luke Röber

Ich komme eigentlich vom Theater, oder eher aus der Prosa. Ich habe immer viel geschrieben und liebe Filme. Irgendwann hat eins zum anderen geführt. Ich bin nach Wien gezogen, dem Kollektiv beigetreten und habe mich sehr schnell in den morbiden Charakter der Stadt verliebt, der sehr stark in meine Filme einfließt.
Martin McDonagh hat einmal sehr treffend formuliert, warum man im Film (anders als im Theater) als Autor gezwungen ist, selbst Regie zu führen. Man würde sonst nicht ernst genommen. Außerdem liebe ich die Möglichkeiten, die der Film (und visuelle Medien im Allgemeinen) mit sich bringt. Das sind zwei der Gründe, warum ich nicht nur Drehbücher schreibe, sondern auch Regisseur geworden bin.

Sind bereits neue Projekte geplant?
Ich arbeite gerade am Skript für meinen ersten Langfilm, was sehr spannend ist.

Animator Elias Fleischer, Regisseur Luke Röber und DoP Robert Puteanu

Daneben werkeln wir im Kollektiv kontinuierlich an neuen, spannenden Projekten. Zuletzt haben wir ein mit einer ähnlichen Aufgabenverteilung ein Commercial für eine T-Shirt-Druckerei gedreht, bei der ein Barbarenkönig (gespielt von Thomas) und eine entstellte Ziege (ebenfalls handgefertigt von Jonas) eine große Rolle spielen. Wir arbeiten gerade auch am Trailer für das SLASH Filmfestival 2026, der sehr super werden wird.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Tasty Encounters

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