„Unsound“ (2020)

Filmkritik: Der australische Spielfilm „Unsound“ (OT: „Unsound“, Australien, 2020) von Ian Watson, der im Jahr 2020 u.a. auf den 31. Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg und dem 25. Schlingel Chemnitz lief, erzählt auf einfühlsame Weise von einer schönen Liebesgeschichte und integriert Themen, die man leider nie in klassischen Liebesgeschichten sieht.

Nachdem Noah (Reece Noi), der erfolgreich als Gitarrist durch die Welt tourte, nach Sydney zurückkehrt, ist er etwas antriebslos und weiß noch nicht so richtig, wie es jetzt weitergehen soll. Eines Tages trifft er auf Finn (Yiana Pandelis). Dieser gibt regelmäßig Parties in einem Taubstummenclub und legt sich dafür gern auch mit den hörenden Nachbarn an. Als er Noah begegnet, ist Finn noch nicht bereit sich für eine Liebe zu öffnen, denn es ist noch nicht so lange her, dass er sich als Transmann offenbart hat und ihm stehen auf seinem Weg noch einige Schritte bevor. Trotzdem finden die beiden zusammen und eine zarte Liebe entsteht.

Yiana Pandelis und Reece Noi

Der erfahrene Regisseur und auch Drehbuchautor Ian Watson, der seit vielen Jahren Theater- und Fernsehregie führt, schuf den 88-minütigen Spielfilm, der sich mit vielen Themen gleichzeitig beschäftigt. In seinem Kern erzählt er die Liebesgeschichte zweier junger Männer, die sich gegenseitig auch in einer Umbruchphase Halt geben können. Zum anderen ist da noch die Figur des Finn, der sich in seiner Transition befindet, was hier mit viel Feingefühl eingefangen wird. Dann beschäftigt sich der Film noch mit Gehörlosen und wie man als Hörender besser auf sie zugehen kann. All das kombiniert der Regisseur mühelos in einem stimmigen Skript. Die Geschichte folgt dabei klassischen Inszenierungsregeln, baut Spannung und Gefühl auf und kann mit ihrem Ende die ZuschauerInnen berühren. Getragen wird das von den beiden großartigen Jungdarstellern Yiana Pandelis und Reece Noi, welche einen leichten Zugang in eine für viele unbekannte Welt geben. Hinzu kommt die leichtfüßige Inszenierung, stimmige Settings – es wurde komplett in Sydney gedreht – und der passende Musikeinsatz. Allen in allem ist der australische Film „Unsound“ ein Feel-Good-Movie, das sich auf gelungene Weise mit schwierigen, selten aufgegriffenen Themen beschäftigt.

Yiana Pandelis (rechts)

Fazit: „Unsound“ ist ein aus Australien stammender Spielfilm von Ian Watson. Er beschäftigt sich mit einer jungen Liebe, Transition und dem Miteinander von Gehörlosen und Hörenden. Dabei vermischt er alle Elemente wunderbar miteinander, die Rollen wurden alle gut besetzt und die Geschichte souverän inszeniert. So entstand ein rundum gelungener Feel-Good-Movie, was mit viel Gefühl die ZuschauerInnen auf seine Seite zieht. 

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Unsound“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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