Sieben Fragen an Nüll García

Interview: Im Gespräch mit der spanischen Filmemacherin Nüll Garciá konnten wir mehr über ihren ersten Kurzfilm „Ferrotipos“, der auf dem ‚Open Air‘ des 33. Filmfest Dresden 2021 zu sehen war, erfahren, welche Botschaft ihr mit der Geschichte am Herzen lag und warum sie sich entschied dies in einer Mixtur verschiedener Genre zu erzählen.

The original english language interview is also available.

Kannst Du mir mehr zum Ursprung für Deinen Kurzfilm erzählen? 

Er basiert auf realen Fakten und einer internationalen feministischen Bewegung, die die Art und Weise, wie wir sehen und miteinander umgehen, verändert.

Welche Botschaft lag Dir am Herzen?

Adolfo Fernández

Ich wollte über die Möglichkeit der Veränderung sprechen. Die Möglichkeit der Frauen, „Ja“ oder „Nein“ zu sagen, und die Fähigkeit der Männer, dies zu akzeptieren. Es ist notwendig, den Geist zu öffnen, neue Ideen zu lernen, die ‚lila Brille‘ aufzusetzen, um sich zu verändern. Jetzt kann ich „Nein“ sagen, wenn ich etwas nicht tun möchte, aber ich muss es lernen. Ich wollte auch andere Frauen und Mädchen ermutigen.

Ich finde besonders gelungen ist die Diffusität des Genres, was man gerade sieht. Man weiß nicht, worauf die Geschichte hinausläuft und das verleiht dem Film eine enorme Kraft. War das immer so angedacht? 

Ja. Ich denke, dass der Film je nach Zuschauer das eine oder andere ist. Das war dank der großartigen Arbeit der SchauspielerInnen und des gesamten Teams möglich. Wir befanden uns auf einem schmalen Grat, denn wir wollten nicht unsere Meinung über die Figuren kundtun, aber der Zuschauer konnte über ihre Handlungen nachdenken. Die Fotografie, der Schnitt und die Musik haben sehr dabei geholfen, sich behutsam auf diese Linie einzulassen. Das war sehr schön zu arbeiten.

Kannst Du mir erzählen, was Dir visuell am Herzen lag? 

Wir haben mit einer sehr spezifischen Farbpalette, Geometrie und Kamerabewegungen gearbeitet, um zwischen dem Studio und dem Pool zu unterscheiden. Und mit einem internen Rhythmus für die Schauspieler und die Kamera. Das alles lag mir sehr am Herzen. Und nahe an meinem Verstand war Brecht und diese Idee, zu unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen.

Auch die Wahl Deiner DarstellerInnen ist großartig – hast Du sie über ein Casting gefunden? 

Susana Abaitua

Nein. Ich kannte Adolfo Fernández und Alba Flores bereits. Ich habe ihnen das Drehbuch gezeigt und sie haben sofort zugesagt. Dann schlug Adolfo mir vor, Susana Abaitua anzurufen, weil sie im Theater viel zusammenarbeiten. Das war eine großartige Idee. Ich denke, dass das Vertrauen, das sie untereinander haben, es ihnen erlaubt, im Film weiter zu gehen. Die drei sind großartig. Jeder verkörpert die Rolle der Dreiecksbeziehung perfekt. Ich bin sehr glücklich, mit so tollen Schauspielern gearbeitet zu haben. Außerdem wollten sie diese Geschichte wirklich erzählen, und sie haben sie verbessert.

Kannst Du mir am Schluss noch ein bisschen mehr von Dir erzählen? 

Dies ist mein erster Kurzfilm, der veröffentlicht wurde. Ich bin auch Schauspielerin, und ich wollte Geschichten auch von der anderen Seite erzählen. Ich bin so glücklich über diesen neuen Schritt in meiner Karriere. Jetzt versuche ich also, beide Leidenschaften unter einen Hut zu bringen. 

Sind bereits neue Projekte geplant? 

Adolfo Fernández und Susana Abaitua

Ja. Ich habe einen weiteren Kurzfilm, den ich in ein paar Monaten drehen möchte. In diesem möchte ich auch schauspielern und ich schreibe einen Film. Als Schauspielerin habe ich einen Film in Frankreich gedreht, wo ich sehr gerne arbeite. Außerdem schreibe ich gerade ein Theaterstück mit Silvia Agüero und Pamela Palenciano, das im März aufgeführt werden soll.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Ferrotipos


Interview: In a conversation with Spanish filmmaker Nüll Garciá we were able to learn more about her first short film “Ferrotipos“, which was screened at the ‘Open Air’ of the 33rd Filmfest Dresden 2021, what message she had at heart with the story and why she decided to tell this in a mixture of different genres.

Can you tell me more about the origin of your short film? 

It’s based on real facts mixed with an international feminist movement that is changing the way of looking and connecting.

What message did you have at heart? 

I wanted to talk about the possibility of change. The possibility of women to say “yes” or “no” and the capacity of men to accept it. It’s needed to open the mind, to learn new ideas, to put the “purple glasses” to change. Now I can say “no” if I don’t want to do something, but it’s learning. I wanted to empower other women and girls too.

I think what is particularly successful is the vagueness of the genre that you are seeing. You don’t know where the story is going and that gives the film a tremendous power. Was that something that was always intended? 

Yes. I think that depending on the spectator the film is one thing or another. That was thanks to the great job of the actors and all the team. We were in  a fine line because we didn’t want to give our opinion about the characters, but the spectator could think about their acts. The photography, the edition and the music help a lot to be in that line cautiously. That was beautiful to work.

Can you tell me about what was close to your heart visually? 

We worked with a color palette very specific, geometry and camera movements to distinguish between the studio and the pool. And with an internal rhythm for the actors and the camera. Close to my heart was everything. And close to my mind was Brecht and this idea of entertain and make think at the same time.

Your choice of actors is also great – did you find them through casting? 

No. I already knew Adolfo Fernández and Alba Flores. I showed them the script and they said yes instantly. Then Adolfo proposed to me to call Susana Abaitua because they work a lot together in theater. It was a great idea. I think that the confidence that they have between them allows them to go further in the film. The three of them are great. Everyone represents perfectly the role of the triangle. I feel very lucky to have worked with such great actors. Besides, they really wanted to tell this story and they improved it.

Can you tell me a bit more about yourself at the end? 

This is my first short film released. I’m an actress too and I wanted to tell stories also from the other side. I’m so happy for this new step in my career. So now, I’m trying to juggle both passions. 

Are there already new projects planned? 

Yes. I have another short film which I want to make in a couple of months. In this one I want to act too and I’m writing a film. As an actress I have made a film in France, where I love to work. And I’m also writing a theatre play with Silvia Agüero and Pamela Palenciano to perform in March.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “Ferrotipos

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