„One Thousand and One Attempts to Be an Ocean“ (2020)

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Kurzfilm / Frankreich / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Der Experimentalkurzfilm „One Thousand and One Attempts to Be an Ocean“ der chinesischen Filmemacherin Yuyan Wang ist ein Beitrag des diesjährigen ‚Berlinale Shorts‘-Programm und beschäftigt sich mit den vielen Videoclips, mit denen man sich gern die Zeit vertreibt.

Eine Welle von Internetvideos gleitet über die BetrachterInnen hinweg, welche in der Bewegung und im tonalen Loop gefangen und gebannt werden.

Die chinesische Filmemacherin Yuyan Wang (*1989) erkannte selbst, wie gern sie stress-abbauende Videos im Internet schaute und wie diese sie veränderten. Daraus entwickelte sie die Idee für ihren Film und schnitt 1340 Videos solcher Art, die man immer nur wenige Sekunden sieht, in einem 11-minütigen Kurzfilm zusammen. Dabei ordnete sie die Videos in eine Art Wellenbewegung an, welche mit einer Vielzahl an Eindrücken über das Publikum schwappt. Die Bilder erzeugen dabei einen faszinierenden Rausch und es gibt viel zu entdecken. Zudem wohnt dieser Aneinanderreihung, wo es zu Ähnlichkeiten und Überschneidungen kommt, auch die Kritik am heutigen Medienkonsum inne. Denn wie viele Videos dieser Art, die nur wenig Inhalt transportieren, konsumieren wir tagtäglich? Das Versinken im Internet wird hier indirekt thematisiert. Das untermalt auch der tonale Loop, der einen einzigen Satz, immer wieder in Teilen zerlegt, wiederholt und so für eine spezielle Stimmung sorgt, welche das Nicht-Vorankommen genauso thematisiert wie das Repetitive. Yuyan Wang ist ein starker, faszinierender Film gelungen, der die Welt der Internetvideos in nur elf Minuten anders erlebbar macht.

Fazit: „One Thousand and One Attempts to Be an Ocean“ ist ein Experimentalkurzfilm, in dem die Regisseurin Yuyan Wang Internet-Clips zu einem Meer aus Bildern zusammenfügt. Untermalt mit einer stakkatoartigen Loop lässt sie die ZuschauerInnen eintauchen und stellt indirekt Fragen nach dem Umgang mit Medien und deren Konsum. 

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „One Thousand and One Attempts to Be an Ocean“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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